Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.dern in Indien / dessen Wasser die Liechter anzünde; und dann von einem / den man des JupiterAnmons=Bronnen genennt; welcher bey Auffgang der Sonnen gantz laulecht / um den Mittagkalt Abends warm / und um Mitternacht siedheiß ist; hierauff aber anfahet / die Hitze wieder zuverlieren, und mit der Morgenroͤthe abermahl laulecht zu werden; einfolglichen Wechselsweißdurch eine wunderbahre Veränderung bald die Hitze / bald die Kälte anzunehmen. StwelcheBronnen in Ligurien und in Paphlagonien machen die Leute truncken / wie der Wein. Hergegenist in Arcadien ein Bronn / welcher einen so grossen Eckel vor dem Wein verursachet / daß / werdavon trincket / auch nicht einmahl einen Wein mehr riechen kan. Mit dægleichen Krafft sollauch der Clitorische See in gedachtem Arcadien begabet seyn; als von dme Ovidius folgen= Ovid. I. 15.Metam.des berichtet:Clitorio quicunque ſitim de fonte levaritVina fugit, gaudetque meris abstemius undis.Wer aus Clitoren-Bronn sich hat den Durst vertrieben /Dem ist vor Bacchi Naß ein Eckel hinterblieben;So daß der beste Wein ihn nunmehr stücket anUnd er forthin nichts als nur Wasser trncken kanzu Beolien bey dem Fluß Orchomenos seynd zwey Bronnen / dann der eine / den sie Lethenennen / alles vergessen macht; der andere hergegen die Gedächtnuspringet. So gibt es auchauf der Insul Cen einen Bronnen ab / der die Sinne gantz betäubet: und einen andern in Moh-renland / welcher die Leute in Unsinnigkeit stürtzet. Etliche Bronneneynd tödtlich / wie der Styrin Arcadien; dessen Wasser dermassen gifftig / daß alle Materien / usgenommen der Huss vonvon einem Maul=Esel / oder wie andere vorgeben / von einem Pfed / darvon durchfressen wer-den. In Sicilien sollen zwey Bronnen / Cleon und Gelon genamt / sich finden; deren der eineseinen Nahmen von dem weinen / worzu er die Leute / die von ihm trincken / veranlasset; und derandere vom lachen / so er in denen Menschen verursachet / bekommen. Der Achaische Fluß Sale-nius solle die Liebes=Grillen vertreiben. In der Irrländischen Provintz / Cannochia, ist eineBronnen=Quelle / welche denen davon Trinckenden graue Haa; derjenige aber / so gleich dabeyentspringet / solche wieder schwartz machet. Auf dem Gebürge Signien in der Provintz Honaufindet man in einer Höhle einen See / von dessen angesprengten Wasser die Leuthe kahl werdenund die Haare verlieren. Sodann entstehet auf der Insul Ionica nicht weit von Hispaniolaauf der Spitze eines Bergs eine Quelle, welche, wie man vogibt, die Menschen wieder verjün-gern solle.Fünfftens: Warum etliche Bronnen weniger Waser im Winter geben / als im Som-mer? Antwort: Es ist leicht vermuthlich, daß die Quelle, woraus sie entspringen, im Wintertrüb und kothig werde / und dahero auch ein dickeres Wasser / so mit grosser Mühe durch dieErde fortdringen kan / führe; im Sommer aber / nicht o trüb seye / einfolglichen auch leichterdurch den Sand / und die Erden= und Felsen=Gänge hinlauffen möge. Und von dieser Gattungscheinen gemeiniglich die Wasser in denen nicht sonders nessen / und gegrabnen Schöpff=Bron-nen zu seyn.Sechstens: Warum die Schöpff-Bronnen in Winter wärmer als im Sommer seyen?Antwort: Solches kommt von der Kälte her / so der Erden=Oberfläche befället; wann demnachdie Erde gefrieret / und die warme Ausdünstungen / so von dem unterirrdischen Feuer verursachtwerden nicht auslassen kan; so behält sie selbige in sich beschlossen; und von diesen werd hernachdas Wasser erwärmet.Politische Schluß=Rede.Man soll gute Freunde und Diener zu erhalten trachten.JEr Menschen Gunst verändert sich geschwinder als der Wind. Was Wunder? Sieist auch ein Wind. Offt ist einer um den Abend ein Vatinius worden / der früh Mor-gens noch ein Pilades, oder Ephestion gewesen. Der Menschen Freundschafften seyndgebrechlich; dann sie seynd Bande der Sterblichen; sie sterben in einem Augenblick. Wir sindProthei, und verändern plötzlich unsere Gestalten: den wir gestern erhoben haben / stürtzen wirheute wieder zu Boden. Wer unvermuthet in die Hoͤhe gestiegen / fällt auch unversehens wie-der zu Boden. Verwundere dich nicht. Wie der Mond niemahls einerley Liecht behält; alsogeschiehts leicht / daß dem Freund und Patron / der dich vorhero liebreich angelacht / dir ein stür-miſches