der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Wie aber und auf was Weiß dieses Feur oder Liecht und dessen Materi zugerichtet werdensolle / darüber haben die Gelehrte unterschiedliche Gedancken. Einige wollen behaupten; einOehl / das man aus denen Metallen ziehe / und anzünde / werde immerdar brennen: Andere sa-gen; wann man aus dem Stein Amianthus, oder Federweiß, ein Oehl distillire, so gebe eseine unverbrennliche Materi ab: Etliche halten darvor; weilen das in ein Oehl geworffneSaltz verursache, daß eine Lampe länger brenne, und langsamer auslösche, daß aus dem ge-meinen Saltz ausgezogne Oehl diene zu einem immerwährenden Liecht. Jonstonus verschreibtnachgesetzte Vermischung: 14. Schwefel und calcinirten Allaun 4. Untzen; sublimire dieselbeund heben die Flores auf: von diesen letztern nimme weiter den sechsten Theil, eine halbe UntzBorax, und eine Untz Venedischen Christal; stosse und reibe sie klein, lege sie in eine gläserneSchaale/ und giesse ein viermahl distillirten Wein=Geist darüber: lasse es sodann digeriren,und ziehe den Wein=Geist ab; schütte einen neuen darauf / und wiederhohle solches 2. 3. oder4mahl; biß der Schwefel / wann er auf ein glüendes eisern Blech gethan wird / wie Wachs zer-stiesset / und keinen Rauch von sich giebt. Dieses / sagt er / seye der Zunder oder Feur=Speisehierzu aber bereitet er den Tocht folgender gestalten: er wendet etliche von dem Stein Asbestogemachte Fäden in der Länge eines kleinen Fingers von mittelmässiger Dicke zusammen; tauchtund begräbt sie in den verfertigten Schwefel; und lasset sie auf warmen Sand 24. Stund ko-chen / so daß der Schwefel immerdar Blasen werffe. Ist nun der Tocht also gesotten / so legeter ihn also in eine gläserne Schaale / daß er ein wenig hervorraget: schüttet hernach den praepa-rirten Schwefel daran hin, und setzt die Schaale auf warmen Sand, damit der Schwefelschmeltze / und den Tocht ergreiffe. Dieser / wann er einmahl angezündet ist / solle ohne Unterlaßfortbrennen / man möge ihn hintragen und setzen / wo man wolle. Der P. Cæsius hergegengibt in seiner Mineralogia folgenden Process an Handen: Man fülle einen gläsernen Kolbenmit dem allersubtilesten aus Schwefel oder Pech gezognem Geist, der nicht mehr ausrauchet;und zünde ihn an entweder mit einem Brenn-Spiegel / oder mit Feur oder durch eine starckeBewegung. Diese einmahl angezündte Flamme wird sich nimmermehr auslöschen lassen,theils weilen keine Lufft / die sonsten die Flammen dämpffen und den leeren Kolben ausfüllenwürde in das Glaß kommen kan; und theils weil der durchs Feur verzehrte Zunder, indem ernicht in die Lufft verschwinden kan, wiederum eine neue Nahrung des Feuers wird; nicht an-ders als das Quecksilber, welches, wann man es auf das Feuer setzt, in den Rauch verfliegt, wannes aber in ein kaltes Geschirr auffgefangen wird / sich wieder in Quecksilber verwandelt. Fasteben dergleichen Process oder Manier wird auch von dem Baptista Porta fürgeschrieben.Allein, mit Erlaubnus so fürnehmer Männer, bin ich ganz der widrigen Meinung, diemich auch wahrscheinlicher bedunckt: Dann Erstlich; wer solte glauben / das Oehl brenne undterbrenne doch nicht? da nemlich das Feuer seinen Zunder immerzu verzehret; und das Bren-nen nichts anders ist / als daß die Feur=Speiß in den Rauch verfliegt. Zum Andern; weistman aus der Erfahrung / daß das Feuer nicht so wohl eine Nahrung / als auch eine freye Luffthaben müsse; wie Honoratus Fabri sehr wohl angemerckt: Dann / schreibt er / weil das Feuer Honor.nicht pur und lauter / sondern mit Feuchtigkeit vermischt ist / so pflegt dasselbe / wann es sich ver=Fabri.dünnert / entweder falls es einen Ausgang findet / davon zu fliehen; oder / da ihm alle Flucht be=Tract. 5.nommen wird / seine Theile wegen seines Ruckprellens zu zertrennen / und demnach zu ersticken. l.o. p. 149So weit gedachter Fabri. So kan auch durch Kunst nicht zuwegen gebracht werden / daß dieFlamme zu einem Dampff; und hernach zu einem Oehl werde: dann wann man den im Oehleingetauchten Tacht anzündet, so setzt sich der aus der Flamme weichende Dampff zu einemRuß an; weilen die Flamm das vermischte vollkommlich aufflöset; so daß die zertrennte Theilenicht wieder von neuem in ihren vorigen Stand kommen können. Sonsten stimmet P. Kir-cherus selbsten mit dem überein / was Jonstonus von dem aus Federweiß gemachten Tocht ge-meldet hat; indem er bekennt, daß er sich eines dergleichen Tochts zwey gantzer Jahr lang oh-neAussetzung bedient habe: und ob er wohl unverbrennlich seye, so musse seine Flamme docheine und zwar auch unverbrennliche Nahrung haben: die aber biß dahero noch nicht seye er-funden worden. Weßwegen erdeuter Kircherus selbsten die Bereitung eines ewigen Liechtsfür unmöglich ansiehet: es seye dann / daß man einen Ort zeige / wo die Natur einen von häuf-figem Pech immerdar fliessenden Bronnen eröffnet habe: daselbst könte hieraufhin in behörigerWeite eine metallene Lampe mit einem von Asbest gemachtem Tocht hingestellet / und zu Erhal-tung des Feuers durch bleyerne Röhren aus der Pech-Quelle stetsfort die Materi dorthin ge-leitet werden: und solchergestalten versichert er / werde das einmahl angezündte Feuer nimmer-mehr verlöſchen.Diesemnach so muß man sagen; daß die gefundene Lampen / davon die Geschicht=Schrei-ber so viel erzehlen / vorhero niemahlen gebrannt / sondern sich erst / da sie frische Lufft empfunden /entzün-
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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345
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