Philosophische und Politische Beschreibungchen; zuweilen aber auch so schwach / daß sie ihre vorige Krafft gantz verlohren zu haben scheinen.Und ist die Ursach solcher grossen Veränderungen über erst=besagtes auch weiters einem regne-rischen; neblichten / duncklen / ungesunden Wetter / wie nicht minder einer allzugrossen Sommer-Hitze / item / denen Uberschwemmungen und Erdbebungen zu schreibenEs enstehet die Frage; Erstlichen: Warum der / so mit Durst in das Bad gegangen /ob er schon nicht getruncken / dannoch keinen Durst mehr spühre? Antwort: Weilen durch dasWasser / welches durch die Schweiß=Löcher sich eingedrungen / das Verlangen und Begierdenach kalten und feuchten Dingen gestillet wird.Zweytens: Was das Carls=Bad in Böhmen / und die Badische Wasser in Oesterreichfür Beschaffenheit haben; und zu was für Kranckheiten sie nutzlich zu gebrauchen seyen? Ant-wort: Das Carls=Bad führet schwefel=allaunige Wasser; und curiret die Finnen / Kröpffe /Seiten=Weh / Lähme / und dergleichen Gebrechen: Die Badische Wasser aber seynd Schwefel-Salpeter-Allaunig; und dienstlich für kalte Kranckheiten.Drittens: Wie man insgemein die warme Baͤder nach ihren Kräfften und Tugenden erken̄enmöge? Antw. 1. Haben sie ein süsses kühles Wasser / so stärcken sie die Däuung / erkühlen den Leib undverstopffen; seynd jungen und fleischigten Leuten gesund; helffen wieder hitzige und trockneKranckheiten, Bauch-Flüsse, Glieder-Weh, und Podagra; und schaden hergegen kalten undflüssigen Personen. 2. Haben sie süsses warmes Wasser, so erweichen und befeuchten sie denLeib und Glieder; zertheilen die Feuchtigkeiten und führen sie aus; machen schlaffend; reinigendas Fleisch und die Haut; wehren der Verstopffung des Leibs / dem Haupt=Weh / der innerlichenHitze / und den Gebrechen der Lungen. 3. Haben sie mineralisch=saltzige Wasser / so trücknen sieund seynd gut für kalte und feuchte Siechthume: helffen denen Wassersüchtigen; vertreiben dikalte Schmertzen der Nerven; dienen wider den Stein und die Hartung des Miltzes. 4. Füh-ren sie Salpetrische Wasser / so ziehen sie mittelmässig an / und lösen gewaltig auf. 5. Die A-launische Wasser hergegen trücknen trefflich / erwärmen / seynd anziehend / und stärckend / und kön-nen in allen feuchten und kalten Kranckheiten nutzlich gebraucht werden. 6. Die SchwefflicheWasser erwärmen / trücknen hefftig / lösen auf / eröffnen / ziehen an / verzehren und machen dünn2. Die pechige Wasser erwärmen gar starck / und erweichen mächtig. 8. Und dann die gipser-ne Wasser kälten / trucknen / fügen zusammen / stopffen / und nutzen für warme und feuchte Kranck-heiten. Woraus sich der Schluß machen lasset / daß die Würckung der erwärmenden Was-ser fürnemlich in der Verdünnerung / Zerlassung / und Verdauung; der kaltenden in der Aus-füllung und Ausdähnung; der trücknenden in der Anziehung und Verdickung; und der be-feuchtenden in Erweichung und Linderung bestehe.Vierdtens: Wie die Vermischung der Wasser zu erkennen seye? Antwort: Man erforschet selbige entweder dardurch / daß man sie biß auf den dritten Theil einsieden lässet / unddas überbliebene durch ein grobes Tuch filtriret und durchseihet; oder daß man sie aus-rauchen last, oder mit Vorsetzung eines Kühl-Geschirrs distilliret; welchenfalls der zuruck ge-bliebene Satz heraus genommen / getrucknet / und folgender gestalten examiniret wird: Manlegt solchen Satz auf eine glüende eiserne / und überaus schon polirte Platte; führt nun dasWasser Kalch, Marmor und Gipß mit sich, so verbrennen selbige nicht auf der Platte, sondernwann das übrige verbronnen / bleiben sie unversehrt / und gläntzen an der Farbe viel schöner alsvorhero; jedoch mit diesem Unterscheid / daß das vorhandene Gipß alsbalden schnee=weiß wird;der Kalch aber und der Marmor erfordern etwas Zeit, biß sie ihre Weisse zeigen. Findet sichaber ein Schwefel untermischt / so verräth sich selbiger ungesäumt durch seinen starcken Geruch-hergegen das Saltz und der Salpeter funcklen auf der Platte / indem sie gebreüt werden; dochgeschiehet solches bey dem Saltz mit=bey den Salpeter aber ohne Knallen. Sonsten wann einBleyweiß untermengt ist / so nimmt selbiges die allerhöchste rothe Farbe an / und gibt dardurchunwiedersprechlich an Tag / daß ein Bley vorhanden seye; ist aber ein Alaun dabey / so wird selbiger / wann er zerschmoltzen / eine gantz weisse Milch=Farbe hinter sich lassen.Fünfftens: Warum die warme Bader bey Nacht noch wärmer seyen? Antwort: Wei-len die Dampffe von der äusseren kalten Nacht=Lufft bewegt werden / und demnach ihre HitzeCamer.Her. sub. länger behalten. Sonsten ist wunderens würdig / was von etlichen teutschen warmen Bäderneiscent. 2. geschrieben wird / daß nemlich selbige / nachdem ein Zoll darauf gelegt worden / vertrucknet seyen;wie Camerarius berichtet. Dergleichen hat sich auch in andern Landen begeben: Dann sol-c. 69.cherley warme Bronnen / als man einen gewissen Tax auf ihre Ausschöpffung gesetzet / sind ver-schwunden; und da ersagter Zoll nachgehends abgethan worden / wiederum hervor gekomen.Jac. Meyer.Hierauff folgert man aus dem Cornelio Celso; Erstlich: Daß/wann ein Bad allzu sehrin Annal.Flandr. geheitzt ist / und jemand ein kaltes Wasser / oder einen Essig in dem Mund hält / ihme die Hitzegantz leidentlich werde; dafern aber einer / so im Bad sitzet / das Wasser beweget / spühren werde.Corn.Cels. l. 1. daß sich die Hitze vermehre: dann das Wasser, so wärmer ist als der Leib, wird durch etwasnechst-
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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