der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Was kan doch gerechters seyn?Als wann eben diese Pein,Die ein Blut=Hund ausgedichtetUnd der Unschüld zugerichtet,Selbst auf seinen Schaͤdel fallt;Und die Boßheit wird bezahlt.Auf solche Weiß hat auch GOtt allezeit die Straffen mit dem gerechtesten Vergeltungs=Maaß Plutarch.ausgemessen. Wie man steigt / also fällt man wieder. Die Hinterlisten / die andern gestellt in Cimon.werden / bestricken denjenigen / der sie ausgesonnen. Es ist billich / daß wer unrecht gethan / auchunrecht leide. Maxentius hat eine Brucke über die Tyber legen lassen / die nicht fest zusammen Euseb. I. 9.gefügt / noch mit Klammern versehen gewesen / damit Constantinus allda seinen Untergang fin= heft. c.s.den / und er durch dessen Fall hergegen auf den Kayserlichen Thron steigen möge: Es ist abergedachter Maxentius auf eben dieser Brucke selbsten in die Tyber gestürtzt; und also durch dasMittel / wodurch er groß zu werden vermeint / zu nichts geworden. Dann was kan man ge-rechters ersinnen? Hat jemand mit dem Schwerdt Schaden gethan? der reiche auch dem „Quineil.Schwerdt den Kopff her. Hat einer schädliches Gifft gemischet? der sausse selbiges selbsten„ Declam.aus. Hat man andern die Augen ausstechen lassen? der werde gleichfalls seiner Augen be= u. §. 4.raubt. Die kürtzeste Gerechtigkeit bestehet in der Rache; da eine Schandthat gleichsam das-Maaß ist zu der Straffe / die darauf gehöret.“ Der Kayser Valerianus hat sich bemühet / mit Euseb. I. 7.Untertrettung des Christlichen Glaubens hoch zu steigen; wie er dann auf den Häuptern der hist. c. 9.Glaubigen herum spatzieret: allein / er ward selbsten von dem Sapore getretten / und muste sichzu seinem Fuß=Schemel machen lassen. Derjenige / so durch den Todt eines andern sich denWeg zu Cron und Zepter bahnen wollen / der hat nicht unbillich von dem Fürsten der Römi-chen Beredsamkeit den Vorwurff anhören müssen: Du bist an dein selbst eigen Schwerdt ge-loffen. Ein weiser Mann nimt ihme ins Gedächtnus / was Seneca sagt:Nunquam pavere destiti, dum excelsus steti:Senec. inFortuna magna non caret formidine.Thyest.Nec ſplendor eminens vacat periculo;Et quicquid altum est, haud tutum diu manet.So lang ich in Gewalt und Herrlichkeit gesessen /Hab ich doch Sorg und Forcht niemahlen hingelegt:Es last ein grosses Glück auch nie der Angst vergessen;Indem Gefahr und Noth sich in den Kronen regt.Ja alles was nur hoch und prachtig anzusehenKan ohne Sturtz nicht lang auf einer Stelle stehen.Elatus recidit.Sein Fall sich zeigt /So bald er steigt.Fontis aquae tenerum salientis in aëra jactaeHâc recidunt, sursùm quàm tenuére, viâ.Praeminet, elatâ paulisper sede superbus:At mox excelso volvitur iste gradu.Ein Bronnen / der zur Lust mit frischen Wassern springet /Wirfft selbe über sich durch einen starcken Druck;Doch fället solches Naß / daß in die Höhe dringet /Ohn allen Auffenthalt stracks wiederum zuruck.Laß einen Stoltzen nur biß an die Wolcken fliegen;Er wird / eh ers vermeint / gestürtzt zu Boden liegen.
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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287
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