der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Leichtigkeit / als vielmehr wegen seiner treibenden Krafft / wodurch dasselbe nach der Blase fort-und von dar ferner / damit es denen Trinckenden nicht beschwerlich falle / ausgeführet wird.§. 4. Es gibt auch Bronnen und Wasser ab / so die darein gelegte Dinge aufzerschiedene Weise veränderen; Wovon bey den Historien-Schreibern hin und wieder vieles auffgezeichnet zu finden. In Ißland nicht weit vom Feurspeyenden Berg Hecla trifft maneinen Bronnen an welcher das Gereysig / so man biß auf dessen Grund hinunter trucket / in Ey-sen verkehret. Im Jüdischen Land unten an dem Berg Carmel entspringt ein Bronn / der alleMineralien / so man dahinem wirfft / in Glaß=das Glaß aber wiederum in Sand verwandeltDie abfallende Baum-Blätter in der Provintz Pequin werden zu Schwalben; ingleichem diein den See Haniao geworffne Blätter zu schwartzen Vögeln. In Irrland in der ProvintzUltonia nahe bey der Stadt Armac ist ein See Niach genannt, dessen Wasser eine solche Na-tur hat / daß ein Stock / wann man ihn in den Grund einstecket / an dem Theil / wo er in dem Bo-den hafftet / in Eysen; am mittlern Theil hergegen / so im Wasser stehet / in Stein verwandeltwird; der oberste Theil aber, der aus dem Wasser hervor raget, wie er vor gewesen, höltzernverbleibet. Und dann, damit wir uns nicht alleinig mit fremden und weitentlegnen Dingenbehelffen / so ist bekannt / daß nahe bey der Ungarischen Stadt Scepusium man ein Wasser vonso starcker Krafft antrifft / daß es in kurtzer Zeit das Eisen in Kupffer verwandelt. Ich selbsten,der ich dieses schreibe, habe etlichmahl einige Huss=Eisen, so durch dieses Wasser zum bestenKupffer gemacht worden / in Handen gehabt.Fragt sichs: Ob dahero ein Metall in das andere könne verwandelt werden? Ich ant-worte mit Nein: Dann es gehet hier keine Verwandlung vor, sondern es geschiehet nur ver-mittelst des Vitriols eine Absonderung: und auf solche Weiß ists glaublich, daß in gedachtenScepusischen Wassern das Kupffer von dem Eisen abgesondert werde. Nemlichen / weilenzwischen dem Eisen und Kupffer eine starcke Anziehungs=Krafft sich ergiebet / so pflegen demnachdie Vitriolische Cörperlein, wann sie etwas von Eisen in dem Wasser spühren, sich alsbaldendaran zu hengen / die Lufft=Löcher durchzudringen / das Eisen mit ihrer Schärffe auffzulösen / des-sen Schlaggen abzusondern / und das ubrige zu Kupffer zu machen. Dahero kommts dann,daß das vorige Eisen mit einer etwelchen Haut / oder kupffern Rinde aus denen zusammen ge-sammleten kupffernen Cörperlein überzogen; die eiserne Cörperlein aber inzwischen zu einem ro-gen Feil=Staub auffgelöset werden: Und hat Kircherus durch gemachte Probe befunden /daß eben so viel Eisen=Staub durch das Vitriol=Wasser zuruck geblieben / als schwer vorherodas Stuck Eisen gewogen hat. Ein gleiches Urtheil ist auch von denen andern oben angeführ-ten Veränder- und Verwandlungen zu fällen. Was aber die zu Vögel werdende Baum-Blätter belangt / wann dißfalls je den Historien=Schreibern zu glauben ist / so halte ich davor;daß hier viel an den Eigenschafften des Wassers gelegen sey / welches dardurch eine Dispositionund Tüchtigkeit bekomme / dergleichen Vögelein hervor zu bringen.§. 5. Man findet auch so wohl zu Stein werdende/ als zu Stein machendeWasser. In Schonen ist ein Bronn / in welchem alles / was man darein wirfft / zu Stein wird.Solches hat der Kayser Fridericus persöhnlich sehen und erfahren wollen: deßwegen er seinenHandschuh abgezogen / mit seinem Insiegel besieglen / und so fort in ersagten Bronnen werffenlassen. Wie nun selbiger wieder heraus genommen worden / so hat man wahrgenommen / daßer an der Seite / wo er auf dem Wasser gelegen / steinern gewesen. Eben dergleichen Bronnentrifft man an in dem Königreich Barnagasso nechst bey der Stadt Abbarach; dann alles / wasman dahinein schmeist / bekommt in wenig Stunden eine steinerne Härte. In Böhmen nichtweit von Falckenau fliesset ein Strohm / worinn das Fichten=Holtz in kurtzer Zeit zu Stein wird.Jn Persien liegt ein Berg / an welchem zu unterst etwelche Quellen hervor kommen / deren Was-ser zu einem durchscheinenden und Glaß aͤhnlichen Stein wird. Bey der Stadt Guancavilcain Peruvia entspringt ein warmer Bronn, dessen Wasser alsbalden zu Stein wird, und auchaugenblicklich allen Thieren, so davon trincken, das Leben benimmt; indeme selbiges in ihnenebenfalls sich in Stein verkehret. Bekannt ists / daß in der Scepusischen Graffschafft in Ungarnzerschiedene Bronn=Quellen sich finden, welche, wo sie nur hinrinnen, zu einem leichten Steinoder Tufft werden, und sich auch dermassen vermehren, daß die Lands-Inwohner zu Erbauungder Häuser Zeug und Materi genug daran bey Handen haben; und sich dahero zurühmen pfle-gen / daß sie in Wasser-Häuser wohneten. Nicht weniger ist in Schottland bey einem gewissenOrt / Achigniglium genannt / ein Bächlein anzutreffen / davon D. Sibbaldus folgendes schrei= Sibbald.bet: Dieser Bach verwandelt die Wald-Distel oder Stech-Palmen in einen grünlechten in Pro-Stein / also daß gemeiniglich Formen zum Kugel=giessen daraus gemacht werden: und auch die dromnat.Kupfferschmiede gewöhnt seyn / ihre Formen und Schmeltz-Tiegel / ingleichem die Weiber ihre Hist. Sec.tiae part.1.Spindel=Wirbel zum spinnen darvon zu bereiten.I. I. 6. 0.Möchte
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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305
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