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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
367
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.ist es nothwendig / daß einer des andern Schwachheit trage. Was verwunderst du dich / undtadelst deinen Nechsten / wann er gefallen? Höre den Poeten:Cuivis potest accidere, quod cuiquam potest.Was ungefehr dem einen kan geschehenDas muß der andere sich auch versehen.Jener ist gestanden / gleichwie du jetzo stehest; Der Fall / der über ihn ergangen / kan dich auchtreffen. Da die Minerva unter dem Pfeiffen in das Wasser gesehen / erblickte sie an ihr selbsteneine Mißgebuhrt mit auffgeblaßnen Backen / dergleichen sie nicht zu seyn vermeinte: dahero sieauch unverzüglich die Pfeiffe / als das Werckzeug der Häßlichkeit hinweg geworffen. So vielnutzt es, wann man sich selbsten erkennt! Alle Laster werden wenig und gering geachtet, wannsie offenbahr seynd: und die Kranckheiten nehmen alsdann ab / wann sie ausbrechen und sichzeigen. Du pflegest die Unsauberkeit vom Angesicht abzuwischen / weil du sie im Spiegel wahr= Claud. l. 3.genommen: Ja auch ein Tieger=Thier last sich in seinem grimmigen Lauff inne halten / wann de raptues sein eigen Bildnuß im Spiegel erblickt. Ich schliesse also mit dem Juvenali:Proserp.Credite, de coelo descendit Nosce te ipsum:Hinc benè, qui ſeſe noverit, ille ſapit.Die Selbst-Erkäntnus stanit her aus des Himmels-CreißDrum / wer sich selbst erkennt / der ist klug und hoch weißQuisque suos patimur manes.Wer ist / dem nichtAuch was gebricht?Haud quenquam invenies, semper qui corpore firmoFloreat, ac Medici spernere possit opem.Sic nullos videas, maculis & labe carentesMentis; & in tergo est mantica cuique sua.Es ist kein Sterblicher auf diesem Rund zu finden /Der nur gesunde Tag und Jahre zehlen könnt?Ihn mag leicht an das Bett ein kleines Fieber binden;Da sehen wir / wie man zur Apothecken rennt.Wo lebt ein Mensch / den nicht auch seine Fehler drücken;Und der nicht was gethan / so ihme vorzurücken?Die IV. Frage.Von dem Agtstein / und der anziehenden Krafft.Er Agtstein / wie in voriger Frage vermeldet worden / ist eine Art eines Juden-Leims/ und ein fetter Erden-Safft/ der an dem Strand des Balthischen Meersin der Preussischen Gegend wie ein Fisch mit Netzen auffgefangen wird. Dann wannder West=oder Nordwest=Wind die See erreget, und stürmet, so laufft jedermann mit Netzenund Tüchern in Händen nach dem Uffer zu; und fischet den Agtstein / nachdem die Winde undWellen sich gelegt / aus dem Grund hervor. Woraus erhellet / daß der Agtstein kein Baum=Aericol.Safft / wie einige davor halten wollen / seyn müsse: sintemahlen sich nirgend dortherum an dem in lib. deMeer Bäume finden / von denen etwa das Hartz abfliessen und in die See fallen; einfolglich ein Fessel.Agtstein daraus werden könte: so kommt er auch nicht aus dem Saamen der Wallfische her,sondern gerinnet aus zerschiedenen mit dem Meer und schwefflichtem Wasser vermischten Erd-Säfften