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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Drittens: Ob alle Berge in der ersten Welt=Schöpffung erschaffen worden seyen?h antworte mit Nein: Dann gleichwie viel Berge entweder mit der Zeit entweder durchÜberschwemmungen oder durch Erdbeben abgenommen und der Erden gleich geworden; alsoeynd auch aus eben dieser Ursachen ihrer viele von neuem entstanden; und können nicht weni-zer die starcke und ungeheure Sturm=Winde den Sand von allen Orten her zusammen aufse Hauffen wehen / und Berge machen.Vierdtens: Wie hoch die allerhöchste Berge seyen? Antwort: Hiervon last sich nichtsgewisses berichten. Blancanus vermeinet; die Höhe der Berge seye der Tieffe des Meers / die Blanc. 3.sich über ein oder zwey Meilen nicht hinab erstrecke / gleich zu achten. Cadamustus Dicaearchus, p. sph. c.i.wie Plinius bezeugt / als er auf Königlichen Befehl die Berge abgemessen / hat den Berg Pelion nr. 4.in Macedonien als den höchsten befunden der in der geraden abfallenden Lini 1250. Schritt hochgewesen. Johann Hevelius erweiset so aus den alten als neuen Mathematicis, daß auch die Hevel Se-allerhöchste Berge nicht über eine halbe Teutsche / oder zwey Welscher Meilen in gerader Lini lenogr. c.über sich reichten. Deßwegen wann die Geschicht=Schreiber etwas verwunderliches von ho= 1. p. 270.hen Bergen melden / solches nicht von der gerad über sich steigenden Höhe / sondern von demweiten Umschweiff und Weg / dadurch man biß auf ihre Spitze kommen muß / zu verstehen seynFünfftens: Welches die berühmteste Gebürge seyen? Antwort: Nach des de Chales ChalenAnmerckung seynd es fürnemlich die Alpen / so Welschland und Franckreich von einander schei= Geographden: sie werden aber darum Alpen=Gebürg genennt, weilen sie stets mit Schnee bedeckt seynd; prop. 70.leichwie die Ligustische, Cottische, Griechische, Penninische, Summische, Leopontische undSchweitzerische Gebürge / welche letztere das Welschland wie eine Maur in einer halben Run-dung umschliessen / und selbige von Franckreich und Teutschland absondern. Dergleichen gibtes auch in Teutschland / die gegen Osten sich strecken / und durch Schwaben / Illyrien / Ungarnund Macedonien biß zu äusserst in Thracien längst an der Donau hinreichen. Durch eben sol-cherley langes Geburg / welches man sonsten das Pyreneische nennet / wird nicht minder Hispa-nien und Franckreich von einander getrennt. So sind auch die Peruvianische Alpen, die dasSud=America vnn der Magellanischen Meer=Enge an biß zu dem Æquatore oder Gleicher hindurchlauffen / und Peruviana von den andern Provinzien absondern / wohl bekannt; dieselbekönnen nur an einem einigen Ort bewandert und überstiegen werden; und reichen dermassenhoch in die Lufft hinauf / daß sie biß über die Wolcken gehen; man kan daselbst der gemeinenSage nach keinen Athem schöpffen; und seynd sie über diß auch immerhin mit Schnee bedeckt.In dem kleinern Asien gehet der Berg Taurus biß in Indien / ziehet sich durch Persien hindurch /und theilet das gantze Asien in das Nordliche / so innerhalb des Tauri, und in das Westlichewelches ausser demselben lieget. Der Berg Imaus in Scythien strecket sich in Gestalt einesCreutzes bey 1500. Meilen lang biß in Indien. Der Berg Caucasus nahe an dem CaspischenMeer / reicht von dar bey 200. Meilen biß an die schwartze See. In Africa ist der Berg Atlasberühmt der an der Westlichen Meer-Seite anfahet / und biß in Egypten fortgehet: ist auchohngeacht er in den dürren Welt=Strich lieget / allzeit mit Schnee bedeckt. In Europa findensich die Riphæische Gebürge / die von dem Moßcowitischen Meer-Busen sich biß an den Aus-lauff des Flusses Obii erstrecken. Die Norwegische und Lappische Alpen scheiden Schwedenund Norwegen von einander.Unter den Bergen aber ist wegen der Höhe der Berg Olympus der berühmteste; vonwelchem anderswo Bericht geschehen. Zarabella gedenckt noch eines andern; und beschreibtihn also: Ich bin auf die Spitze des in dem Paduanischen Gebiet liegenden Bergs hinauffge-stiegen; und habe daselbst den gantzen Tag über den allerschönsten und heitersten Himmel be-obachtet; unten aber um die Mitte des Bergs zeigten sich Wolcken, vor welchen ich in die un-tere Thäler nicht hinabsehen können: Allein des Abends / da ich wieder von diesem Berg her-abgekommen, befand ich, daß selbigen Tags unten ein starcker Regen gefallen; da es doch-hergegen ob der Spitze des Bergs im geringsten nicht geregnet hatte. Aristoteles legt dem Arist. 1.Caucaso eine so grosse Höhe zu / daß man ihn bey dem Eingang der Moeotischen See schon se-hen könne / und seine Spitze von der untergangnen Sonne biß nach Mitternacht beleuchtet wer-de. Der Griechische Berg Athos solle / wie Plinius schreibt / seinen Schatten biß an die InsulLemnus, so heut zu Tag Stialimene heisset / geworffen haben. Den Berg Kenninus in Chi-na nahe bey der Stadt Kinhoa biß an seine Spitze zubesteigen / muß man zehen gantze Tage zubringen. Auf einer der Canarien=Insuln / Teneriffa genannt / solle der höchste Berg seyn; heistsonsten Elrico de Terrairo: Derselbe wird 60. Meilen weit auf der See gesehen; und kanman so wohl wegen der hefftigen Kälte / als auch des immerwährenden Schnees und Eyses hal-ber nicht auf seine Spitze hinauff kommen. Endlich wissen wohl andere Geschich=Schreiberauch von ein und andern Berg zuerzehlen / daß dieselbe eine Höhe von mehr als neun Mei-