Philosophische und Politische BeschreibungValer.werden. „Du sollt das Italianische Reich mit Waffen schützen / mit guten Sitten zieren / undFlaccus„mit Gesetzen bessern. Wer den Gesetzen nicht gehorchen will / der werde gestrafft: er mußad Au-entweder dem Gesetz / oder dem Richter gehorsam leisten. Könige und Gesetze verliehren ihr ho-gust. Cas.tretter zur Straffe ziehen / je kräfftiger werden sie sich in ihrem Stand erhalten. Es stehet schlechtum eine Republic, wo man das Schwerdt nur wider Geringe ausziehet / denen Gewaltigen aberallen Muthwillen verstattet. Man solle nicht die kleine Diebe allein hencken lassen. Anaxar-Anaxar- chus pflegte zu sagen: „Gleichwie die Raben der Spinnen Gewebe durchreissen / die Muckenchus ap.„hergegen darinnen behangen bleiben; also wird der Pövel mit Gesetzen eingeschrencket / diePlutarch. „Gewaltige aber kehren sich nicht an dieselbe / und bleiben doch ungestrafft: Allem / auch grosseHäupter sollen mit den Feßlen der Gesetze gebunden werden. Die Gesetze stehen entweder imhöchsten Flor; oder kommen / falls sie etwa geschwächt worden / wider von neuem zu Kräfftenwann der König selbsten ein lebendiges Gesetz ist: Welches eben das Sprichwort gewesen / soder beedes die Gütig=und Gerechtigkeit=liebende Kayser M. Aurelius Claudius im Munde ge-führt; als der eben der Meinung gewesen, die auch der Weltweise Solon geführet, welcher zusagen pflegte: „Wann ein Fürst nach denen Gesetzen lebe / so seye das gantze Regiment woh-„beschaffen; und ein jeder Unterthan bleibe in den Schrancken seiner Schuldigkeit. Was isteine Stadt ohne Gesetze / und ein Reich ohne König? nichts anders als ein Leib ohne Seele. IstEpichar- nicht aber ein König die Seele des Königreichs? „Und die Gesetze seynd die Seele einer Repu-mus ap„blic, gleich als irgend eines Cörpers. Welches ebenmässig Demosthenes mit seinem Bey-Plutarch, fall bestettiget: „Die Gesetze seyen die Seele einer Stadt: gleichwie ein todter Leichnam nie-Cic. pro„derfalle, also könne auch eine Stadt ohne Gesetze nicht bestehen. Ein König, als die SeeleCluent.des Königreichs / soll Land und Stadt mit Beobachtung der Gesetze beseelen: er soll selbsten einlebendiges Gesetz seyn: Seinem Erempel werden die Unterthanen nachfolgen.Restituunt formae veteri.Kriegt und erhaltDie alt Gestalt.Quae rimas aperit dubias, casumque minatur,Suffultis muris est reparanda domus.Discincti lapsos populi tu corrige moresLegibus antiquis, quas revirére jube.Wann sich ein starcker Riß an Wand und Mauren zeiget /Von welchem das Gebäu leicht übern Hauffen fällt;So wird mit Stein und Kalch dem Ubel vorgebeuget,Und alles wiederum in guten Stand gestellt.Man muß ein Volck / das nicht will im Gehorsam bleiben /Von neuem durch Gesetz in seine Schrancken treiben.Die VI. Frage.Von der Natur und Eigenschafften der Steineinsonderheit.N gegenwärtiger Frage solle von den bekandtesten / und zwar nur gemeinen / nicht kostba-ren Steinen gehandelt werden: Dann es seynd zweyerley Arten der Steine; nemlichgemeine und kostbare; immassen sie nach der unterschiedlichen Beschaffenheit ihrer Ma-teri, die entweder rein oder unrein, subtil, dick oder zech ist, auch rein oder unrein, edeloder gemein zu seyn pflegen. Wir wollen aber darmit also verfahren / daß wir eine jede Artder Steine in einem besondern So. begreiffen.s. 1. Der Marmor ist ein dichter / gläntzender und vortrefflicher / mit zerschie-denen Flecken und Farben gemerckter Stein. Dahero dann er aus einer trefflich genauenVermi⸗
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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