Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
337
Einzelbild herunterladen
 

der in der obern Lufft erzeugten Dinge.wohnet ist. Einem Erzürnten solle man den Degen nicht in die Hände geben / sondern ihmeabnehmen / und aus den Fäusten reissen.Damit aber dein Zorn nicht zu einer Tyranney werde, so straffe also, daß du doch derBarmhertzigkeit ingedenck seyest. Erzörnet man dich / so laß die Züchtigungs=Rache nicht als-balden auf das Verbrechen folgen / damit es nicht das Ansehen gewinne / als ob dein Zorn keineMaaß habe. Einen Richter zieret nichts mehrers / als die Verzögerung: Das Straff=Urthelwann man es verschiebet / kan noch allzeit vollzogen werden; wann dasselbe aber einmahl voll-gen ist, so kan man es nicht mehr zuruck ziehen. Das übereilte Urthel, welches Theodosiusüber die Thessalonicher gefället, hat ihn bewogen, dieses Gesetze ihme selbsten fürzuschreibenWann Wir befehlen jemanden zu straffen; so wollen Wir, daß solches nicht alsbalden ins 1. Cad.Werck gestellt / sondern das Urthel 30. Tag lang auffgeschoben werde. Als Alexander den Theodos.Clytum in der Wuth umgebracht / waren seine Thränen vergeblich / die er nach begangner Thatvergossen. Du solt wie das Naßhorn die Lantze zwischen den Augen tragen, damit der Zorndir allzeit vor Augen schwebe. Höre das Lob Kaysers Ferdinandi II.: Es ist offt geschehen Sozomendaß diejenige / die er aus Leutseeligkeit ihme mit ihme reden lassen wolte / vor seinem Majestäti= " Lamortschen Ansehen verstummet. Des Tartar=Chams Gesandter konte kein Wort sprechen / und-gestunde, daß er vor der Majestät des Kaysers, die an ihme hervor geleuchtet, erstaunet seye.Demnach soll deine Majestät und Ansehen also beschaffen seyn, daß sie zwar erschrecke, abernicht tödte.Ne tange montes.Tast / wer da kan /Die Berge anÆtnae commotas cava ructant ilia flammas,Fomite nutritae quae sine fine furunt.Nunquam praesumas, temerè irritare potentes:Quâ feruent reges, ira perennis erit.Wird in des Ætnæ Bauch die Flamme auffgewecket /So schläget selbige mit hoher Loh hervor:Der Zunder / der sie nährt / bleibt stetshin auffgedecket /Und schicket immerdar ein frisches Feur empor.Gefährlich ists / den Zorn der Grossen zu erregen;Weil sich derselbe läst mit harter Mühe legen.Die II. Frage.Von den Höhlen oder Klüfften / und unterirrdischenGängen.Ir begeben uns von den Bergen herab in die unterirrdische Gänge; da die Frageentstehet / Erstlich: Woher sie uhrsprenglich kommen? Antwort: Dieselbe seyndeben so wohl in dem innersten der Erden / als die Berge ausserhalb durch den Göttli-chen Willen zu nothwendigem Behuff der natürlichen Dinge erschaffen worden.Jedoch eröffnen sich unterweilen neue Höhlen / Löcher und Klüfften / wann innen in der Erde ei-ne Wand zerrissen wird / und einfället; welches dann aus vielerley Ursachen herrühren kan / wieCardanus angemercket: nemlich es geschiehet / wann durch ein Erdbeben der Boden von einan= Card. deder reisset; item / wann die Wasser in den Bergen durch verborgne Adern abfliessen; dahero in subiit. I.etlichen Höhlen Flüsse anzutreffen seyn: und endlich wann die Ausdünstungen sich entzünden /auch mithin die Steine theils verbrennen, theils auszehren, und theils auswerffen.Zum Andern: Ob diese unterirrdische Gänge auch mit ein oder andern Tugend=Kräff=Krebsten versehen seyen? Kircherus antwortet mit Ja / und behauptet / daß sie diese ihre Krafft aus mund.einer der untersten und grösten Höhlen / es möge selbige hernach entweder ein Wasser=oder ein subterr.Feuer= l. 2. c. 20.