der in der obern Lufft erzeugten Dinge.dann sonsten last die Bewegung der Lufft / der die Ausdünstung unterworffen ist / diese letztereselten wie es doch die Natur des Metalls erfordert / dick und dichte werden.Zweytens: Daß der Aristoteles den blossen Dampff nicht allein / sondern den aus einemDampff und Aushauchung bestehenden Dunst / worinn doch die Feuchtigkeit des Dampffs dieOberhand hat / für die Materi der Metallen halte: und deßwegen sagt er; die Metallen seyentheils Wasser / theils nicht Wasser: Wasser / so fern sie aus dem Dampf / der waͤsserigen Naturist; nicht Wasser aber / so fern sie aus einer trucknen Aushauchung herkommen und erwachsen:welche Vermischung auch daraus erweißlich ist, daß die Metall, wie wir gemeldet, wegen dertrucknen Ausdünstung sich glüen lassen / und wegen des feuchten Dampffs zerschmeltzen.Drittens: Daß die empfindliche Form des Metalls in der Dicke und Härte bestehe;auch überdiß das Metall noch eine wesentliche Form habe, die mit vielen verborgnen von einemHimmlischen Cörper ihr eingetruckten Kräfften und Tugenden begabt seye.Vierdtens: Daß das Metall von oben besagten zweyen zu einem Stuck zusammen ge-härteten Dünsten eine Schwere bekomme; nicht aber daher / daß es aus einer fetten Feuchtig-keit, oder aus Wasser und Erde unmittelbahr entstanden seye; ohngeachtet in den Ertz= undMetall=Adern Wasser und Erde / als von denen Dämpffe und Dünste ausgehen / gefundenwerden.Fünfftens: Daß unter denen Metallen einige sich schmeltzen / andere aber durch denHammer=Schlag sich ausdähnen und ziehen lassen: welches jedoch nicht also zu verstehen ist,als ob die schmeltzbare Metall nicht auch zieh= oder schlagbar; und diese letztere nicht auchschmeltzbar wären; sondern vielmehr daß etliche sich leichter schmeltzen als schlagen oder ziehen;und andere sich lieber ziehen als schmeltzen lassen. Die schmeltzbare Metalle seynd diejenige / somehr Feuchtigkeit haben, wie das Bley, Zihn rc. die zieh=oder schlagbare Metalle hergegen ha-ben eine Feuchtigkeit / die mit der Trockne gemässiget ist; wie das Gold; welches man zu den al-lerdünnesten Blättlen schlagen kan.Sechstens: Daß etliche Metalle mehr / und andere weniger rein oder sein seyen. Vondenen reinern / wann man sie in das Feuer bringt / gehet und raucht wenig ab; welches daherrühret / daß sie keinen Unflat an sich haben / den das Feuer hinweg zunehmen pfleget; von denenunreinen aber / wann sie in das Feuer kommen / gehet mehrers ab / weilen sie gar viel Unreinig-keit bey sich führen.4. Die würckende Ursach der Metallen ist die Krafft der Gestirne / und ab-sonderlich der Sonnen: Dann weilen die Metalle gemischt seynd, und eine fürtrefflichereNatur haben, als die Elementen, in welchen sie gebildet werden, eine jede Haupt-Ursach aberedler, oder wenigst eben so edel als ihre Würckung seyn solle; so können die Metalle von denElementen, als einer Haupt=Ursach, nicht gewürckt werden; und muß man demnach seine Zu-flucht zu dem Gestirn / und fürnemlich zu der Sonne nehmen; deren Krafft und Einfluß / allerWeltweisen einhelligem Bericht nach / sich auf das allerweiteste erstrecket / und alle Dinge mit-telst eines verwunderlichen Nachtrucks zu dergleichen Würckungen allenthalben durchdringet.Dahero schliesset manErstlich: Daß deren ihre Meinung keinen Grund habe welche darvor halten / alle Me-talle seyen auf einmahl mit der Welt erschaffen worden; dann gleichwie GOtt von Anfangder Welt denen Thieren / Bäumen / und andern Dingen eine Zeugungs- und Vermehrungs-Krafft ertheilet; also hat er auch dergleichen denen Metallen / wie die Erfahrung zu erkennengibt eingepflantzt; also daß sich dieselbe in ihren Muttern vermehren und wachsen; auch zu-weilen in den Wolcken hervor kommen/ und auf die Erde fallen; wie wir oben vermeldet ha-Zum Andern: Daß der Sternqucker Gedancken auch nicht richtig seyen / wann sie einemjeden Metall einen besordern Planeten zueignen; als das Gold der Sonnen; das Silber demMond; das Eisen dem Mars; das Bley dem Saturnus; das Zihn dem Jupiter; das Queck-silber dem Mercurius; das Kupffer der Venus. Dann ob wir schon versichert seyn / daß dieirdische Ding von denen Gestirn ihren Einfluß haben; so ist es doch die blosse Muthmassungohne allen Beweiß / daß ein gewisses Metall einem gewissen Gestirn unterworffen seyn solle.Zum Dritten: Daß die werckzeugige Ursache so wohl der gegrabenen unmetallischenDingen, als auch der Metallen theils die Hitze, und theils die Kälte seye: Dann die Hitze, so eineache verdünnert/ und subtil macht / bringt die feuchte Ausdünstung herfür/ und kocht sie; dieKälte aber / die von Natur alles zusammen treibet / verdicket und härtet dieselbe-Zum
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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353
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