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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
270
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Philosophische und Politische Beschreibungder Sonnen Hitze unterworffen seynd, und wo demnach nicht viel Dämpffe sich erzeigen, ent-pringen. Zum Dritten: Weilen es etliche ungemein grosse Flüsse abgibt; als da ist der FlußMaragnon, von deme man schreibt / daß er bey seinem Auslauff ins Meer 70. Meilen breit seyeItem, von dem Nil=Strohm ist bekannt, daß selbiger sieben oder neun grosse Ausflüsse habe;wiewohlen Wilhelm Tyrius deren nur viere zehlet, die aber so groß seyn sollen, daß sie einemMeer ähnlich seyen. Und also scheinet es / daß fast der gantzen Welt Lufft und Dümpffe zu Her-vorbringung soviel Wassers nicht zureichen wurden.§. 6. Dannenhero nehmen die beständige Brunn=Quellen / und absonderlich diegrossere Flüsse ihren Uhrsprung aus dem Meer her. Diese Meinung gründet sich für-nemlich auf folgende Beweißthume: Erstlich; Weilen es gantz unglaublich zu seyn scheinet,daß, wie im vorigem Jo. angeführt worden, bloß aus den Dämpffen und der Lufft unter derErde soviel Wasser entstehen, oder von denen gefallnen Regen-Güssen herkommen sollte, daßselbiges genugsam seyn könte / so grosse Flüsse und soviel Bronnen und Quellen anzufüllen.Zweytens: Weilen sonsten keine Ursache beyzubringen wäre / warum das Meer von dem steti-gen Zulauff der Flüß nicht austrette; und warum / zum Exempel / soviel Flüsse aus Persien / ausder Tartarey aus Moscovien; und zwar insonderheit der Wolga-Fluß, nach des P. FornariFornarinHydro. Bericht / in 72. Rinnsaalen oder Ausflüssen in das Caspische Meer sich ergiessen; und doch anbesagtem Meer nicht die geringste Zunahm verspühret werde: welches man dann auch an demgraph.Mittelländischen, und an dem grossen Welt=Meer nach Proportion zu beobachten hat. Da-hero folget nothwendig / daß diese grosse Menge Wassers durch unterirrdische Gänge hin undwieder zufliesse / und vermittelst eines stetigen Umlauffs wieder an diejenige Oerter gelange / woman die Flüsse und Bronnen entspringen siehet. Zudeme / so haben auch die bekannte vier Pa-radieß=Flüsse nicht aus den Dämpffen oder von den Regen=Gussen herkommen können; son-dern es seynd dieselbe auf GOttes Befehl augenblicklich entsprungen; und gewißlich so ergibtsich nichts tauglichers / den Uhrsprung der Flüsse zu erklären; als wann man sagt / daß GOtt amdritten Tag in der Erde zerschiedene Gänge und Canäle zubereitet habe, wodurch das Wasseraus dem Meer nach den Quellen der Flüsse hinzulauffet. Welches die Heil. Schrifft ebenmäs-sig nicht undeutlich im 1. Capitel des Predigers mit folgenden Worten zu verstehen gibt: Al-Wasser lauffen ins Meer; noch wird das Meer nicht völler: an den Ort / da sie herfliessen /fliessen sie wieder hin.Gleichwolen aber möchte hierwieder eingewendet werden: Erstlichen: Das Wasserder Bronnen und Flüsse ist süsse; derowegen kommt dasselbe nicht aus dem Meer: dann dasMeer führet lauter saltziges Wasser. Antwort: Das Fluß=Wasser ist darum süß ungeachtetes aus dem Meer herkommt, weilen es durch die Adern der Erden hinrinnet, und also indemes durch vielerley Umschweiffe durchdringen muß / gleichsam gespeyet / und ihme die Bitterkeitbenommen wird. Worzu auch das gewaltige unterirrdische Feuer nicht wenig beyträget; in-massen es durch dasselbige verdünnert, und die untermischte saltzige Geister ausgetrieben wer-den: eben wie das Meer=Wasser, wann man es in einem Brenn=Kolben mit gemässigter Hitzdistilliret, ebenfalls süß zuwerden pfleget. Man dörffte aber Zweytens weiter einstreuen: ausolche Weiß ist nicht ersichtlich / wie das von Natur schwere Wasser aus dem Meer in die höch-ste Berge aus welchen soviel Flüsse entspringen / hinauff steigen könne. Antwort: Die Ursachdieses Auffsteigens kan Erstlich das unterirrdische Feuer seyn / so das Wasser über sich gegendie Oberfläche der Erden ausdämpffen machet; wo es hernach durch die naturliche Kälte sichverdickt, und wieder in die Erde abfaͤllet; wie wir sehen, daß es in den Breü=Kolben geschiehet.Dahero die Wasser=sucher oͤffters auf denen Bronn=Quellen lauter nasse Steine und ein feuch-tes Erdreich antreffen; wie dann auch ferner dieses ein Zeichen einer verborgnen Wasser=Ader-ist, wann man früh morgens einen subtilen Dampff nach des Vitruvii Bericht, aus der Erdeauffsteigen siehet. Und daher mag es wohl komen, daß zur Winters-Zeit die Bronnen-Wassersich überflüssiger hervorthun; weilen nemlich mehrere Geister in der Erden eingeschlossen seyndie das Wasser ausdämpffen machen: und solchemnach nun pflegt es auf den Bergen sehr vielBronnen=Quellen abzugeben / indem unter denselben sich gemeiniglich ein unterirdisches Feuerbefindet. Zweytens / kan die Wasser-Auffsteigung daher rühren / daß das Wasser / wel-ches aus dem Meer in die unterirrdische Canäl einlauffet / von dem grossen Gewalt des fort-treibenden Meers in die Höhe zu steigen, gezwungen wird.Und ist eben hier nicht zubehaupten / daß das untere Wasser von dem obern getruckt wer-de: dañ ich sage dargegen; solches seye alsdann wahr / wann das untere Wasser eben so schwerist als das obere. Dieweilen aber dasselbe aus dem Meer durch unterirrdische Gänge ausge-het; so wird es auch wegen sothaner vielfältigen Bewegung und Beytrettung der unterirrdi-chen Wärme, wovon wir erst zuvor Meldung gethan, verdünnert und leichter gemacht: undist ebenfalls sonsten kein Zweiffel / daß das süsse Wasser nicht leichter / dann das saltzige seye.Drit⸗

Vitruv.l. s. c. I.

Flumina m.dein zu der W