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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.zu Ohren gebracht, so ergründe mit den Augen, was du mit dem Ohr gehöret hast. Epichar-mus sagt bey dem Cicerone: Der Weißheit Krafft und Nerven bestehen darinnen / daß man Ge. denicht leichtlich glaubet. Die Wahrheit, wann sie erzehlet werden solle, behält selten ihre erste petitioneReinigkeit: dann sie wächst entweder / oder nimmt ab; und verbleibt also selten in einem glei= consulato-chen Gewicht. Man fället ein viel besseres Urtheil von einer Sache / die man selbsten in Augen-schein nimmet; als wann man sich darinn auf anderer Leute Memungen verlast. Torquatushat denjenigen für untüchtig zum Regiment geachtet / der sich fremder Augen bedienet: Dannauch des Königs Purpur weist von keinem Müssiggang; Er ist darzu gebohren / daß / da andreaus dem Fluß Wasser schöpffen / er aus der Quelle selbsten trincke. Andere mögen erzehlen /was hin und wieder geredet wird; er aber solle durch sich selbsten und mit eignen Augen unter-scheiden, was er davon zu glauben habe. Traue und Schaue. Als ein König zu Babylonienden Apollonium Thyanæum fragte: Auf was Weiß er sein Reich glücklich befestigen koͤne? Erhielteer von selbigem diese Antwort: Wann du ihrer Viele Ehre erzeigen / wenigen aber trauen wirst.Wer seine Ohren der Leute Zungen gern eröffnet / der gibt sein Gemüth zum Raub. Die Per-len / welche in dem Grund durch ihre Klarheit sich verrathen / seynd vor den Perlen=Fischern nichtgesichert. Wer leicht Gehör gibt / der wird auch leicht betrogen. Nur derjenige kan sich sicherachten der sich niemanden eröffnet / und vielmehr vor jedermann seine Gedancken verbirget.Ne citò credideris; multùm citò credere laedit,Ovid.Glaub nicht zu leicht und bald; und laß dich nicht betriegen:Wer allzu leichtlich glaubt / wird grossen Schaden kriegen.Doch verlang ich auch nicht / daß du ein Domitianus seyest; deme alles verdächtig ge-wesen / und der gewünschet / daß er auch am Rucken Augen haben möchte: Dann es ist beydes „Senecein Fehler; jedermann und niemanden glauben; und gleichwie es thöricht ist / einem jeden / al=n ep. 3.so ist es im Gegentheil nicht menschlich / niemanden trauen.„ Die Forcht verursacht / daß manein jedes Wort für verdächtig ansiehet. Dahero hat Alcibiades sehr närrisch gesagt: Ichtraue auch meiner Mutter nicht; dan ich besorge sie möchte selbsten anstatt eines weissen einenschwartzen Stein einlegen.„ Wer niemand trauet / der ist auch nicht werth / daß man ihmetraue. Wer niemanden glaubt / der glaubt auch ihme selbsten nicht. Deßwegen erwähle du dieMittel=Strasse: Glaube nicht jedermann / und nicht alsobald; glaube aber auch nicht gar nie-manden / oder niemahlen: sondern traue / und mißtraue. Lasse dich nicht bald überreden; seye aberauch nicht allzu hartglaubig. Höre alles an; doch gehe auf den Grund und zu der Quelle;und schaue / wie die Sache beschaffen ist.Purior ex fonte.Ist klar und hellNur bey der Quell.Sordibus immistis turbantur saepè fluenta;Ex ipso purae fonte bibuntur aquae.Quae spargit rumor, nisi certus credere noli:Est semper veri livida lingua lues.Ein Bach ist öfftermahl von Koth und Sand betrübet;Wann er an Pfützen hin- und wüsten Ufern rinnt:Da seine Quelle doch das schönste Wasser giebet /So zu dem trincken sich gesund und tauglich findt.Glaub jeder Rede nicht, die hin und wieder gehetVon bösen Zungen wird die Wahrheit offt verdrehet.DieOo 2