Sophacl.in Anti-
Philosophische und Politische Beschreibungwelcher / weil er nur am niedrigen klebet / leichtlich das Wasser mit Koth und Wust vermischet.Wer des Pövel Reden Gehör giebet / der wird leicht betrogen: dahero muß man für sein Ge-schwätz gantz dünne und taube Ohren haben: auch nicht einem jeden Schwätzer und Auffste-cher den Zutritt vergönnen. Gehe zu der Quelle selbsten hin; grabe nach der Wurtzel selbsten,PURIOR EX FONTE⑧GARDie Wahrheit ſcheinet viel heller / wo ſie gebohren; als wo ſie von gifftigen Zungen beflecketwird. Alexander Severus hat die Gerechtigkeit und andere Regiments=Sachen durch die ver-ständigste Männer / die er seiner Zeit haben können / verwalten lassen; doch so daß / wann er ihreMeinungen angehöret / er sodann auch selbsten die Sache untersuchet. Derohalben muß manschauen / wem zu trauen seye: Dann gleichwie Treu und Glauben unter guten Freunden dasstärckste Band ist / also ist hergegen nichts schädlichers als die Leichtglaubigkeit. Wolte GOttes wäre die gute Lehre, so der Orientalische Kayser Basilius seinem Printzen Leoni gegeben,allen Gemüthern fest eingepregt: „Gewöhne dich (war seine Ermahnung) als zu etwas noth-„wendiges; daß du alles mit eignen Augen ansehest / und nichts unbetrachtet vorbey lassest;„dann gleichwie das / was du selbsten mit Fleiß verrichtest / viel Nutzen bringet; also ist bey deme /„was du nicht achtest / und dahero verabsaumest / der gröste Schaden zu gewarten. Wie leichtlich kommt ein Zanck-Apffel zum Vorschein, woraus nichts dann Uneinigkeit, ja der Todt selb-sten erfolget / wann man die Ohren dem Argwohn und Mißtrauen eröffnet! Constantinuswürde schwerlich wider den Crispum so greulich gewüttet haben / falls er im Anhören sich här-ter, und gegen das Einblasen eines Weibes standhaffter erwiesen hätte. Ein weiser Mannweist sich zu rechter Zeit in die Zeit zu schicken / und erforschet mit guter Weil den Grund des Ge-schwätzes / so unter dem Volck ausgekommen. Es ist nichts bessers / noch denen Menschen nutz-lichers / als ein kluges Mißtrauen / leicht glauben ist soviel / als leicht nachgeben; welches letztereaber nur denen Weibern zukom̄t: dann ein Mann soll sich nicht von einem jeden Wind bewe-gen lassen. Man sihet sichrer und besser mit eignen / als mit fremden Augen. Wird dir etwas