Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
358
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Philosophische und Politische Beschreibungschwartz, so aus dem Holtz gemacht wird: dann es findet sich allzeit ein Rueß dabey, der eineSchwärtze verursachet. Das See=Saltz ist in Sicilien dermassen hell und gläntzend / daß eswie Plinius vorgibt / an statt eines Spiegels gebraucht wird / und man sich darinnen beschauenkan. Das Cyprische Saltz / so man in dem Berg Olympus aus einer gewissen Erden auszie-het / hat die Gestalt und Farb eines geronnenen Bluts. Das Saltz aus Alepo ist roth; dasUnzer. c. aus der Barbarey wie Blut; das aus Spannien gelb; welches letztre nach Majorca verführt17.de Sale. wird / und die Natur eines Salpeters und Alauns hat. Diese zerschiedene Farben aber habenihren Uhrsprung von der zerschiedenen Vermischung der Erden.s. 5. Die End=Ursach und der Gebrauch des Saltzes ist in dem gantzen gemei-nen Leben hächst nöthig und mannigfaltig; so daß man nicht unrecht im Sprich=Wortsagt: Es seye nichts nutzlichers auf der Welt, als die Sonne und das Saltz. Dahero Home-rus das Saltz Göttlich genennet; weilen es zu unterschiedlichem und vielfältigem Gebrauch taug-lich ist: wovon Garceus in seiner Meteorologia folgender Weise schreibet: Erstlich verhindertdas Saltz die Fäulung in der Nahrung selbsten; dann ohne Saltz könte die Kochung nicht ge-schehen; sondern die hinterbliebene Stücklen des Chyli würden faulen: die Natur aber desSaltzes nimmt in unsern Leibern solche überflüssige Feuchtigkeiten hinweg / eröffnet / säubert undstärcket die ein wenig ertrocknete Theile; verdickt sie auch / und treibt sie zusammen. Hernach istder Gebrauch des Saltzes auch offenbahr nutzlich / das Fleisch vor der Fäulung zu verwahren /und selbiges lange Zeit frisch auffzubehalten: wie dann das Saltz von allen todten Cörpern dieFäulung abhält / und sie nicht völlig zu Grund gehen lasset; so daß es dem Tod gleichsam lang-wierigen Widerstand thut / und so weit es seyn kan / der Seele stelle verwaltet. Dann gleichwiedie Seele alle lebendige Dinge beschützet / und erhält und das Gebäu ihrer Glieder nicht zerfallenläßt; also erhält auch das Saltz / nach Art der Seele / die Cörper / wann sie in eine Kranckheit fal-len wollen / und läst die Freundschafft der Glieder nicht von einander trennen; zu geschweigen,daß das Saltz nicht weniger in Heilung der Wunden sehr offt und nutzlich gebraucht wird. Jaes hat das Saltz auch diese fast Göttliche Tugend in sich / daß es mit einer Zeugungs=Krafft be-gabet ist; und das Saamliche Vermögen erwecket und stärcket. Dahero diejenige, die mitAuffziehung der Hunde umgehen / selbigen gesaltznes Fleisch zu fressen geben / damit sie läuffigund brünstig werden mögen. Deßwegen die Poeten dichten; es seye die Venus, als Göttin derGebuhrt / aus dem Saltz oder aus dem Meer entsprossen: wie dann auch keine / als die Meer-Thiere fruchtbahrer zu seyn pflegen 2c. Biß hieher Garceus.Sonsten hat man beobachtet, daß die so zu faulen Fiebern geneigt sind, wann sie sichwohlgesaltzner Speisen bedienen / vor solcher Fäulung verwahrt bleiben; weilen durch besagteSpeisen die schädliche Feuchtigkeiten, als der Fäulungs-Zunder, ausgetrocknet werden. Da-hero kommt es dann / daß die Schaaffe und Böcke / wann man ihnen zuweilen Saltz unter dasFutter menget / fett zu werden pflegen: So ist dasselbe auch zur Erhaltung des MenschlichenLebens / und zur Speise höchst nöthig: dann ungesaltzne Speisen haben keinen Geschmack. Fer-ner widersteht das Saltz wegen seiner Trockne und Hitze dem Gifft / als welches von Natur kaltist. Zu Pest=Zeiten wird das Saltz offt mit gutem Nutzen gebraucht / weilen es die Lufft=Löcherzuschliesset. Ja es bezeugens die Ackers=Leute, daß die Felder, wann man sie nach gewisser Maßmit Saltz bestreuet, mehrere Früchten tragen; und zwar vielleicht darumen, weilen durch desSaltzes Hitze der ausgeworffene Saame erwärmet wird: wiewohlen hergegen die allzu sehrgesaltzene Dinge den Augen schaden / und die erforderliche Feuchtigkeit verzehren. Ingleichemkönnen die fette Frauen / die mässig gesaltzne Speisen geniessen / fruchtbar werden: Dan das Saltzreinigt die schleimige und allzu feuchte Mutter, und trücknet sie, daß der Saame darinnen ver-bleibet: deßwegen will auch die Zeugung und Uhrsprung der kostbahrsten Perlen/ und der ausQuerc. de den Felsen wie ein Baum mit Aesten hervorragender Corallen von dem Quercetano dem SaltzMedic.alleinig zu geschrieben werden. Weiters ermuntert das Saltz diejenige, so die schwere Nothleiden, wann man ihnen selbiges vor den Mund hält: nicht weniger verhindert und treibt esPhil. 2.die Spuhlwürme zuruck / daß sie nicht in den Magen kommen / wann dasselbe in Mund genom-men / oder hinab geschlucket wird. Endlich ist es auch ein Mittel für den Durst und Hunger;Bicker. in davon man an des Kaysers Carls V. Armée in der Tunetanischen Belagerung eine Prob gese-praefae. lib. hen: indeme das gantze Heer würde zu Grund gegangen seyn / wann nicht ein jeder Soldat einde sanit. oder zwey Körnlein Saltz unter die Zungen geleget hätte.Hiebey wird gefragt: Erstlich; warum, wie die Erfahrung bezeuge, das Oehl sich nichtso bald und viel langsamer verzehre, wann man ein Saltz-Körnlein darein werffe? Antwort:Weilen das Saltz etwelche anziehende Cörperlein bey sich führet, welche das Oehl in der Lampelänger zuruck halten / und also verursachen / daß es nicht so geschwind sich verzehret: oder aber/wie andere wollen / weilen das Saltz dem Lampen-Liecht etwas schlaimiges und fettsafftiges mit-theilet / und dardurch machet / daß das Oehl nicht so bald verschwinden und verzehrt werden kan: