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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
256
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Philosophische und Politische Beschreibung§. 4. Der Mond verursacht den Zulauff und Anwachs des Meers mittelst ei-ner verborgnen Eigenschafft und Einflusses / dessen Fortsetzung von der Dicke der Erdennicht verhindert wird. Dann Erstlichen / würcket der Mond durch seine verborgne Krafft undEigenschafft; erreget die Feuchtigkeiten in den Cörpern der Thiere; und hat seine Einflusse inMondsuͤchtige Personen: dahero wird er auch auf gleiche Weiß in die schwefflische und salpe-trische Geister des Meers / als die gleichsam in der Absicht auf den Mond / des Meers Feuchtig-keiten seynd / würcken / und sie erregen / mithin einen solchen Ab= und Zufluß verursachen. Zwey-tens, ist der Fortsetzung dieser verborgnen Einflüssen die Dicke der Erde darum nicht verhinder-lich, weilen selbige, wann der Mond im Punct der Mitternacht stehet, nach dem Meer fortdrin-gen; ungeachtet die gantze Dicke der Erde darzwischen lieget. Daß aber die Fortsetzung einund anderer Einflüsse und Eigenschaffeen von der Dicke irgend eines Cörpers nicht gehindertwerde, erweisen wir dardurch; daß die Podagrische Leute, und viel andere Krancke die Wür-ckungen der Monds=Brüche / wann auch gleich derselbe unter dem Horizont sich befindt / ver-spühren: Dann gleichwie es etliche Cörper abgibt, die sehr dick und dichte seyn, und doch dasLiecht durch sich gehen lassen wie der Christall; (welche Cörper man durchsichtig heisset;) hergegen andere dem Liecht keinen Durchgang verstatten / die man deßwegen dunckle Cörper nen-net; als da sind die Steine die Erde und so fort: Also kan es ebenfalls Cörper abgeben dieob sie schon kein Liecht durchlassen und demnach dunckle Cörper seynd, doch denen Einflüssenoffen stehen / und in Ansehung derselben nach Proportion durchsichtig genennt werden können.Worvon aber in der nechstfolgenden Frage ein mehrers.§. 5. Der Mond verursacht mit seiner heimlichen Eigenschafft und Einsinßkeines wegs die Ebbe und Fluth durch Verdünnung und Verdickung des Meer-Wassersondern vielmehr durch Erregung der Wasser-Geister; so daß / wann sie erregt sind / daMeer nach dem Uffer an=wann sie sich aber wieder legen davon ablauffet. Die Ursach derErsten ist; weilen / da der Mond die Ebb und Fluth also verursachte / das Wasser warm würde;welches aber die Sonne viel eher, dann der Mond zuwegen brächte; und einfolglich ersagtEbbe und Fluth alleinig von der Sonne verursacht wäre. Darnach würde sonder Zweiffedergleichen Verdünnerung gespührt / und an den Schiffen gesehen werden / welche / wann dasWasser durch den Anlauff verdünnert wäre / tieffer; und wann es durch den Ablauff wider ver-dickt worden / so dann höher giengen: so man jedoch nirgend beobachtet. Zude muste darausweiter folgen / das Wasser seye nicht so schwer / wann das Meer anlauffe / indeme es verdünnertals wann selbiges abfliesse, da es verdicket ist: welches abermahl der Erfahrung gantz entgegenstehet; wie Fromondus und Gallilæus bezeugen. Die Ursach des andern ist; weilen das Meer,Arist. l. 3. nach des Aristotelis Meinung / mit schwefflischen und salpetrischen Geistern / als gleichsam seinerde gener. Feuchtigkeiten / angefüllt ist; dergestalten daß / wann selbige erregt sind / durch diese verborgnund so zu reden / Magnetische Eigenschafft des Monds die Ebbe und Fluth nicht anders / als beyanim. c.denen Krancken durch die erregte Feuchtigkeiten das Fieber verursacht wird.§. 6. Es ist nicht unglaublich; das Zu- und Abnehmen des Wassers rühre daher /daß eine frembde Feuchtigkeit aus dem Grund des Meers und aus der Lufft dureine dein Wasser von dem Mond und der Sonne vermittels obermeldter heimlicher Ein-flüsse mitgetheilter Krafft angezogen und verschlungen wird; Also daß der Grund desMeers und die Lufft diese Feuchtigkeit, nachdem des Monds anziehende Würckung schwachworden / wiederum verschlinge / und mithin der Ablauff erfolge. Die Ursach mag seyn; weilender Mond in dem Meer das Zu= und Abnehmen nach Proportion; ingleichem in andern feuch-ten Cörpern / nemlich in Pflantzen / und Thieren verursachet: Jedoch ist dabey glaublich; er ver-ursache in selbigen dieses Zunehmen dardurch / daß er mit seinen Einfluͤssen sie in Absicht auf dieanzuziehende fremde Feuchtigkeit stärcke; hergegen das Abnehmen daher komme, weilen ihreanziehende Krafft bey abnehmendem Mond auch schwächer werde; einfolglichen der umstehendeLufft die schon an sich gezogne Feuchtigkeit verschlinge und etlicher massen aussauge. Deßwe-gen verursacht der Mond das Zunehmen des Meers auch darmit, daß das Wasser der vonihm empfangnen Stärckung ermanglen muß / und also der Grund des Meers und die Lufftsolcherley Feuchtigkeit verschlingt und aussauget: Wiewohlen die erstere Meinung der Wahr-heit ähnlicher / und demnach mit mehrer Sicherheit anzunehmen ist; selbige aber noch verstänlicher zu machen / geben wir nachstehendePoli-