Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
266
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Philosophische und Politische Beschreibungman vergießt nur deßwegen Blut, weilen man nicht ohne Blutvergiessen siegen kan. DasSchwerd ist gottloß / so unrechtmässig drein schlägt; doch ist auch der nicht zu schelten / welcherdas angethane Unrecht mit dem Schwerd von sich treibt / sofern es auf andere Weiß nicht ge-schehen kan / dann wer solte demjenigen / der sich auf das hohe Meer wagt / und dadurch hinsee-SURGENTIBEgelt / solch sein Vorhaben verargen / wann er keine böse Absicht dabey hat. Es ist so schandlichals gefährlich / wann man aus Frechheit und Muthwillen eine Kriegs=Ungestüm erreget / Wasbsgerent meser und Land mit Schlachten und Scharmützlen beunruhigt / und in dem feindlichen Blut seineLust suchet. Bekannt ists, daß Augustus sich aufs fleissigste vor ungerechten Kriegen gehütet;Palmam haudund dahero die Barbarische Fürsten gezwungen / in des rächenden Martis Tempel eydlich zuSuet.e.zi. versprechen / daß sie in Friede und Ruhe bleiben wollen. Ihrer viel haben nur wegen Ruhm-Justizm.Begierde Krieg angefangen / sagt Cicero: Andere aber aus Herrsch=Begierde; wie SallustiusCic. l.1meldet; allein / sie sollen versichert seyn / daß ein Krieg niemahlen glücklich ausschlagen werde / denSallust. in eine böse oder Ehrsüchtige Ursache ausgehecket.Wann aber hergegen die Ursache des Kriegs rechtmässig ist; so solle man dabey auchJugurth.den Muth nicht sincken lassen. Das Staats-Schiff wird mitten unter den Wellen triumphi-Cic. l.2.ren; und das Kriegs=Spiel nicht unglücklich seyn können / wo die Gerechtigkeit zur Seite sitzet.de leg.Laß gleich seyn / daß die Kriegs=Wogen mit vollem Hauffen einbrechen; laß seyn / daß zuweilenein und anderer Streich mißlinget; so soll doch ein Eisenhafftes Gemüth dardurch nicht zaghafftwerden / vielmehr die Brust mit einem Pantzer verwahren / und tapffer dem Strohm entgegengehen. Eine gute Sache behält doch endlich den Sieg. Des Noe Kasten schwimmet auf denhöchsten Wassern daher: wann schon die Fluthen sich vermehren, die Spitze der Bergen bede-cken / und das gantze menschliche Geschlecht ersäuffen; so bleibt doch selbiger unverletzt; undteit nur immer höher / indem er durch die steigende Wellen hinfähret; Er steigt in die Höh / waßsteigt die See. Uberschwemt der Feind deine Länder mit einer vollen Kriegs-Fluth; seye nurbehertzt; die Gerechtigkeit des Kriegs wird dich nicht fallen lassen. Wann gleich es wegen ver-