der in der obern Lufft erzeugten Dinge.zummet; weilen GOtt so dann seinen Beystand versaget. Es ist alleinig eine Gabe GOttes, Pindar, inwann die Menschen schöne Tugenden besitzen. Wann derjenige / so die Erde mit einem Drey= 1stum.g begreifft / die Hand nicht darbietet / so werden alle unsere Anschläge vernichtet / sie seyen so li-g und hitzig erdacht als sie wollen. Unsere Geschicklichkeit ist ohne das Göttliche Liecht einelautere Finsternus; und unsere Vernunfft bleibt ohne die Himmlische Strahlen in der tieffstenNacht versencket. Die falsche und unächte Listigkeit ist eine Ungerechtigkeit / und das Vertrauenauf Menschlichen Arm eine pure Schwachheit / wo ihr nicht von GOtt geholffen wird. EiserneFaͤuste / und eine undurchdringliche Brust seynd alsdann nur eine laimerne Tapfferkeit: durcheinen leichten Hauch werden sie übern Hauffen geworffen. Wer alles was er thut ohne GOtthut / der richtet nichts aus: wo GOtt nicht mit seiner Hülffe erscheinet, da gehet es übel her:und obschon ohne denselben uns etwas nach Wunsch gelinget / so schlägt es doch übel aus / weilniemand glücklich seyn kan / der von GOtt abweichet. Er ist die Haupt-Stütze / worauf Him-mel und Erden ruhet; wie solten sie stehen bleiben, wann sie denselben nicht zum Grund=Steinhaben? Ein Stern wird dunckel ohne die Sonne; die Flüsse versiegen ohne das Meer; dasEgypten-Land vertrocknet ohne den Nil; eine Uhr ohne Gewicht stehet still; die Welt ist ohnedas Liecht eine pur=lautere Nacht; die Schiffe seeglen nicht ohne Wind. Und dieses alles istGOtt dem Menschen / welcher ohne denselben nichts ist; dann ob ein Sterblicher gleich allesversuchet, so erhält er doch nichts; weil er ohne den ist, der allein alles ist. Wann der Sud-Wind wehet / so beweget sich das Schiff: Das Hauß Oesterreich / dem bißhero die GöttlicheHülffe in die Seegel geblasen / ist glücklich fortgefahren / und wird auch mit diesem Wind nochweiter seinen Lauff fortsetzen; weilen des Kaysers Ferdinandi I. starckes Vertrauen unter Chri-st Geleit gleichsam zu Seegel gehet. Dieses Vertrauen ist der Compaß / wornach ein Oester-reichischer Printz seine Schiffarth einrichtet.Haerent in sicco.Sie zapplen dortAuf trocknem Ort.Grex haerens sicco tabescit squamea fundoCùm rapidus Vortex aequora sorpta bibitDivinum nostris nisi rebus Numen adesset,Non spes humanis Viribus illa foret.Die Fluthen werden offt von Wirbeln eingesogenDaß alles Schuppen-Volck auf trocknem Boden schmachtDemselben ist dardurch die Lebens-Krafft entzogen,Die ihme sonst vorher diß Element gebracht.Will Hülff und Gnad der HErr von unserm Thun abziehen /So können wir nicht fort, wie sehr wir uns bemühen.Die IV. Frage.Von dem Gethön / Ort / Zeit / Grösse und Währungdes Erdbidems.DAs Gethön und Gebrumm ist ein Vorbott des Erdbebens / und entstehet ausdem hefftigen Streit der unterschiedlichen Dünste: Eben wie es auch bey denenin einer hohlen Wolcken eingeschlossenen Dämpffen zu geschehen pfleget; da sie indemsie einen Außgang suchen / hier und dorten an die Wolcke stossen / und ein Gethön verursachen;welches Gethön sich allzeit ohnausbleiblich bey einem Erdbidem hören lasset: Dann weilen derThon aus der Zusammenstossung der Cörper entstehet / diese letztere aber von dem hefftigen Zu-zuckprellen der innwendig verschlossenen Dünsten oder Winden herrühret; so folget demnach /daß bey dem Erdbeben immerdar ein Gethön sich ereigne; und zwar wie Aristoteles vorgibt / Arist. 2.zu=Met. c.7.Ss.3
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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