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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.recht wider die Tugend;Und abermahl: Nur die Tugend allein verschafft eine beständige Lips. l. 3.und sichere Freude: und obschon ihr etwas entgegen stehet / so würckt doch solches nicht mehrManud.als die Wolcken / welche unten her schweben / und niemahlen das Tages-Liecht vertreiben kön= dist. 5.nen. Das hohe Gemüth eines Helden achtet keine Lügen=Pfeile; wie der Poet recht undwahrhafft sich vernehmen lasset:Conscia mens recti famae mendacia ridet.Ovid. 4.Wen nicht ein beschwert Gewissen plagt /Oder ein bewust Verbrechen nagt;Der kan das / was man von ihm mag dichten /Lachend nur als eine Lug vernichten.Der Himmel erhöhet sich über dieses alles; er last sich mit keinen Wolcken bedecken / noch durchUngewitter erregen, noch von Winds-Brausen beunruhigen, sondern behält eine beständigeHeiter= und Klarheit: Er weißt wohl / daß nach des grossen Alexanders Ausspruch / es etwasKönigliches seye / wann man tapffere Thaten verrichtet / und doch gelästert wird. Dahero Chry- Plutarch.sippus als Schwachmüthig billich zu tadlen ist / daß er / da er gefragt ward: warum er sich dem in Apopht-Regiment nicht unterziehe? zur Antwort gegeben: Darum; weilen ich / wann ich übel regiereden Göttern; und wann ich dem gemeinen Wesen wohl fürstehe, denen Burgern verhast wer-de. Gantz anders hat es Fabius gemacht; welcher lieber gewollt / daß das läppische VolValer.übel von seiner Regierung rede; als daß man ihn rühme / und er doch dabey nichts rechtscha-Max.l.5.senes verrichte. Welcher Meinung auch Kayser Severus gewesen / der sich die Regiments-Sachen sehr eyftig angelegen seyn lassen; hergegen wenig darnach gefraget / was man von Dio Cast.ihme reden möchte.Ipsa equidem virtus pretium sibi, solaque latèClaud. inFortunae ſecura nitet, nec follibus ullisCons. Mant.Erigitur, plausúque petit clarescere vulgi.Die Tugend ist ihr eigner Lohn:Das Glück selbst muß ihr weichen;Ihr Glantz pflegt weit zu reichen /Und trägt allein den Preiß davon:So will sie auch durch eitles lobenDes Poͤvel-Volcks nicht seyn erhoben.Allein / ob sie schon dieses letztere nicht verlangt / und gantz gern mit ihrem innerlichen Werthvergnügt lebet / so wird ihr dasselbe gleichwolen am meisten zugewannt. Eine schöne Tugend /sind des Plutarchi Wort, ist allzeit von ihrer eignen Zierde vergesellschafftet: Ja, wann siegleich getruckt wird / steigt sie doch wie der Palm=Baum nur desto stärcker in die Höhe. DasFeuer verzehret nicht / sondern verschönert vielmehr den von dem Stein Asbesto gemachten Fa-den. Die Edelgesteine werden geschliffen / damit sie gläntzen: Der Sardonicher spielet unterden Bach=Steinen hervor: Der Feur=Stein leuchtet / wann er geschlagen wird. Was mandurch Gunst nicht erlangen kan / das muß man durch Tapfferkeit / Beständigkeit / Langmuthund Gedult trachten zuwegen zu bringen: Dann wer das Unglück erträget / der erträgt her-nach auch das gute Glück / sagt obangeregter Plutarchus. Wer demnach in dem Finstern sitzet /der darff nicht verzagen / als ob er nicht mehr an das Liecht kommen könte. Die Tugend gehetnur desto herrlicher aus dem Schatten hervor: Sie dringet allein durch alle Widerwärtigkeithindurch / und wird von einer empfangnen Wunde nur immer stärcker. Gleichwie das Ge-würtz seinen Geruch weit und breit ausstreuet / wann selbiges zerrieben wird; also ergrössert sichder Tugend Ruhm nur desto kräfftiger / je mehr sie getrucket wird. Phalereus Demetriuspflegte zu sagen; er halte es für das gröste Unglück / wann einem Menschen sein Lebtag keinUnglück begegnet seye. Dahero muß man durch widrige Fälle nicht weichmüthig werden / son-dern denselben vielmehr behertzt entgegen gehen; nach Art der Flüsse / welche nicht stille stehen /sondern ihren angefangenen Lauff beständig fortsetzen.Explo-Un 3