Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
257
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der in der obern Lufft erzeugten DingePolitische Schluß=Rede.Ein Politicus soll das / was er von denen Unterthanen ziehet /wiederum zu ihrem Besten verwenden.N. 53TRATJEr in offnen Aemtern sitzet / der lebt nicht ihme allein. Elend ist derjenige / der nur zu sei-nem eignen Nutzen gebohren zu seyn meinet. Man achtet den arm und gering / dernur bloß in seinem eignen Hause leuchtet. Die Gestirne beherrschen das Firmament /damit die untere Welt ihrer Einflüsse geniesse. Ein Politicus stehet in der Höhe / damit er aufdie Unterthanen acht habe. Er lebt von den Unterthanen; die Unterthanen von ihme. Man sagtnicht unbillich von dem Mond=Creyß: er gebe wieder zuruck/ was er an sich gezogen. Danndie Meer=Wasser / so er an sich ziehet / gibt er wieder von sich / damit die See durch immerwäh-renden Zu= und Ablauff beweget werde. So siehet man auch / wie die Wallfische zwar mit wei-tem Rachen die Wasser in sich sauffen, selbige jedoch nicht bey sich behalten, sondern wiederumdahin / daraus sie solche eingeschluckt / ausspeyen. Was soll ein Politicus auch anders thun?Man höre des Plutarchi Wort: Die Staats=Bediente seynd zur Sorge und Wolfarth der Plut. deMenschen verordnet / damit sie die Guter / die ihnen GOtt zugeworffen / theils austheilen, theils doctr.behalten mögen. Sie geniessen von den Unterthanen / als von Schaafen / der Wolle / wormit sie princ.ich bedecken können: hergegen sollen sie selbige auch schirmen und beschützen; und sie nicht vol-lig der Milch berauben / vielmehr hinwiederum ernähren und ihnen forthelffen. Meines Er-achtens / könte einer / der über Land und Leute gesetzt ist / nicht unfüglich mit dem menschlichenHertzen verglichen werden: dann gleichwie das Hertz der Herr und Fürst ist aller Glieder; alsoist auch ein Printz das Hertz der Unterthanen. Es ziehet aber dasselbe aus den Gliedern undAdern die Blut=Ströhme dergestalten an sich / daß es doch zugleich ein Bronn=Quell und Meerperblei⸗