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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
378
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Philosophische und Politische Beschreibungtze Höhlen findet, die mit Dufft gleichsam ausgewölbt seyn; woraus das Wasser herab treuf-felt. Ob er kalter oder warmer Natur seye / darüber ist man noch nicht einig; wiewohlen Carda-Scal. Ex- nus das Letztere behaupten will; dem aber Scaliger widerspricht / wann er schreibt: „Wer hats„dir gesagt / daß der Lufft hitzig seye? da man solches weder mit dem Geschmack / noch mit demerc.57.„Gefühl / noch durch andre Erfahrung der Zeit annoch erkundigen können.s. 5. Derjenigen Steine / so aus Blättlein bestehen / gibt es zerschiedene Gattun-gen ab. Erstlichen / der Schiefer=Stein / so aus Blättlein zusammen wächst. Derselbe gerin-net Anfangs gleichsam zu einer zarten Rinde, indem die Feuchtigkeit unten und oben herfürdringet; darauf aber ein neuer Stein=machender Safft sich ausbreitet / und an die erste Rindehinzu wächst. Er ist schwartz; dahero auch das Wasser / so durch die Schiefer-Grube fliesset /gantz schwartz / und trüb aussiehet; weilen es / da dieser Stein von der Nässe leichtlich erweichtwird / im durchfliessen eine grosse Menge der kleinen Theile mit sich fortführet; hergegen wannes stehet, vortrefflich klar und gesund wird: inmassen die Cörperlein des Steins wegen ihrerSchwere zu Boden fallen / und auch die übrige Unreinigkeiten mitnehmen. Er ist insonderheitdienlich, die Tächer darmit zudecken. Zweytens, der Spiegel-Stein oder Talck, welcher auseinem höchst gereinigtem Safft erwächset: und entstehet seine Durchsichtigkeit von dem ordent-lichen Stand der Lufft=Löcher oder der Blättlein / wann sie von einander gesondert werden: danso sie beysammen gefügt verbleiben, seynd sie dunckel (gleichwie ein tieffes Wasser dunckel ist)weilen die Lufft=Löcher des einen Blättleins mit den Löchern des anderen nicht ordentlich über-ein kommen.§. 6. Belebte Stein-Dinge seynd, die aus einem Stein-werdenden Safft wie diePflantzen / vermittelst der Anziehung / wachsen; Deßwegen heisset man die Steine auchPflantzen. Unter dieselbe zehlet man erstlich die Stein-Zunge, das ist, einen Stein, der in Ge-stalt einer Zunge wächset / und gemeiniglich mit Zähnen an seiner Mutter oder Wurtzel hanget /woraus er allgemach und unvermerckt einen Nahrungs=Safft sauget / auch zu dem Ende mitnatürlichen Fäserlein versehen ist; deßwegen er leichtlich / wie ein Holtz / nemlich nach der Längegedachter Fäserlein / längshin kan gespaltet werden. Zum Andern; gehören hieher alle Schneg-gen und Muschlen / worinnen die Austern und dergleichen Gewächse verborgen liegen. ZumDritten / der Amiant=Stein oder Asbestus, welchen man spinnen und Leinwand daraus webenkan / so in dem Feuer unverzehrt bleibet: dann es seynd viel Dinge / die das Feuer nicht verletzetwie der Bimß=Stein / und andere mehr. Ersagter Amiant=Stein artet dem Flachs oder Hanffnach / und vergleicht sich dem Feder-Weiß / so ausgegraben wird. Zum Vierdten / der Corallso ein Astiger Stein ist; davon wohl in der folgenden Frage, weil er sonsten unter die edle Ge-steine gezehlet wird / zu reden der eigentliche Ort wäre; indeme es aber die Materi eben mit sichbringt, wollen wir bey dieser gegenwärtigen Frage denselben mit einrucken. Erdeuten Corall-Stein nennen die Griechen λυθόδειδρον, das ist / ein steinern Bäumlein: wie mann dann ihnauch Meer=Strauch zu heissen pfleget. Von selbigem nun melden die Scribenten unterschied-liches: Einige sagen; er seye unter dem Meer=Wasser ein grüner und weicher Strauch / wel-cher weiche und weisse Beere trage die an Gestalt und Grösse denen Dirlitzen gleichen: sobaldden man selbigen aber aus der See hervorgebracht habe, so verharte er stracks / und werde anOvid. 15. der Lufft zu einem Stein; davon Ovidius schreibt:Sic & Curalium, quo primùm contigit auras,Mu.Tempore durescit; mollis fuit herba sub undis.Sobalden der Corall den Lufft berühretVerkehrt er sich zu einem harten Stein:Solang er aber muß im Wasser seynWird er so weich / als wie das Graß gespühret.Die Ursach dessen solle seyn / daß nicht nur die dünne Lufft der Corallen Feuchtigkeit austrocknesondern auch die Kälte seine Theile zusammen treibe: Er wird aber so gar mitten im Sommervon der Lufft erkältet; weilen der Theil / so hinein dringt / kalt wird; und auch die Lufft / wann si-sich zerstreuet / die Kälte annimmt: doch wird er nicht weniger zugleich / wann er an die Lufftkommt / ganz roth; wiewohlen zuweilen an einem einigen Corallen man rothe / weisse undschwartze Stämme oder Aeste siehet. Andere hergegen vermeinen / die Corallen werden vondem blossen Anrühren zu Stein; wiederum Einige halten davor / sie widerstehen dem Donner /behüten die Kinder vor Zauberey/ und treiben die böse Geister ab: so jedoch als ein aberglaubigesGeschwätz zu verwerffen: Einige aber geben vor; das Meer-Wasser werde von den Corallensüß gemacht; und wann man sie den Kindern an den Halß henge / die unruhige Träume / und