Philosophische und Politische BeschreibungFlossen einziehen / weil sie des Clements / darvon sie leben / beraubet seynd. GOtt ist der Anfangaller Menschen / und ihrer Handlungen. Die Macht der Sterblichen zerstreubet in die Lufft /wann sie von GOttes Arm nicht unterhalten wird. Endlich bleibt doch der / dem alles nachWunsch geflossen und gelungen / auf dem trocknen Sand liegen / so balden entweder der Himm-IN SICCOERENlische West-Wind nicht mehr auf ihn zubläset / oder der Höchste seine Hülffs-Hand ab-wendet. Derjenige höret auf zu seyn / bey dem das Wesen aller Wesen nicht mehr seynmag. Wen die Göttliche Macht unterstützet / der stehet nicht aus eignen Kräfften. Umsonst ists / daß wir uns um grosser Herren Gnade erwerben. Dann wo der Allmächtigenicht zugegen ist / da bringt der Beystand des Menschlichen Arms eine gar elende Hülffe. WaffArist. I. 5. GOtt schützet / so verliehrt der Feind seine Stärcke; und für welchen der Himmel streittet / derkan kein Ubel / so groß es ist / zu Boden werffen. „Wer von dem Höchsten beschirmet wird,polit. in„den werden andere Leute wohl unangefochten lassen müssen. Wer aber sich nicht zu GOttOlymp.kehret / dessen Hoffnung bleibt zerstöret: Dann dem kan unmöglich das / was er vornimt / glück-lich ausschlagen / der keine Scheue trägt / sein Vertrauen von dem Himmel abzuwenden. Laßdich ja nicht gelüsten / ohne GOtt Krieg und Streit anzufahen. Der Kayser Heraclius hat inseiner Armée offentlich ausruffen lassen: „Es könne und solle ihme niemand helffen als GOtt„in ihme überwinden, seye die gröste Ehre, und der höchste Ruhm. Er ist aber auch nicht ubelangeloffen: gestalten er den Persianischen König Cosroen durch Feur und Schwerd gedämpf-fet / und sein gantzes Reich mit Blut=Bächen überschwemmet. Wer unter dem Schirm desHöchsten sitzt / und mit Jhme einen Bund gemacht / der ist im Feld des Siegs und zu Hauß allesWohlergehens versichert. Wer in einem offentlichen Amt stehet / der soll sich und das Seinedes Allerhöchsten Sorge und Beschützung alleinig überlassen. Die Himmlische Politic ist die-se / daß niemand keine Hülffe erlanget / er bitte und flehe dann darum. Der Lorbeer=Baum blü-het nicht / wann ihn nicht der Himmel begiesset; und der Oehl-Baum dauret nicht / wann ihmnicht das Wachßthum von oben herab verliehen wird. Wer sich nicht in GOttes Arme leget /der muß unterliegen: der Lauff kan nicht glücklich vollführet werden / den man nicht zu GOttnimmet
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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