Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.einigen Ort zusammen setzen / und allda zu grossen und langwierigen Regen werden / einfolglichein Land gantz unter Wasser stellen. Jedoch bedunckt mich sonsten wahrscheinlich zu seyn / wañdie Fluthen / und Uberschwemmungen allzugroß sich ereignen / daß sie aus den innersten Erden-Höhlen / und von denen Wassern / die sich häuffig und mit Uberfluß in die Bronnen und Flüsseausgiessen / ihren Uhrsprung nehmen. Dannenhero zu Beförderung eines solchen ungemeinenWasser=Ausbruchs die gemeiniglich übergrosse Erregungen des Meers / die ungeheure Winde /und schröckliche Ungestüme sehr viel Hülffe zuthun; ja fast allzeit vorherzugehen pflegen: dannindem sie die Meer=Wasser mit einem überhefftigen Gewalt in die unterirdische Gänge fort-treiben / und solche damit überfüllen; so müssen letztlich die eingetrungne Wasser durch verborg-ne Quellen wieder ausbrechen, und die Uberschwemmungen der Flüsse verursachen.Wird gefragt: Was man für Wahrzeichen bevorstehender Sündfluthen und Wasser-Austrettungen habe? Antwort: Das erste Zeichen ist die ungewohnliche Austrücknung undAusdorrung der feuchten Cörper: dann daraus ist abzunehmen / daß die feuchte Dünste übersich gestiegen seyen / und auch ohnauffhörlich über sich steigen / biß sie / wann die Wärme darausreichet / sich verdicken / und sofort zu Regen werden. Das andere ist; wann auch über diß dieBronnen und Flüsse versiegen und sich verlieren; oder wann das Meer entweder zum Theiloder durchaus mercklich abnimmt: dann Aristoteles berichtet; daß aus grossen Sundfluthenneue Meer entstehen; die Meere aber austrucknen / wann neue Sündfluthen ausbrechen. Dasdritte ist; wann man im Sommer viel und grosse Feur-Zeichen, nemlich Cometen, und derglei-chen am Himmel beobachtet: dahero / als mit Ausgang des 1680sten und Anfang des 1681stenJahrs biß auf den 5ten Februarii ein übergrosser Comet erschienen; so ist darauf in Anno 1682.im Jenner in zerschiedenen Europäischen Ländern eine unbeschreibliche Wasser=Noth und Uber-schwemmung erfolgt. Das vierdte ist; wann vom Himmel oder aus der Erden ungewohn-liche Stimmen und Gemürmel / wie ein Ochsen=Brüllen / sich hören lassen; woraus geurtheiltwird / daß die Dämpffe sehr hauffig in die Lufft auffsteigen. Das fünffte ist; wann neue un-gewöhnliche Thier, die sonsten in den Wäldern, unter der Erden und in denen Wassern sichverborgen halten / hauffenweiß hervorkommen und ihre Nahrung suchen. Endlichen pflegenauch die Ungewittere / Sturm=Winde und Ungestüme des Meers der bald nachfolgenden Sünd-fluthen und Uberschwemmungen Vor-Zeichen zu seyn: dann durch dererley hefftigen Bewe-gungen geschichts / daß die unterirrdische Wasser=Behälter also mit Wassern überfüllet werden /daß diese letztere hernach aus dem Bauch der Erden herausbrechen / und die auffgeschwällteFlüsse zum gustretten veranlassen.Und diß ist es / was wir von dem Meer zu vermelden gehabt; dabey dann meistentheilsgantz sicher und wohl gethan seyn wird / so man sich auf die verborgne Ursachen der Naturenfürnemlich beziehet / und die allgemeine Unwissenheit der Weltweisen offenhertzig bekennet / auchmit dem Salomo in seinem Prediger ausruffet: Groß und verborgen seynd die Wercke desHErren!Politische Schluß=Rede.Bey einem rechtmässigen Krieg muß man den Muth nichtsincken lassen.Leichwie das Spiel / also ist auch die Ursach des Kriegs offt zweiffelhafft und ungewiß;benebenst aber schön gefärbt. Die Ehrsucht mischt sich subtiler Weiß unter die Kriegs-Rechten, bepurpert dieselbe, und überstreicht sie mit der Farbe der Ehrbarkeit. Es ist einverhastes und schandliches Ding / alleinig aus Regiersucht nach dem Regiment streben; und dieKriegs=Begierde, so nur die Liebe des Kriegs zum Grund allein hat, ist etwas wildes und bar-barisches. Man solle bloß darum den Stahl wetzen, und auf dem Kampff-Platz der Kriegs-Göttin Bellonæ erscheinen / damit die Gerechtigkeit / auch Treu und Glauben fortgepflantzetwerde. Dann wir begeben uns nicht alleinig wegen des Schiff=fahrens auf das wilde Meer;sondern daß wir an das Land kommen, und unsre Waaren in fremde Häfen bringen mögen.Was soll diß für eine Ehre seyn / wann man sich in fremdem Blut ergötzet / und mit Menschen-Purpur sein Schwerd färbet? Solches ist ein Viehisches Beginnen; und gilt soviel / als nachArt der Elephanten aus Anschauung des Bluts ein Kriegerisches Hertz annehmen wollen. DieRache und Tollheit gibt auch eine verwerffliche Ursach zum Krieg. Ein Politicus fliehetnichts mehrers / als sich in einen Krieg um keiner oder um ungerechter Ursache willen zu ver-wicklen. Nur der Fried allein ist der Zweck und End=Ursache des Kriegs. Man führt den De-gen nicht / einen andern Staat dardurch zu beleidigen; sondern seinen eignen zu beschützen; und