der in der obern Lufft erzeugten Dinge.247nicht weniger die Schiffe / die sie auf ihrem Rucken tragen; vermittelst welcher sie Suden mitNorden vereinigen; einen Menschen zu dem andern überführen / die Handelschafft beförderen /die Sitten der Völcker mit einander vergleichen / die Geheimnusse der Gemüther mittheilen.Die Meere fliessen / und die Brieffe gehen hin und wieder: die Handels=Städte werden vonES EXCURRIT INden Meer=Wassern angeschwämmet, und Handel und Wandel stehet in schönem Flor: DiePosten lauffen, und grosser Herren Höffe alliiren sich mit einander. Die Meere seynd zwarbeweglich; aber auf dieser Beweglichkeit ruhet die Beständigkeit eines Staats. Indeme beedesWaaren und Abgesandte auf Schiffen mitten durch der Wellen Berge und Waffen hin undwieder fahren; so werden die Königreiche vereiniget; und diese Vereinigung ist unüberwind-lich. Die Schiffe und Galeeren seynd Meer-Brucken, worüber ein Konigreich zum andern,ein Gemüth zum andern den Zutritt hat. Kayser Carolus V. hat insonderheit gerathen; mansolle sein Glück fürnemlich zur See fest stehen machen / und zu dem Ende seine Waffen undRathschläge mit fremden Potentzen vereinigen. Dann was ist wohl so starck und mächtig,dardurch zweyer oder mehr Alliirter zusammen gestossene Truppen und Reichthum / als zwey ineinander geschlossene Hände, auffgelöst und getrennt werden könten? alles bestehet auf einerWechsels=weise geleisteter Hülffe. Ein Hand wascht die andere; und ein Finger den andern.Wann aber jemand diese Wechsel=Hülffe auffhebte; so würden wir völlig zu Grunde gehen.Wir leben einader zu Gutem; niemand hat genug an sich selbst allein. Wann Pilades undOrestes, wann Eurialus und Nisus zusammen halten; so seynd sie auch dem Hercules einSchrecken: dann Hercules kan wider zwey nicht bestehen. Wann du dich einem anderenmittheilest, so erkauffst du seine Hülffe; dann diß ist der Handel und das Gewerbe der Gemü-ther. Es ist nichts auf der Welt / so nicht einer fremden Hülffe nöthig hat; oder einem andernseine Hülffe entziehen kan. Die Erde wird von dem Himmel mit einem fruchtbahren Thauernähret; sie schicket ihme aber auch wiederum ihre Dämpffe zu. Die Blume gibt der Erde ei-ne Zierde; empfahet aber auch von ihr Krafft und Nahrung. Die gantze Welt ist gleichsam eineHan-
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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