der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Haustibus immensis sorbet balaena profundum;Inque Thetin revomit coerula pota suam.Subjectos mulget, rerum qui tractat habenas;Sed penset largâ, quae tribuere, manuDer Wallfisch saufft mit Lust in sich die Wasserwogen;Die Meeres-Wellen seynd für ihme nur ein Schluck:Doch bleibet nicht bey ihm / was er da eingesogen;Und das Gesoffne speyt er wiederum zuruck.Muß dir dein Unterthan von seiner Wolle geben;So soll er unter dir auch können ruhig leben.Die VII. Frage.Es wird noch auf ein und andere Fragen / den Ab= undZulauff des Meers betreffend / geantwortet.ZRagt sichs Erstlichen: Wie und auf was Weise dieser Ab- und Zulauff des Meers,) oder die Ebbe und Fluth geschehe? Wann man den §. 5. in der vorhergehenden Fragefür wahr und richtig annimmt, so wird darauff die Antwort diese seyn: Der Mondgehet auf, und fahet an, mit seinem Lauff mittelst solcher seiner verborgnen, und gleich-sam magnetischen Eigenschafft die Geister des Meers zu bewegen; welche dann das Wasser mitsich in die Höhe führen / also daß selbige grosse Wasser-Bulge / wann der Mond gegen unseremMittags=Circul anrucket / auch herbey lauffet / und sich in einem Creyß aus einander breitet; aufArt und Weiß / wie wir sehen / wann ein Stein mitten in einen See geworffen wird / daß in demWasser lauter Kreyse sich erzeigen: dann eben so sagen wir/ werde ebenfalls das Meer nach demUfer zugetrieben. Gehet aber der Mond zuruck, so fällt ersagte grosse Wasser-Bulge auch wie-derum; und alsdan laufft das Meer unserer Meinung nach wieder ab, und vom Uffer hinweg.Dieses erhellet daraus / daß wir im Meer oder in einem Fluß wahrnehmen / wie die Fluth sichauffbäumet und beweget; nicht darum weil das Wasser fließt / sondern weil ein Theil nach demandern sich in die Höhe hebt / und wieder niederlasset; mithin wann der eine Theil fället / der an-dere allgemach hergegen herauff kommt. Was nun in einer Fluth oder Wasser-Bulge geschie-het; das kan auch wohl von dem grossen Ab= und Zulauff des Meers gesagt werden.Und hindert gar nichts, wann man schon einwenden wolte; daß doch der Mond dieGeister der Ströhm=Wasser nicht auf gleiche Weise errege und bewege. Dann der Mondhat mit den andern Wassern keine solche Sympathi, wie mit dem Meer-Wasser. Und gleich-wie der Magnet nicht ein jedes Ding / sondern nur das Eisen oder einen andern Magneten be-weget; also bekommen auch die Ströhm und See-Wasser, weil sie hierzu die behörige Tüchtig-keit nicht haben von dem Mond keine Bewegung: gestalten in denen Seen / Sumpffen undFlüssen keine schwefflichte und salpetrische Geister, noch einige Dicke, oder Vermengung odernatürliche Fähigkeit / die sich von den Einflüssen des Monds erregen lasset / obhanden seynd.Zum Andern: Wie der Mond in unserem halben Welt-Theil das Ab- und Zunehmendes Meers verursachen künne, ob er schon auf dem gegen über stehenden Horizont sich befin-det? Antwort: Es ist bereits in der vorgehenden Frage gezeigt worden, daß der Mond mitseiner magnetischen Krafft die Erd-Kugel mit leichter Mühe durchdringe; welches annoch mitetlichen Exemplen kan bekräfftiget werden: Erstlich / gleichwie der Magnet seine anziehende odertreibende Eigenschafft fast durch jede Cörper hindurchführet; also gibt der Erd=Klump nachProportion den Einflüssen des Meers auch den Durchgang / daß die gerad gegen über befindli-che Meer=Theile zugleich erreget werden. Zweytens; wir beobachten / daß die Sonne / wannsie unter unserem Horizont stehet / die Erde geradhin durchdringe; und / nachdem sie gegen uberan den andern Mittags=Circul gekommen / in unsere Hahnen wurcke und einfliesse. Drittens;Man siehet ebenfalls / daß alle Art des Hopffens die Blätter nach der unter dem Horizont ver-borgnen Sonne kehren; und daß es mit der Sonnen-Blumen fast eben diese Bewandtnushabe / als die zur Nacht=Zeit dahero für eine Zeig=Uhr dienen kan: wie dann auch von dem Lotos-Baum in Egypten / der im Wasser wächst / Theophrastus schreibet; daß selbiger der Sonnen Theopl.nachfolge / wann sie ober dem Horizont stehe; sobald sie aber untergehe / er ebenmässig sich un= de hist.Kk 2ter plant.e.10.
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Seite
259
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten