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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
372
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Philosophische und Politische Beschreibung6. 2. Der Stein entstehet aus einer trocknen irrdischen Aushauchung / die mit einer wäs-rigen Oehligkeit vermischt / durch Länge der Zeit; item vermittelst der Hitze und Kälte / aucheiner mineralischen Krafft zusammen geronnen: Ist demnach die Materi des Steins eine wäs-serige Feuchtigkeit / welche öhlichter und dicker als die Erde ist. Es kan aber der Stein nicht ausder Erden alleinig entspringen; weilen ihre Theile sehr trucken / einfolglich leicht in Staub zuverkehren / und deßwegen zur Zusammen=Gerinnung untauglich seynd: sondern es wird aucheine salbige Feuchtigkeit darzu erfordert / die wie ein Leim die erdige Theile zusammen fügen mußHergegen und hinwiederum können die Steine nicht aus einem eigentlichen und von Naturflüssigem Wasser ihren Uhrsprung haben; sondern es muß auch eine Erde dabey seyn / welchesolches Wasser gleichsam mit einem Schrancken dammen und auffhalten solle. Diesemnachso wachsen die Steine aus einer dicken und trocknen Erden / die mit Feuchtigkeit benätzet ist: wel-ches jedoch nicht also zu verstehen; daß die übrige 2. Element / nemlich das Feur und die Lufftvon ihrer Vermischung ausgeschlossen wären; sintemahlen die Naturkündiger einhellig behaup-ten; daß alle vermischte Dinge aus denen vier Elementen bestehen: sondern daß die zwey er-meldte Elementen, nemlich die Erde und das Wasser, in einem jeden Stein die Oberhand ha-ben. Daß aber insonderheit in denjenigen Steinen, welche nicht durchsichtig seyn, die Erdevorschlage / hat man aus ihrer Dichte und Schwere zu urtheilen; als wodurch es geschiehet / daßsie in dem Wasser untersincken / und nicht oben schwimmen.§. 3. Die würckende / nicht zwar die Haupt=sondern die vorbereitende Ursachen(dann zu den Haupt=Ursachen gehören die Gestirne / und fürnemlich die Sönne; item die unter-irrdische Feure und die mineralische Kräfften) seynd bey denen Steinen die Huze und dieKälte: Die in der Materi befindliche Hitze führet die zehe und öhlige Feuchtigkeit durch die al-lerdünneste Erden=Theile / zertreibet und durchkocht sie; und menget die Theile eines jeden Ele-ments / absonderlich der Erden und des Wassers / gar artig und auffs genaueste unter einander:reiniget sie von aller Unsauberkeit / und bereitet die Materi selbsten also vorhinein / damit sie dieGestalt eines Steins bekommen möge. Ersagte Materi wird alsdan von der Kälte zusammengezogen und dick gemacht; auch alle überflüssige Feuchtigkeit ausgetrieben / und sie zu einemStein verhärtet.Allein man könte hier einwenden: Die Kälte verursache vielmehr der Dinge Untergangals daß sie selbige hervor bringe: Item; wann die Steine durch die Kälte verhärten / so müssefolgen / daß sie hergegen durch die Hitze zerschmeltzen / und auffgelöset werden. Auf das Ersteantworte ich: Dieses seye wahr bey denen lebendigen Coͤrpern; aber bey denen Leb=losen Me-teoren und Metallen seye die Kälte auch eine Ursach / daß etwas erzeugt werde. Auf das ande-re versetze ich: Die Steine könten von der Hitze ohne Beytrit einer andern Feuchtigkeit darumnicht schmeltzen / weilen in denselbigen eine so grosse und genaue natürliche Vermischung geschehe / daß sie sich ihrem Gegen=Part allenthalben widersetzen / und nur aus einer innerlichen Ei-genschafft die äusserliche zur Würcklichkeit kommen lassen.). 4. Das Saltz solle zur Stein=machenden Krafft auch sehr viel beytragen:weilen bekannt ist, daß eine Materi, die durchaus kein Saltz bey sich hat, gar selten zu Steinwird; da hergegen das Saltz fast allenthalben die Cörper dick und hart machet. Daheromuthmaßlich fället / daß derjenige klebige zu Erzeugung der Steine erforderliche Safft aus einembequemen Saltz bestehe; und wird solches durch die Erfahrung besteiffet: dann durch die Di-stillir-Kunst wird vermittelst des Saltzes eine Härte zuwegen gebracht; gestalten auch das ein-gesaltzne Fleisch härter ist / als das andere; und kan man ebenfalls denen Eyer=Schaalen / Meer-Muschlen und Corallen durch Hülffe eines Stein=Saltzes seine Härte wieder geben: ja es wer-den der Salpeter und etwelche Laugen selbsten zu Stein. Nicht weniger gehören ferner hieheralle flüssige Dinge / die gerinnen; item die weiche Früchten / welche verharten / wann man sie mitZucker uberziehet; ingleichem die Steine / die in den Eingeweiden der Thiere wachsen; und dandas Wasser, welches, indem es durch bleyerne Röhren lauffet, binnen denselben eine steinernRinde anleget; allwo nemlich der Erden=Rauch / den selbiges mit sich herbey geflösset / zusammenwächset und erhärtet.Aus dem nun / was bißhero angeführt worden / ist zu schliessen / Erstlich: Daß die Mei-nung derjenigen nicht wahrscheinlich seye / die darvor gehalten; die Steine würden nicht von derNatur erzeugt / sondern seyen im Anfang der Welt erschaffen worden / und würden itzo nur durchder Menschen Fleiß und Arbeit aus der Erden gebrochen. Dann die beygebrachte Ursachen undder Augenschein bezeugen das Widerspiel; indem die Berg=Knappen an denjenigen OrtenSteine finden / wo sie vorhero nichts als Sand und Letten angetroffen: wiewolen ich doch gernglauben will / daß der meiste Theil der Steine zugleich mit der Erd= und Wasser=Kugel erscha-worden ſeyen.Zwey⸗