Philosophische und Politische BeschreibungErumpet tandem.Bricht endlich ausMit Macht und Grauß!Spiritus inclusus nimis arcto carcere montis,Vi claustris ruptis, quà data porta, fugit.Immenso legum suppressi pondere cives,Invisum turbant excutiuntque jugum.Es laſt der Wind ſich nicht in enge Kluͤffte ſchlieſſen;Derselbe ist an Band und Kercker nicht gewöhnt:Das Wüten ist so starck / daß Berge bersten müssen /Wann seine Ungedult sich nach der Freyheit sehnt.Je schärffer man die Leut will mit Gesetzen binden;Je grösser wird die Lust sich zum Verbrechen finden.Die II. Frage.Wie vielerley Arten das Erdbeben seye; und was esfür Vor=Zeichen habe?§. 1.Ristoteles zehlet zweyerley Arten des Erdbebens: Die eine nennet er τρομεος, dasA Zittern; da nemlich die Dinge, so zittern, bald auf diese, bald auf jene Seite gehobenwerden; die andere heisset er σφυγμός, das Stossen; da die Erde sich gleichsam auf-bäumet / und in die Höhe begibt; weilen der Wind von unten herauff gerad über sich steigenwill / und an den Gewölben der Höhlen und Klüfften anstosset. Es führet aber daher den Nah-men vom Anstossen / weilen es sich etlicher massen mit dem Schlagen der Pulß=Adern bey denThieren vergleichet; indeme nemlich solches Schlagen aus der Tieffe herauff kommt / und diePulß=Ader in die Höhe hebet. Doch ist unter diesen beeden Arten weder das Zittern / weil dieGewalt des Winds getheilt ist / sonderlich schädlich; noch auch das Schlagen gefährlich / indemdie Erde gar wenig über sich gehoben wird / und gleichbalden wieder nieder sitzet; die gröste Ge-fahr aber ereignet sich alsdann / wann das Erdbeben einen Riß öffnet; theils wegen grossen Ge-walts des Windes; und theils deßwegen / daß selbiger sich nur auf eine Seite hinleget / und dieErde also drücket / daß sie fallen und sincken muß.Ermeldte zweyerley Arten des Erdbebens werden nach des Posidonii Meinung von demSenec. l.6.quest. 11. Seneca ein wenig anders angeführt / und dahero noch die dritte Art mit diesen Worten beyge-setzt: „Es seynd zweyerley Arten / wie Possidonius darfür hält / wodurch die Erde bewegt wird:„eine jede hat ihren besondern Nahmen: die eine heisset man eine Erschütterung; wann die Er-„de erschüttert und über=oder unter sich beweget wird: die andere nennen sie eine Abneigung;„wann die Erde wie ein Schiff sich auf die Seite leget: Ich aber achte diejenige sür die dritte„Art, welcher man einen neuen Nahmen geschöpfft hat. Dann unsere Vorfahren haben sel„bige nicht ohne Ursach eine Erzitterung benahmset; die sich darum mit obigen zweyen nicht„vergleichet / weilen die Erde dardurch nicht erschuttert / noch niedergeneigt / sondern hin und„her gehoben wird. Derjenige hergegen / welcher dem grossen Alexander ein Buch von derWelt zu geschrieben / so da einige vom Aristotele gemacht zu seyn vorgeben / erzehlet siebener-ley Arten des Erdbebens / deren aber etliche nur für Zufälligkeiten angenommen werden könen.Die erste ist ἐπικλινιν, welche schlimshin stosset; die andere ζυραστης, so sich auffbäumet;auch einfolglich die Erde zerreist / und über= und unter sich gerad durchbricht. Die dritte Xαλ-ματις, da die Erde sich öffnet / und einen tieffen Abgrund hinterläst. Die vierdte ξήκτινς, diemit Gewalt grosse Risse macht. Die fünffte werde, welche auf einen einigen Stoß alles übernHauffen wirfft. Die sechste παλμαβις, so ein Erzittern verursacht. Die siebende κυκημς,wann
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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