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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Drittens / kan die Wasser=Auffsteigung von der Dürre und Trockenheit der Erden verursachtseyn: indem diese letztere das Wasser wie ein Schwamm in sich ziehet / und an die höchste Oer-ter hinschicket; dergleichen auch an denen Tüchern und an dem Brod wahrzunehmen ist. So-dann seynd auch einige / welche darvor halten / das Wasser werde durch die Krafft der Himmli-schen Cörper in die Höhe gezogen.Endlich und Drittens liesse sich einwenden: Wann die Bronnen und Flüsse ihren Uhr-sprung aus dem Meer haben / so solten sie niemahlen versiegen oder austrocknen; welches dochgar offt geschiehet. Antwort: Dieses letztere befindt sich wohl wahr zu seyn; aber fürnemlichnur bey denen Bronn=Quellen / die aus einer dämpffigen Lufft / und von den Regen=Wassernentstehen: wiewohlen auch die Flüsse / so aus dem Meer herkommen / bißweilen versiegen kön-nen; wann nemlich ihre Gänge und Canäl verstopfft und von einem Erden=Einfall verschüttetwerden: absonderlich kan solches geschehen / so man einen neuen Wald irgend anlegt und Bäu-me ziehlet; weilen dieselbe die Feuchtigkeit der Erden / und das Wasser zu ihrer Nahrung an sichehen: So möchte auch wohl die Entstehung eines neuen unterirrdischen Sees daran Schuldhaben; deme Aristoteles noch eine andere Ursach beyfüget / nemlich; weilen die innere Theile derErden, gleichwie die Cörper der Thiere und Pflantzen, immer älter und truckner werden; ein-folglichen die Bronnen=Quellen nothwendig versiegen müssen: und auf solche Weise hat The-ophrastus angemercket / daß in Arcadien Brunnen und Flüsse ausgetrocknet seyen: auch ist be-kannt / daß wo itzo Griechenland liegt / und bewohnt wird / vor Zeiten lauter Wasser geflossen.Woraus dann ferner abzunehmen; warum öffters da oder dorten Flüsse schnell hervorzubrechen pflegen? Dann wann ein Wald ausgereutet wird, so wird sich das Wasser, welcheseine Ernährerin der Wälder ist / und nach deren Ausreutung müssig stehet / ergiessen und einenFluß machen. Ein solches hat sich mit dem Berg Hæmus begeben / der an Wasser sehr armgewesen: Als aber die von dem Cassandro blocquirte Frantzoͤsische Nation sich dorten mit ih-ren Wohnungen niedergelassen / und die Waldungen niedergehauen; ist darauff eine grosseMenge Wassers / so die Wälder zu ihrer Nahrung vorher in sich gezogen / hervor gebrochen.Politische Schluß=Rede.Das niedrige Herkommen und Geburth soll man mit tapffernThaten erhöhen / und berühmt machen.Ovid. l.I.Flumina magna vides parvis de fontibus orta.remed.Die gröste Flüsse sindDer kleinsten Quellen Kind.Ehe hin zu der Wiege des berühmten Donau=Flusses; du wirst denselben allda leichtdurchwaden können: er vergrössert sich aber in seinem von Westen gegen Osten gerich-tetem Lauff dermassen / daß er mehr dann 60. Ströhme ihme durch ihre Auffnehmunggleichsam zinßbar machet / und mit solcher Vermehrung sich in das schwartze Meer einstürtzet.Wilt du den Uhrsprung deß der Donau nichts nachgebenden Aben=Strohms erforschen / sowirst du befinden / daß bey seiner kleinen Quelle die Kinder zu spielen pflegen; jedoch erwächsederselbe zu einem solchen Riesen=Fluß / daß er grosse Last=Schiffe und Galeen träget / und alleindem grossen Welt=Meer weichet / von welchem er endlich verschlungen wird. Ist demnach desberedtesten Römers Ausspruch die pure Wahrheit, wann er sich vernehmen lässet: Aller Din= Cic. I. 5.ge Anfang ist klein und gering; vermehret sich aber im Fortgang. Die grösten Bäume wach= de fin.sen aus einem kleinen Saamen. Pfleget nicht ein schlechtes und nicht geachtetes Füncklein ei= Horat. I.I.ne grosse Brunst zu erwecken / und immerdar weiter um sich zu greiffen? Wie gering ist offt der ed. 10.Anfang einer Kranckheit? und wie wirfft offt der kleinste Anfall eines Fiebers die Menschen in Senee. ep.das Siech=Bette / und in das Grab? Mir ist nicht unwissend / schreibt Ælianus, daß die blutig-ste Kriege öffters aus einer schlechten und nichtswürdigen Ursach entstanden: dann der Persi= Alian. desche Krieg hat von des Samischen Mæandri gegen die Athemenser tragender Feindschafft; und var. hist.der Peloponnesische über der Megarenser Tabell ihren Anfang genommen. Gleichwie das l.12.63.Böse / also hat auch das Gute manchmahls einen geringen Anfang / im Fortgang aber wird esimmerdar grösser und nimmt mehrers zu. Ein kleines Reißlein wird endlich dem Stammengleich groß / von dem es abgeschnitten worden; so daß es der Erden einen Schatten / und demHimmel einen Lust=Wald gibet / wie Seneca redet. Ein weit ausgebreiteter Stamm=Baum Senec. inwächst von einer geringen Wurtzel auf. Ein niedriges Herkommen ist nicht zu verachten; und Troad.