Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
281
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.kyn. Du verlierst dich selbsten / wann du den / welchen du aus Liebe empor gehoben / aus ge-brechlicher Schwachheit wiederum fallen lassest. Hast du jemanden auf die Glücks=Kugel ver-holffen / so erhalte auch ihn daselbsten. Es ist ein Anzeigen eines Schwindel-Hirns, denjeni-gen unterdrücken / den man ehedem hervor gezogen. Obschon das Wasser ein flüssiges Ele-ment ist / so siehet man doch / daß es die Kugel / die es einmahl in seinen Schoß genommen /und über sich geworffen / in solcher Höhe erhält. Du bist gar zu wässerig und wanckelmüthig /waß du den gleich wiederum aus dem Gedaͤchtnus verbannest / der doch noch heute tief in deinemHertzen gestanden. Du machst deine Unbeständigkeit offenbahr / so der durch deine Leichtsin-nigkeit zu Grund gehet / der doch einmahl durch dich fest gestanden. Bist du nicht mächtigenug / denjenigen in der Höhe zu erhalten / wohin du ihn zu bringen die Kräfften gehabt; soists ein Zeichen deiner Schwachheit. Dannenhero thue dieses: Wähle zuvor, ehe du liebstund erhebst; Liebe die Freund / die du probiert hast; probiere sie aber / ehe du liebest. Beden= „ Senec-cke dich vorhero lang, ob du diesen oder jenen zum Freund annehmen wollest; und wann er ep. 3.dir gefällt / so nehme ihn mit treuem Hertzen auf.„ Du must auf zwey Grund=Festen stehen;auf einem einigen Fuß einhergehen / und mit dem andern unbeweglich bleiben. Beginne dei-ne Freundschafft mit Fürsichtigkeit / und setze sie fort mit Beständigkeit. Gleichwie es nicht nu= Pbytag intet / einem jeden die Hand zu reichen; also ists auch nicht tugendlich / dieselbe einem leichtlich zu Symb.entziehen; und man sich seiner Wahl schämen müsse. Die du dir ausersehen / die Liebe; alteerkannte Freunde ändern / und neue annehmen / ist ein schandlicher Scheide=Brieff. Nur dieWeiber seynd veränderlich; und es zeiget ein Mondsüchtiges Gemüth an / wann man sich nachder Zeit verändert / und alsbalden den wiederum hasset / den man vorher geliebet. Freunde „Bias Phi-müssen langsam angenommen; aber die angenommene stetswehrend behalten werden.„ Das los.Gold wird auf dem Probier=Stein geprüfft. Zu Annehmung eines Freunds will eine gerau= Socrat. inme Zeit erforderlich seyn. Siehe dich wohl für / ehe du wählest. Dann wie Zeuxes langsam Nied-mahlete / damit es dauren möchte; also muß ein Freund / der ein solcher ewig verbleiben solle / mach. I. 8.lange Zeit geprüfft werden. Livius sagte: die Feindschafften sollen sterblich, die Freundschaff-ten aber unsterblich seyn; und Lælius vermeinte: die Freundschafften müsten biß an das Le= Lalius ap.bens=Ende dauren. Hierauff soll ein Politicus alle seine Sinne und Gedancken richten; und Geer.des Kaysers Alberti II. von dem Solon abgeborgtes Sprichwort ihme befohlen seyn lassen:Nimm nicht geschwind einen Freund an; hast du aber einen angenommen / so gieb ihn nicht „ Solon. ap.wieder auf. Man muß Freunde nicht unbedachtsam annehmen; allein / die angenommene „Diogauch nicht leichtsinnig verstossen.“Laers.Sustinet elatum.Er hebt ihn hoch /Und hält ihn doch.Fert sublime globum fons se jaculatus in auras,Elatum & dorso sustinet usque suo.Fideles adamare decet constanter amicos:Est semel ascitos deseruisse pudor.Ein Wasser / daß die Kunst pflegt über sich zu treiben /Führt mit sich in die Höh leicht eine Kugel fort;Und hält sie auch / daß sie kan in dem Lufft verbleiben;Gleich wäre selbiger ihr eigen Sitz und Ort.Lieb' stetshin alte Freund / die du hast angenommen:Und lasse sie nicht mehr aus Hertz und Sinnen kommen.NnDie