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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
254
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Philosophische und Politische Beschreibungvon nichts schrifftliches hinterlassen. Der gemeinen Sage nach / solle selbiger / als er die Naturdes zwischen dem Beotischen Meer=Port Aulis, und der Insul Euboea liegenden Euripi, unddessen alltäglichen siebenmahligen Ab= und Zulauffs nicht sattsam erforschen können / vor Ver-druß allda gestorben seye; ja wie einige vorgeben / sich gar hinein gestürtzet haben. Dahero dasgemeine Sprichwort entstanden: Aristoteles hat den Euripum nicht / wohl aber der Euripusden Aristotelem gefangen. Allein / die andere Weltweise führen bey Erklärung dieses Natur-Mirackels gantz zerschiedene Meinungen: dann die Stoici glaubten / es werde dem Meer solcheBewegung von dem Welt-Geist, oder Welt-Seel gigeben; denen auch nicht sonderlich abste-Kepler.I. het Keplerus, welcher darvor gehalten / die Erde seye ein grosses Thier / so mittelst der ungeheu-ren Blaß=Bälgen der Lungen das Meer=Wasser zu gewisser Zeit in das Ingeweid einlasse / und4.6.7.wieder hinaus blase. Lessius, gehet noch etwas geschickters darein / und gibt die Engel für dieBeweger des Wassers an. Die Saracener sagen; das Meer stiesse darum gegen der Erdezu / weilen sie sich gern mit andern Meeren / gleichwie die Steine mit der Erde / vereinigen. Ab-pollonius Thyaneus vermeint; es seyen Winde / die unter dem Meer / Lufft und Ausgang su-chen: Plato; macht eine grosse Höhle daraus: Der Engelländer Lyndiatus dichtet / das Meerwerde von den unterirrdischen Feuren dünn gemacht; Andreas Cisalpinus und Henricus Ul-trajectensis legen die Ursache der Ebbe und Fluth der Copernicanischen Erden=Bewegung be-Es werden aber alle diese Meinungen schlechthin verworffen; indem sie entweder aus Fabelbestehen / oder solche Dinge zum Grund setzen / die man erst probieren muß: und verstossen siobige Autores alle darinnen / daß sie weder den Ab= und Zulauff / noch den ordentlichen Flüdes Meers erklären. Dann Erstlichen; was die Copernicanische Bewegung anlangt / soste ausser dem daß es ein falscher Satz ist / daraus folgen / daß in allen Erd=Höhlen das Wassereinerley und allzeit eine gleiche Ebbe und Fluth hätte. Jtem, es müste eben diese und derglei-chen Bewegungen beedes in dem Ocean und dem Mittelländischen Meer; und dann auch inso viel und in so grossen Seen rc. verspühret werden: So aber alles der Erfahrung zuwiederläufft. Zum Andern; kan die Meinung von dem Feuer unter dem Grund des Meers ebenfallsnicht bestehen; weilen man die Wärme in dem Wasser vermerckte; welches ohne jenes nichtverdünnert werden könte: Ja es wäre über diß das verdünnerte Wasser nicht mehr starck ge-nug / die Schiffe zutragen. Zum Dritten; ist die Meinung von der Engel Beyhülff nicht phi-losophisch: dann wo man von einer natürlichen Würckung redet / da muß der Philosophusoder Weltweise eine Ursach solcher natürlichen Würckung anzeigen. Dannenhero sagen wir§. 1. Es schein gantz glaublich / daß der Himmel und der Mond / sofern er von derSonnen-Strahlen befördert wird, die würckende Ursach des Ab- und Zulauffs desMeers / oder der Ebbe und fluth seye: Und zwar deßwegen / weil es das Ansehen hat / daßkeine natürliche Würckung grössere Verwandtschafft mit seiner natürlichen Ursache / als dieseEbbe und Fluth mit dem Mond habe; auch nicht vernünfftiger zu urtheilen ist, daß das Liechtin Gegenwart der Sonne von der Sonnen selbsten / oder die Hitze vom gegenwärtigen Feuerhervorgebracht werde; als daß der Ab=und Zulauff des Meers von der Wurckung des Mondsherkomme. Dann Erstlichen zeigt sich die Ebbe und Fluth nirgend / als nur in denen Gegen-den des Meers / welche in gerader durch den Mittel=Punct der Welt / und das Centrum desMonds durchlauffender Lini, dem Mond gegen über liegen; da nemlich das Meer, wann derMond über den Horizont oder Gesichts=Creyß herauff steiget / allzeit anfahet auffzuschwällen /und wann er mitten am Himmel stehet / wieder abzunehmen; wie alle Schiff=Leute einhellig ver-sichern; dergestalten daß das Meer alltäglich viermahl sich beweget / und nachdem der Mondauff und niedergehet / auch zweymahl ab= und zufliesset: Dann warum solte es mit so hefftigemGewalt nach dem Uffer zu=lauffen / wann der auffgehende Mond vom Horizont gegen demZenith oder Haupt=Punct auffsteiget; und wieder davon abfliessen / wann er vom Zenith ge-gen Westen niedergehet? und warum solte es, wann der Mond auf dem andern Horizonthauffgehet / herbey=aber wieder ablauffen / wann er untergehet? Zum Andern: Das Meer be-ginnet alle Tag ungefehr umb eine Stund spater sich zu bewegen, weilen der Mond ungefehrum eine Stund spater nach seinem Auffgang zuruckkehret; dahero diese Zeit des Ab- und Zu-lauffs etwa 25. Stunden betragen mag / darinnen er vernichtet wird. Zum Dritten; die Ebbeund Fluth richtet sich also nach dem Lauff des Monds / daß sie in dessen erstem Viertel / das ist / inden ersten drey Stunden / an den zwey gegen über liegenden Erd=Vierteln; in dem andern Vier-tel aber an den zweyen andern Erd=Vierteln / und so fortan sich erzeigt. Zum Vierdten: Isteine gewisse Sache / daß nach den unterschiedlichen Aspecten und Anscheinungen / so der Mongegen der Sonne hat, die Ebb und Fluth bald grösser, bald kleiner zu seyn pfleget: inmassenzum Exempel / in dem Voll=Mond / nemlich am 14ten Tag des Monds ist die Ebb und Fluth amgrösten; wann aber der Mond nicht scheint / wie auch zu andern Zeiten ists sie immerdar gerin-ger; also daß von der Zeit an / da der Mond nicht scheint / das ist / wann der Mond und dieSonne

e die Art undund man hie½. Die Ebbe u.