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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische Beschreibungkommen könten: So habe er auch von Fischern sich erzehlen lassen; daß manchmahlen misamt den Corallen=Stauden, Muschlen, Ziegel, Steine, Gebeine, Bretter, Eisen und dergleichen,auf denen Corallen hervor gewachsen; ja einsmahls ein Meer-Schwein / aus dessen hartemFell eine Corallen=Pflantze gewachsen / aufgefischet / und aus dem Wasser gezogen worden seyenFünfftens: Gleichwie in denen grossen und dicken Wäldern wilde Thiere / als Menschen ge-staltet / nemlich Fauni, Satyri, Centauri und dergleichen Ungeheuer angetroffen werden; also hatdas grosse Welt=Meer auch Thiere / die denen auf der Erden gleich sehen / als da seynd Trito-nes, Nereides, Meer=Maͤnner und Weiblen; worvon man bey dem Schotto nachschlagen kanSchott.Phys. cur. Doch sollen dererley Ungeheur meistens in dem Indischen Meer bey denen Philippinischen In-sulen / und zwar nur zu gewissen Jahrs=Zeiten / zum Vorschein kommen. Sechstens: Wun-l.3. & 4.derwürdig ists / was P. Fournier von einigen an denen Norwegischen Meer=Uffern wachsendenFnurn.Schwämmen erzehlet; nemlich daß selbige mit natürlichen Wurtzeln an den daselbstigen FelsenGeogr.und Klippen angewachsen; und dem Schein nach mit einem Fühlungs=Sinn begavet seyenOrb. not.dann wann sie mercken / daß man sie abreissen will / so ziehen sie sich zusammen / und lassen sil.2. c.5.mit harter Mühe wegnehmen; so daß / wann sie würcklich abgerissen seynd / man an denen Felsen ein Gleichnus eines Blut=Fleckens beobachtet.§. 2. GOtt hat um vieler Ursachen willen verordnet / daß das Meer beständigsich bewege: Dann Erstlich / verhindert diese Bewegung die Fäulung; weilen die Fäulunaus der äusserlichen Wärme entstehet; von der stetigen Enderung aber der Lufft durch die Be-wegung abgewendet wird; welches dann diejenige aus der Erfahrung inne werden die gegender Sonne fortgehen; indem sie sich nicht so sehr erhitzen / als diejenige / welche stille stehen / undauf dendie Sonne auf sich scheinen lassen: ausgenommen wann sie so hefftig forteilten / daß die Bewe-gung der Glieder allzustreng wäre / und also mehr zum erhitzen (dann die Hitze wird durch dieBewegung verursacht) als die Enderung der frischen Lufft / womit der Cörper umgeben ist / zumabkühlen Anlaß reichete. Zum Andern: Diese Bewegung dienet denen Wassern zur Reini-gung: Dann in denen Wassern / wie Seneca versichert / welche lauffen oder rinnen / kan nichtsSenee. l.3.unreines verbleiben; weilen es durch ihren starcken Lauff fortgeflösset / und weggetragen wird.Natur.Dahero auch das Meer die todten Cörper / und andere Dinge aus der Tieffe hervor treibet.und reiniget sich dasselbe nicht nur solchergestalten / wann es durch Ungestümm geregt und trübist / sondern auch wann es ganz stille stehet: damit nemlich das helle Element / worein durch derWasser Zulauf aller Unflat mit eingeflösset wird / nicht allzu unrein und ansauber werden mögPlinius meldet: daß alle Meere sich im Vollmond zu reinigen pflegen; etliche auch an gewisserNn. lib.Tägen: wie dann alle Meer zu jeden Zeiten des Jahrs die oben auffschwimmende und andere2. c. 28.Dinge an das Uffer auswerffen / dahero einige auf die Meinung gerathen; das Meer seye einThier: dann gleichwie die Thiere den Athem an sich ziehen und von sich stossen / mithin viel rau-hige Dämpffe austreiben; also seye ebenfalls das Meer beschaffen / welches immerdar in sichund wieder von sich auslauffe; und viel faule Materien und stinckende Dämpffe auswerffe.Zum Dritten: Hierzu kommt auch noch eine andere Ursach dieser Bewegung; nemlich daGOtt viel Dinge / die in der Tieffe des Meers verborgen liegen / dem Menschen aber nutzlizu gebrauchen seynd / durch den Ab= und Zulauff des Meers gleichsam freywillig entdecket: wiesolches in dem Sund an dem Agtstein / Muschlen und Perlen zusehen. Zum Vierdten: DieEbb und Fluth ist auch der Schiffarth sehr bequem und vortheilig; indem man bey der Flutlmit den Schiffen in die Häffen einzulauffen, und bey der Ebbe, von dar wieder in die See zu, Ich einen re-gehen pfleget.§. 3. Die allgemeine oder Noachische Sündfluth hat natürlicher Weiß nichtgeschehen können. Die Ursach dessen ist; daß weder im Meer noch in der Lufft soviel Wasserhwie das Spi-vorhanden / womit die höchste Berge hätten mogen überdecket werden. So wolte es sich auchnicht schicken / daß GOtt / als Uhrheber der Natur / die natürliche Ursachen also einrichtete / daßdieselbe solten tüchtig seyn, das Welt=Gebäu und die gantze Erde, die dem Menschen zur Be-wohnung bestimmet war, von sich selbsten umzukehren, und einsmahls zu überschwemmen;Dannenhero der Höchste / der auf die Langwierigkeit und Daurung der Welt gesehen / selbigemit widerwärtigen Dingen / das ist / mit Hitze und Kälte / mit Trückne und Feuchtigkeit / dergestal-ten gemässiget / daß ein jedes seines Gegentheils Gewalt hemmen und auffhalten könte.Ist hiebey die Frage: Wohin diese grosse Wasser=Menge / die zur Zeit der Sündfluth15. Ellen hoch über die Spitze der höchsten Berge gereichet / eigentlich hingekommen seye? Antwort: Es ist glaublich / daß sie sich theils in die unterirrdische Höhlen verloffen / und theils durchGöttliche kräfftige Würckung in die Lufft ausgedünstet.§. 4. Die besondere Sündfluthen / die nur ein Ort / oder ein Land betreffen / kön-uen sich natürlicher Weise zutragen; und zwar darum, weilen die Dämpffe, die von denWinden und andern Ursachen in zerschiedene Gegenden solten zerstreuet werden / sich an einemeinigen