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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
288
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Hippocr.Aphor.26.1.5.

Card. inHippoerlib. 2. dere Gaquis.text. 24.

Philosophische und Politische BeschreibungDie V. Frage.Welches die gesundeste und beste Wasser seyen?As Wasser / welches duͤnn / hell / ohne Geschmack und Geruch / auch leicht ist /und wann man es trinckt / nicht lang im Leib verbleibt / pflegt man für gutund gesund zu halten. Die Ursach ist; weilen das Wasser / so sich besagter massenverhält / von aller fremden und irrdischen Vermischung / wodurch es nur schlimmer wird / reinund sauber verbleibt. Dergleichen Wasser führet des Cardani Bericht nach der Fluß Eulæus,so aus dem Berg Zeagro durch Susian herfliesset: dann die Persianische Könige bedienten sichdesselben / wann sie zu Feld gezogen. Dahero irren diejenige nicht wenig / die allein aus derKälte von des Wassers Güte urtheilen wollen / gestallten ein Wasser / so über die massen kalt ist /deßwegen nicht für gesund passirt wird / weilen es die Verdauung nicht befördert / vielmehr denMagen schwächet / in denen Gedärmen sich auffhält / und dem Leib beschwerlich fället.Man möchte aber fragen: Wie dann ein leichtes Wasser zu erkennen seye? AntwortAusser dem / daß man selbiges abwägen kan; so läst sich Hippocrates auch mit diesem Lehr-Satz vernehmen: Das Wasser / das bald warm / und bald wieder kalt wird / ist das leichteste.Wiewohlen auch mit dem Athenaeo dieses zubeobachten vorkommt / daß zuweilen die Wassereinander am Gewicht gleich / an der Güte aber ungleich seyn. Dannenhero die Dünnheit undSubtilität das sicherst= und gewisseste Zeichen eines guten Wassers ist; als wobey fast alle Ei-genschafften / die ein Wasser belobt machen können / sich antreffen lassen: dann wegen seinerDünnheit kan die Hitze leichtlich durch dasselbe dringen; und wiederum/ wann das Feuer beiSeit gethan worden (weilen es keine fremde Cörper in sich hält / die eine Hinderung bringen) auchmit geringer Mühe die natürliche Kälte ihren vorigen Platz erhalten: welcher Ursachen halberdergleichen Wasser besser / heller / und mithin gemeiniglich leichter zu seyn pflegen. Daß manaber wissen möge / welches unter zweyen Wassern das subtileste / einfolglich zum trincken das gesundeste seye / so kan solches auf folgende Weiß probiert werden: Man dauche zwey sehr reineund saubere leinen Tücher in zweyerley Wasser; und lege sie hernach an die Sonne; welchesnun zu erst trucken worden / dessen Wasser ist das subtileste / und am wenigsten mit erdigenVermischungen beschweret. Sonsten last man auch das Wasser bey dem Feur ausdämpffen:da dann dasjenige / so nichts am Boden hinter sich lässet / und völlig ausrauchet / für das beste;dasjenige aber für ungesund gehalten wird / so entweder Schleim / oder Salpeter / oder minera-liſche Saltz zurück laſſet.Im übrigen pflegt man zu den vorigen auch noch folgende Kenn=Zeichen eines gutenWassers beyzusetzen: Erstlich / wann eine Quelle gegen Auffgang herfür bricht / und also dieSonne das Wasser mit ihren Strahlen einiger massen auskocht. Zum andern: Wann dasWasser von einem nicht allzu hohen Ort / nemlich von einem Hügel / herab fliesset. Zum Dritten: Wann dasselbe aus einem guten und bequemen Boden entspringet; worinn sich DuffSteine und eine reine obschon dicke Erde findet: dann von dergleichen Boden bekommt dasWasser keine fremde Eigenschafften; wie etwa bey einem salpetrigen / gesaltznenn und andern sol-cherley Boden geschiehet. Die dicke Erde aber ist darumen nutzlich / weilen sie das Wasser / soin engen Aedern eingeschrencket ist / glechsam durchseihet und subtil machet. Endlichen hältman auch dasjenige Wasser für gut / worinn das Gemüß leicht und geschwind gekocht wird.§. 2. Nach starcken Winden seynd die Wasser nicht so gesund zutrincken / alswann es vorhero still Wetter gewesen: alldieweilen durch eine solche hefftige Bewegung /womit die Erde erschüttert wird / auch einige schädliche Ausdämpffungen / oder Sand / Staubund Unstat mit den Wassern vermischet / und diese letztere dahero ungesund gemacht werden.Deßwegen Cardanus wohl geschrieben: Es seye nicht gut noch gesund Wasser zu trincken / wannes vorhero starck gewehet habe: wiewohlen die Wasser auch im Winter von den Uffern undder Bach=Mutter trüb zu werden pflegen.3. Alles Wasser ist um so weniger zu verwerffen / um wie viel mehr und öffteres geschöpffet / und durch die Bewegung gebessert wird; dann ein Wasser / so keine Be-wegung hat / wird faul und sünckend.Woraus sich schliessen lässet; Erstlichen; Daß nur schlechte Wasser schleimig seyen:doch wann in einem Fluß viel Aale anzutreffen / so ists ein Zeichen eines gesunden Wassers.Zum Andern: Daß die stehende Wasser in Weihern und Seen darum nicht gebrauchtwerden mögen / theils weil sie keine Bewegung haben / und theils beständig von denen Sonnen,Strahlen durchtrungen / die dunne Theilen heraus gezogen / und die dickere zurück gelassen wer-