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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
327
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.sam zu brennen scheine; allermassen solches Beben von dem unterirrdischen Feuer verursachtwerde: Derowegen ins gemeinhin die Erdbidem zum öfftern in denjenigen Gegenden sich ein-stellen / unter welchen fürnemlich die grosse Feuer=Behaltnussen stehen. Drittens; Die In-suln werden am meisten von denen Erdbidmen erschüttert; Wie es die Efahrung bezeu-get: dann bekannt ists / daß die Insuln Cypern / Sicilien / Eubaea, Tyrus, Aenaria, Lipara, undandere mehr / offt und viele Erdbebungen ausstehen müssen: und ist daraus nicht unrichtig zuhliessen / daß insonderheit die am Meer gelegene Ort vor andern denselben unterworffen seyen.Dessen Ursach mag seyn Erstlich; weilen das durch die Erden=Ritzen sich eindringende Wasserdenen Dämpffen den Platz zu eng machet, so daß sie indem sie einen mehrern Raum suchen, dieErbe bewegen. Ferner, weilen das Meer-Wasser, welches saltzig ist, und in das innerste derErden hinein schliefft / salpetrische Dünste erwecket / die / wann sie in Bewegung kommen / zugleichauch die Erde erschüttern. Item; weilen indem das Meer an das Uffer anschläget, sehr vielDünste und Geister durch die Ritzen in die Erden eingehen; und dann / weilen aus einer feuch-ten Erden mehr Dünste und Geister / als aus einer durren und unbefeuchten hervor brechen:Wann demnach eine schwammichte Erde mit Meer=Wasser befeuchtet wird / so gibt sie auch vielDämpffe von sich / die die Erde bewegen können.§. 5. Obschon, wie gemeldet, zu allen Jahrs-Zeiten Erdbebungen geschehen, so wer-den doch selbige gemeiniglich im Herbst und Frühling verspühret; und zwar den Früh-ling betreffend darum / daß alsdann um solche Zeit die meiste Dünste sich einfinden / und manaugenscheinlich siehet / wie bey den Wurtzeln der Bäume sehr viel Dämpffe aus der Erden auf-steigen: wann nun selbige entweder von der Kälte / oder von den Wassern gleichsam verstopffetwird / daß die Dünste nicht ausrauchen können / so muß alsdann zu einer solchen mehr / als zueiner andern Zeit ein Erdbeben ausbrechen: und nicht anders verhält es sich auch mit demHerbst. Im Sommer aber seynd die Erdbebungen nicht so gemein wegen der Hitze / wodurchdie Erde eröffnet; und alle unter derselben gesammlete Winde und Dünste ausgezogen werden.So seynd auch die Erdbideme im Winter wenig zu spühren / theils wegen der schwachen Hitze /und theils wegen der Kälte / welche die Schweißlocher der Erden verschliesset; und keinen Wind /viel minder einige Dünste heraus kommen lässet.Nechsideme pflegen auch die Erdbebungen fürnemlich bey stillem Wetter sich zu ergeben:weilen die Ausdünstungen / welche hätte ausbrechen / und in der Lufft Winde erregen sollen /binnen der Erden herum kriechet; wiewohlen nicht minder bißweilen die Erde / wann ein Windwehet / sich beweget: so daher rühret / daß manchmal die Lufft von zweyen widerwärtigen Win-den getrieben wird: da dann / falls die Ausdünstung an einem Ort eine Bewegung gegen deneinen Theil nimmet / sie an einem andern Ort gegen einem andern Theil auch eine Bewegungkrieget; und solcher gestalten bekommt die in der Erden verschlossene Ausdünstung an einemOrt eine Bewegung / mittelst welcher sie aus der Erde heraus bricht / und einen Wind verursacht;an einem andern Ort aber erhält sie eine Bewegung gegen die Erde inwendig hinein, und er-regt dardurch ein Erdbidem. Jedoch seynd die Erdbebungen / so bey stillem Wetter geschehen /gemeiniglich hefftiger und stärcker / weilen alsdann die gantze und völlige Ausdünstung in derErde eingeschlossen verbleibet / und nicht einmahl ein Theil darvon heraus gehet / der einen Winderwecken koͤnte.Im übrigen pflegen die Erdbebungen gemeiner bey Nacht, als bey Tag, und wiederumbey Tag um die Mittags=Zeit gemeiner zu seyn. Das Erstere mag von dem Umherstand derKälte kommen / wodurch die Dunste in die Enge getrieben / und wann sie erwärmt seyn / zerrissenwerden; oder doch daher / daß die Lufft bey Nacht wegen Abwesenheit der Sonne / so die Dünsteaus der Erde ziehet / gewohnlich stiller ist; also daß die unterirrdische Dünste alsdann fürnem-lich in dem Bauch der Erden eine Bewegung erlangen können. Das Andere hergegen ent-stehet daraus / daß entweder die Sonnen=Hitze sodann die gröste Krafft hat / die Dünste zu erre-gen / dünne zu machen / und weiter auszubreiten; oder aber daß alsdann die Lufft stiller und ruhi-er dann zu andern Zeiten des Tages ist. Sonsten geben auch etliche vor, daß die stärckstenErdbidmen bey Auffgang der Sonnen und Anfang der Morgenröthe sich ereignen; weilen umselbige Zeit die Dünste meistentheils in die Bewegung kommen; und hernach / wann sie nichtausbrechen / sondern inwendig herumfahren / Erschütterungen verursachen.Uber diß haben ferner andere angemercket, daß man nicht selten in denen Jahren, wor-inn viel Sonnen=insonderheit aber Monds=Finsternussen seynd / Erdbebungen verspühre; wei-len / indeme die äusserliche Wärme ermangelt / wodurch sonsten die Erde eröffnet werden könte /und indeme dieses Liecht / so doch die gantze Natur gleichsam mit einem Lebens=Geist regiert undbeseelet / sich entziehet; nothwendig folget / daß es in Ermanglung der Wärme mit diesen unterenWelt=Dingen nicht wohl oder richtig stehen / sondern sie in eine Veränderung und Bewegungverfallen muͤſſen.§. 6.