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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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Philosophische und Politische Beschreibungzusehen seyn; auch man zu denen mitten in Egypten liegenden Orthen nicht anders / als aufSchiffen kommen kan. Nach dem nun erdeute Uberschwemmung beschaffen ist / darnach hatPlin. I. 3. man ein fruchtbahres / oder ein Fehl=Jahr zugewarten. Plinius berichtet; wann das Wasserzwölff Ehlen hoch steige / so habe Egypten einen Hunger zuförchten; wiewohlen auch dreyzehenEhlen noch keine Wohlfeyle anzeigen; auf vierzehen Ehlen aber erfolge ein fröliches Jahr auffunffzehen eine reiche Erndte / und auf sechszehen ein Uberfluß: So wird auch / wie angezognerSeneca schreibet / der sandige und durstige Boden nicht nur mit Wasser erfrischet / sondern auchmit herbeygeflöstem Erdreich vermehret: dan weilen das Nil=Wasser trüb ist / so last es an truck-nen und durren Orten / was es von Fettigkeit mit sich führet / hinter sich liegen / und gibt dem A-cker=Feld doppelten Nutzen; nemlich daß es dasselbe theils wässert / und theils tunget.Dahero fragt man vierdtens: Was die Ursach dieses Nil=Wachsthums seye? Ant-wor: Auch bey dieser Frage seynd die Meinungen sehr zerschiedentlich; Thales hat darvor ge-halten, daß um selbige Zeit die entgegen wehende Hunds-Täg-Lüfftlen den abfliessenden Nil-Strohm verhindern / und das Meer gegen ihm aufftreiben; wodurch er zurucklauffen / und indie Egyptische ebene Felder austretten musse. Allein / es ist solches darum nicht für glaublich zuachten / weilen die Austrettung des Nils nicht geschiehet / wann er von dem Meer herauff=son-dern wann er von denen Seen, woraus er kommet, herab fliesset. Andere hergegen geben vor,die Uberschwemmung des Nils rühre her von dem Einfluß des Mercurii, gleichwie, die Ebbeund Fluth von dem Mond. Nachdem aber das Wachsthum des Nils den Mercurium nichtwie die Ebb und Fluth des grossen Welt-Meers den Mond, zum Zweck hat; als können wir esmit besserem Grund der unermäßlichen Menge des Regen=Wassers beymessen; welches sich indenen Seen / und obern Gegenden / aus denen es herfliesset / zur gewissen Jahrs=Zeit zusammensammlet / folgends in seinen Rinnsaal fället / und in die niedrige Oerter Egyptens abrinnet, auchnachdem es viel oder wenig geregnet, der Fluß mehr oder weniger auffschwillet, und in die Fel-der austritt. Es geschiehet aber diese Uberschwemmung in Egypten deßwegen zur Sommers-Zeit / weilen vorgemeldte Seen und Bronn=Quellen / wie man es dermahlen aus der Erfahrungwahrgenommen / in derjenigen Welt=Gegend liegen / wo es Winter; und zu gleicher Zeit in Ale-xandrien und in Egypten Sommer ist. Worzu noch kommet / daß auf dem Berg Atlas dieSchnee zerschmelitzen / wann die Sonn von dem Æquator wieder nach dem Krebs=Zeichen zuruck kehret; inmassen nach dem Zeugnus des Leonis Afri offt in einer Nacht auf gedachtemAtlantischen Gebürg ein so grosser Schnee zu fallen pfleget / daß er Häuser und Bäume be-decket.Letzlichen und fünfftens fragt man: Woher es komme / daß auch andere Flüsse sich er-giessen? Antwort: Erstlichen / kan solches von der Zerschmeltzung des Schnees herrühren;wann nemlich auf den Bergen ein ungemeiner grosser Schnee fället / und durch eine schnelleHitze vergehet. Zweytens: Können die grosse und beständige Regen daran Ursache sehrdann da entstehen alsdann schnelle Güsse und Bäche / durch deren Zulauff die Flüsse sich auffschwellen. Drittens: Mag die Ebbe und Fluth des Meers, wann sie in den Fluß eindringt,darzu Anlaß geben. Vierdtens: Können starcke Winde nicht wenig hierzu beytragen; welcheden Lauff und Bewegung des Flusses auffhalten: und wann ein Fluß anfahet langsam zu lauf-fen / so wird er tieffer. Es ist aber die Uberschwemmung sodann am gefährlichsten / wann mehrals eine Ursach obhanden / die selbige befördert.Die übrige Eigenschafften der Flüsse betreffend / ist zu mercken; Erstlichen: Daß vielFlüsse / auf den Bergen / und zwar die gröste auf den grösten Geburgen entspringen; wie dannder Indus auf dem Caucaso in Indien; der Nieper auf dem Riphæischen Gebürg in Sarma-tien; der Araxes auf dem Periarde in Armenien; der Po in Ligurien auf dem Vesulo; die Do-nau auf dem Schwartzwald in Teutschland ihren Uhrsprung haben. Zum Andern: Der mei-sten Flüsse Rinnsaale gehen nach Suden oder nach Norden: nur der einige Ganges solle gegenOsten lauffen; wiewohlen die Wahrheit ein anderes zeiget / indem auch die Donau und der Pogegen Auffgang fliessen. Der Tagus in Portugall / und der Alger in Africa nehmen ihrenLauff nach Westen; ja der Ganges mehr nach Suden als nach Osten. Im ubrigen hat GOttselbsten bereits am dritten Welt=Tag die Rinnsaale verordnet, darinn die Flüsse fortlauffen sol-len, und hat auch ihnen ein Gehäng gegen dem Meer gegeben; dann sonsten wurden sie die Fel-der weit und breit überschwemmen. Zum Dritten: Viel berühmte Flüsse haben mehr als ei-nen Ausgang in das Meer; Der Rhein fällt mit dreyen Ausflüssen in das Teutsche Meer; diedie Donau mit sechse ins schwartze Meer; der Po mit sieben in die Adriatische See; der Indusgleichfalls mit sieben in das grosse Indianische Welt=Meer; die Wolga / von denen TartarnDil genannt / so in einer ungeheuren Wildnuß aus einem grossen See entspringt / mit zwey undsiebentzig in das Caspische Meer; der Silber=Fluß in Brasilien ist an seinem Auslauff viertzigMeilen breit / und stürtzt sich mit solcher schnellen Gewalt in die See, daß die Schiffleute, ehe sieselbigen

schein.