der in der obern Lufft erzeugten Dinge.dann reich zu nennen seye. Dann wer liebet nicht den Gold=Regen / wann der Reiffe des Gei-tzes die Tugend verzehret? Du sollt sicherlich glauben / sagte Pythagoras, daß du eine Sache-nicht besitzen kanst / wo du selbige nicht in deinem Gemüth hegest. Was du zu verderben ver-maaßt / das ist ausser dir. Was das Gemüth beschmitzet / das verderbet dich; und diß ist ein weitgrösserer Verlust. Befleissige dich / daß du ein Mann bleibest; derselbe aber hafftet in dem Ge-müth. Ich halte mehr von dem Mann ohne Geld / als vom Geld ohne Mann. Ein Mann kanohne Geld fromm und redlich seyn; wo oder ein ungerechtes Gut sich findet / da muß er noth-wendig böß seyn. Wann nun ein begüterter Mann böß ist / kanstu sagen; er seye reich / ohn-geacht er im Gemüth der Tugend=Aerirste ist? wiltu reich werden so trachte / nicht dein Gut zuvermehren / sondern deine Begierde zu unterdrücken. Wer Mangel an Tugenden hat / der istThearm: Dann der Reichthum muß von uns bey uns selbsten / und nicht bey dem Glück gesuchtapud Va-werden. Um wie viel jemand an Gemüths=Gaben vermöglich ist / um so viel kan man ihn für ler. Max.wohl berathen achten. Wann einer die gantze Welt begehrt, und auch erhält was hat er, wo-sern er dabey sich selbsten ermangelt? Wer aber das verliert, was ausser ihme ist, jedoch bene-benst sich selbsten erhält / ungeachtet er sonst nichts hat / der besitzet Alles; weilen er das Gemütherhält / so alles in sich begreifft. Aristides hat billich Ursach gehabt sich mehr zu rühmen / dannder Callias von Athen; wiewohlen dieser Letztere ein Grundreicher Mann gewesen; dann derErste war mit sich selbsten vergnügt / und wolte lieber alles / als sich selbsten verliehren. Plutar-chus bezeuget vom Crasso, daß an selbigem sehr viel Tugenden hervor geleuchtet; allein er habe Plut. insie alle mit etwas kleinem gantz vernichtet; indem er nemlich den geringsten Gewinn mit dem Crasso.grösten Eyfer gesucht. Wer alles besitzet / der ist viel schuldig. Wie viel? Alles: weil er demGlück verbunden lebt. Wer sich selbsten erhält / wann er gleich alles verliehrt / der verliehrt dochnichts; weil er sich selbsten besitzt. Siehe du ja wohl zu / daß du dich selbst erhältest: es magalles andere zu Grund und verlohren gehen: dann dieser Verlust ist der beste Gewinn.Pereant, ne peream.Das Guth verderb /Daß ich nicht sterb.Ut navem rabidis conservet fluctibus actam,In pelagus timidus navita vecta jacit.Sunt bona, quae mentem damnoso pondere mergunt:Haec tu devites; haec procul esse jube.Wenn mit ergrimmtem Sturm die See beginnt zu wüten /Und ein beladnes Schiff besorglich sincken heist:So suchet der Pilot den Schiffbruch zu verhüten /Wann er flugs über Bord die reichste Kasten schmeist.Du must / was dein Gemüth kan ins Verderben ziehen /Gleichwie die Syrten selbst / mit gröster Vorsicht fliehen.Die VI. Frage.Von der Ursache der Ebbe und Fluth/OderVon dem Ab= und Zulauffen des Meers.Uf das / was in vorhergehender Frage angeführet worden / und jederman gantz bekantist; folget nun, daß wir auch die allerunbekanteste Ursach des Ab=uno Zulauffs desMeers oder der Ebbe und Fluth untersuchen; woher nemlich die immer-beständige;und so gleichförmige Bewegung eines so grossen Clements ihren Uhrsprung nehme?Welcher Sache dann von denen Weltweisen lang und viel mit ungemeiner Mühe nachgedachtworden. Was der Aristoteles hierüber für Gedancken geführet / ist unbewust: dann er dar-Ji
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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