der in der obern Lufft erzeugten Dinge.gebracht / daß er aller Unterthanen Gemüther an sich gezogen / und ihme verbindlich gemacht.Und in Wahrheit; wer solte / wann er gleich steinern wäre / nicht denjenigen Fürsten lieben? derda ohngeachtet die hohe Würde selbigen über jederman erhoben / dannoch seine Gütigkeit auchdie allergeringste geniessen lässet. Dannenhero Titus ebenfalls die Wollust des MenschlichenGeschlechts genennet worden / als deme tieff in sein Hertz eingepreget war: Daß niemand vondes Fürsten Angesicht traurig hinweg gehen müsse.„ Dieses nun ist eben auch das Zeichen / sodenen Oesterreichischen Fürsten als ihr Eigenthum zustehet; dann mit ihnen ist die KöniglicheFreundlichkeit bereits von der Wiege an / auffgewachsen: Dieselbe gibt einem jeden / der Gnadesuchet / einen freyen Zutritt; öffnet allen Klagen die Ohren; und strecket aus Begierde wohl zuthun / sich über alle Elende und Bekümmerte / indem sie solche alle in dem Oesterreichischen Her-tzen gleichsam eingeschlossen träget. Man betrachte Rudolphum I. wie er sich über seine Tra-banten / welche die Arme von ihme abtreiben wollen / erzürnet und geruffen: Um GOttes wil-len! lasset sie doch vor mich kommen! dañ ich bin nicht darum Kayser worden / daß man mich-in ein Kästlein einschliessen solle.„ Seine Allerdurchlauchtigste so Geblüts- als auch Oesterrei-chischen Leutseeligskeit=Erben haben demselben unvergleichlich nachgeartet; unter denen inson-derheit Caroli V. und Ferdinandi II. Tugenden dermassen hervorgeleuchtet / daß sie wie derMagnet bey dem ersten Anblick so gleich der hohen und niedrigen Hertzen zu sich gezogen / dieForchtsame auffgerichtet / die Betrübte beruhiget / die Unglückliche getröstet / ja kurtz zu sagen / nie-mand traurig von sich gelassen. Solchem Exempel soll ein Politicus auch nachfolgen / und sichin der Leutseelig= und Gutigkeit als einen rechten Oesterreicher erweisen; mithin durch Freund-lichkeit ihme männiglich verbunden machen / damit er als ein Oesterreicher von männiglich gelie-bet werde. Keines Menschen Liebe kan Schaden bringen; aber eines einigen Menschen Haßkan grosses Unheil verursachen; und der liederlichste Kerl ist tauglich / Verrätherey zu begehen;Er hat eine Zunge / womit er dich lästert; er hat Hände / denen die Rachgier die Waffen reichet;jedermann wird dich ehren / wann du auch einem jeden seine Ehre giebest. Nichts ist bestän-diger als eine hohe Würde / die mit der Leutseeligkeit begleitet ist.Attrahit & paleas.Zeucht wunderlichAuch Stroh an sich.Naturae gazas inter numeranda benignaeAd sese paleas succina fricta trahunt.Palliolo tectos lacero amplexare clientes;Nec vultu tumeas despiciente Codrum.Der Agtstein, welchen man zu denen Schätzen schreibet,So die Natur erzeugt / und an das Tag-Liecht führt /Zieht / wann man selbigen mit Hand und Fingern reibet /Auch einen Stroh-Halm an / der sonst zutretten wird.Verschmäh den Armen nicht / liegt er dir schon zu Füssen:Und laß die Gnaden-Blick auf die Geringste schiessen.Die V. Frage.Von der Natur und Eigenschafften der Steineins gemein.DEr Stein ist ein vollkommlich vermischter / lebloser und harter Cörper / der anund für sich selbsten weder geschmoltzen / noch angezündt / noch gehammertwerden kan. Und obschon zuweilen das Widerspiel sich zu ergeben scheinet / so geschie-het doch solches nur von wegen des Metalls / oder eines anderen schmeltzbahren Dings / daß sichmit eingemischet hat; wiewohlen auch die meiste Steine mit dem Hamer zumalmet und durchsFeuer zu Aschen und Kalch können gemacht werden.§. 2.Aaa 2
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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371
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