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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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304
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Philosophische und Politische Beschreibungdergleichen Cörper seynd der Vitriol, das Saltz, der Alaun, Pech, Schwefel, Salpeter, und sofort: welchen auch beyzusetzen seynd die Metallen, nemlich Eysen, Ertz, Bley, Silber, Gold zuUber dieses kan ferner geschehen / daß die bey den Bergwercken vorbey fliessende Wasser die Eigen-schafften des Metalls mit Hinterlassung der Substantz in sich ziehen; wiewohlen sie gemeiniglich er-sagte Substantz mit sich fortnehmen; indeme aus solchen Wassern selbsten ein steinichter Theil nichtanders / als aus dem Meer=Wasser / wan man es an die Sonne stellt / ein Saltzkan gezogen werden.§. 3. Die Eigenschafft und Beschaffenheit eines Gesund=Wassers wird abson-derlich an dem Geschmack erkannt: Dann die saure Wasser nehmen ihren Uhrsprung her-von dem Vitriol / die herbe und anziehende vom Alaun / die bittere vom Salpeter / die saltzige vomSaltz, die scharffe vom Kalch, die fette vom Schwefel, die süsse vom Bley und Gold, die mit-telmässigen Geschmacks aber vom Silber und Zihn. Man erkennt sie aber auch weiters ander Farbe: gestalten ein untermischter Alaun=Schwefel= oder Kalch=Stein gibt denen Wasserneine Milchfarb; das Pech hergegen machet sie schwartz / das Ertz Eysenfarbig / und das Eysenbraunroth. Sonsten können neben dem die Alaun= und Pech=Wasser am Geruch / der bey ih-nen sehr starck und stinckend ist / bemercket werden. Man hat in der vorhergehenden Frage ver-meldet auf was Weise die mineralische Wasser zu erforschen seyen: Es soll aber hier auch ange-zeigt werden was P. Kircherus dißfalls für einen Handgriff vorschreibet: Nemlich / man thutKirch.den Saltz eines Metallischen Wassers in den schärffsten Essig oder in ein anderes fressend= undmundbrennendes Naß; als da seynd die Scheid= oder Chymische scharffe Wasser. So man nunsubt. l.5.sect. 2.c.5. hernach das Wasser betrachtet / und ob dem Satz einen gesammleten Eisen=Rost ersiehet / so kanman man sich versichern / daß die Gesund=Wasser Eysen mit sich führen; findet man aber einenKupffer=oder auch Gold=Rost darob / so ist es ein Anzeigen / daß selbiges mit Kupffer oder mitGold vermischt seye: und also verhält sichs ebenmässig mit den übrigen WassernHieraus aber ist zufolgeren / wie zwar auch in der vorigen Frage davon Meldung ge-schehen / daß etliche Wasser seyen / die ersticken machen; als die Gyps=Wasser; weil sie die Adern-Gänge verstopffen: Etliche / so die Geschwär und Wunden trücknen / wie die Alaun=Wasser;weilen sie die Gänge / wodurch die Feuchtigkeit sich nach dem Schaden ziehet / enger machen:Etliche, die erwärmen, wie die Schwefel-Wasser; dann sie halten viel Feuer in sich: Etliche,welche die Sinne und das Haupt schwächen / wie die Pech=Wasser; weil sie durch ihren fettenSafft die Nerven=Gänge verstopffen: Etliche / die zu Stein werden; weil sie viel Erden beysich führen: Etliche aber / so die Verstopffungen des Miltzes / der Leber und der Nieren auflösen;weilen sie gar leicht hindurch lauffen / und die Cörperlein / wodurch die Gänge verstopfft würdenmit sich wegführen. Und solchergestalten schreibt auch Kircherus, daß ein Gold=Wasser dasdas Hertz; ein kupfferig Wasser hergegen die Brust und Lungen stärcke; ein Eisen=Wasser fürdas Miltz und die Melancholey nutzlich seye; ein Bley= und Zihn=Wasser die Leber curire unddie Wassersucht vertreibe; ein Stein=Wesen habendes Wasser aber dem Blasen=Stein ab-helffe; wie diejenige / so an dem Tyber=Fluß wohnen aus der Erfahrung bezeugen könnten: alsdie gewohnt seyen / das trübe Wasser aus gedachtem Fluß zu trincken / und dahero niemahlenvon dem Stein einige Beschwerden hätten; ungeachtet sonsten solches Tyber=Wasser so wohl-die Uffer / als das Holtz / wo es dasselbe anfliesset / zu Stein verwandelt.Dabey entstehet die Frage: Woher denen Gesund=Wasseren die Krafft komme / daß siegeschwind nach der Blasen= und wieder von dem Menschen gehen; auch deßwegen theils derMagen wieder zurecht zu bringen / und theils denen Verstopffungen zu wehren / gantz häuffigund übermässig können getruncken werden? Honoratus Faber antwortet auf diese Frage / undsetzt voraus zum Grund; daß nur allein in denen Nieren eine Filtrierung oder Durchseihungdes Geblüts geschehe; nemlich daß das Blut aus den Saug=Adern zu denen Nieren / und vondannen der waͤsserige Theil durch die Harn=Aederlein in die Blase geleitet / der Blut Theil abermittelst der stetigen Bewegung der Pulß=Adern in die Saug Adern eingeführet werde. DieseBlut=Durchseihung also voraus gesetzt, behauptet er, daß die Cörperlein, so in den Gesund-Wassern befindlich / die Gänge erweitern / und der Feuchtigkeit einen leichten Weg eröffnen;dergestalten daß / wann schon vorhero ein Verstopffung vorhanden gewesen / sie dieselbe vertrei-ben. Sibbaldus erzehlet etwas verwunderliches / so hier nicht unbillich mit einzubringen ist: nem-lich in einer der Orcadischen Insuln / Hoja genannt / seyen drey sehr hohe Berge / die mit ihrerungemeinen Höhe denen Schiffleuten von weitem gleichsam zu einer See-Leuchte dienen, undzeigen / wie sie ihren Lauff einrichten sollen. Auf der Spitze eines dieser dreyen Bergen findelich ein aus dem untersten Grund desselben herauff quellender Bronn / welcher über die massenklar/ und süß/ einfolglich zum Durst=löschen trefflich gut, dabey aber so unglaublich leicht seye/daß / wann jemand von demselben Wasser ein gantzes Faß voll austrincken und in sich schüttenkönte / er doch davon nicht die geringste Beschwerung verspühren würde. Allein / es ist wahr-scheinlich; ermeldtes Wasser mache dem Magen keine Beschwerde nicht so wohl wegen seiner