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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
303
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.teihalt gebreche. Was thate Constantinus? Gleichwie die Sonne / so über der Erden auffge-het / allen Sterblichen ihre Liechts=Strahlen reichlich mittheilet; also hat auch Constantinus;der mit der Sonnen Auffgang in dem Königlichen Pallast sich sehen lassen / auf jedermann denGlantz seiner Gütigkeit ausgebreitet; und einem jeden / der zu ihm gekommen / eine Gnade erwie-sen. Was that Carolus V.? da er noch ein Printz war / leerte er in einem Tag seinen Geld-Säckel durch häuffiges Allmosen=geben siebenmal aus; und als es ihm einsmals nicht an Mil-digkeit, sondern an Geld mangelte, liesse er anstatt des Geldes Thränen fallen. Andere Oster-reichische Gütigkeits=Zeichen gehe ich hier vorbey; und will für alle nur zum Muster Ferdinan-dum II. angeführt haben. Dieser Fürst/ der über die massen gutthätig war/ und fast des Ge-bens und Schenckens kein Ende machte / konte doch sein ungemein gütiges Gemüth nicht ersät-tigen: Dahers er auf eine Zeit Schertz-weiß sagte: Es wurde ihme nichts angenehmers bege-gnen / als wann GOtt in seinen Landen eine neue und reiche Gold=Grube eroffnete, damit erimmerdar Gelegenheit haben möchte, denen Leuten, so viel als sie von ihme verlangten, und erselbsten wünschte / geben zu lassen. Und also war er ein Trost der Armen und Dürfftigen:Miseris est ista levamen.Dem armen MannDiß helffen kan.Fundit aquas calidas sua pandens viscera terra;Ut sanent morbos, aegraq membra levent.Quos opibus cumulat, facit & fortuna beatosIn miseros proni munificique sient.Wo warmes Wasser aus der Erden=Adern dringet;Und wo dasselbige mit Heylungs-Kräfften quillt:Da trifft ein Krancker an / was ihm Genesung bringet;Wann das gebrauchte Bad Siechthum und Schmertzen stillt.Beschüttet dich das Glück mit grossem Gut und SchäSo soltu auch darmit die Dürfftige ergötzen.Die VIII. Frage.Von andern gesunden / item mineralischen / auch Stein-werdenden / und dergleichen zerschiedenen Wassern.Jr haben in der vorgehenden Frage / da von den warmen Bädern gehandelt worden /auch bereits einige Anregung von den Gesund=Wassern gethan: Man nennet sieaber dahero Gesund-Wasser, weilen sie eine Artzneyische Krafft in sich haben sollen,und deßwegen von denen Medicis zu Curirung etwelther Kranckheiten pflegen einge-rathen zu werden. Von selbigen wollen wir ein weniges und bloß ein und anderes anführen/das übrige und meiste aber denen Aertzten überlassen / als denen eigentlich zukommet / darvon zuhandlen. Wir behaupten demnach /§.1. Daß es ausser allem Zweifel mineralische und Gesund-Wasser abgebe: Wiedann der Tagus, in Italien der Po, in Asien der Padrosus, in Indien der Oxas, in Africa derNilus, Niger und Zaisus, in America zerschiedene Ströhme; item in Teutschland die Elbe / inLydien der Hermus, in Ungarn der Chrysius unter die Gold=führende Flüsse und Quellen ge-zehlet werden: So hat nicht minder der Fluß Chalcis von dem Ertz / so man nach Uberfluß dar-innen findet; ingleichem der Fluß Argenteus in Languedoc von dem Silber seinen Nahmenüberkommen.§. 2. Das Gesund-Wasser erhält seine Kraffe und Tugend von den untermisch-ten Cörperlein. Es mengen sich aber diese letztere unter das Wasser, wann dasselbe durch ei-ne Ertz=oder andere Fund=Grube lauffet; und also allgemach und unvermerckt den Stein aus-höhlet / das ist / einige Spänlein oder Theile von dem steinigen Cörper mit sich fortführet: und