Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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eSicher anden

der in der obern Lufft erzeugten Dinge.ein gantzes Schiff darmit angefüllt würde / den Meer=Grund erreichen könne. Die Holländeraben ebenmässig bey den Inseln des maris pacifici, oder stillen Meers keinen Grund mit demSenck=Bley gefunden. So versichern auch unsere heutige Schiff=Leute / daß sie durch die Er-fahrung erlernet hätten / wasgestalten das Meer / ausgenommen wo es Wirbel und Abgründeabgibt / kaum eine Tieffe von dritthalb Meilen habe.§. 3. Wie weit sich das Meer erstrecke / ist gleichfalls noch unbekannt. JuliusScaliger gibt von der gantzen Welt=Kugel dem Wasser zwey Theil ein: hergegen will Biccolo-minius; die Erde nehme mehr Platz ein / als das Wasser: Der Bodinus aber theilt jedem die-ser zwey Elementen einen gleichgrossen Raum zu. Woraus dann so viel zu mercken / daß seineWeite in denen general-Carten / wann sie schon auffs genaueste verzeichnet seyn / doch nicht ge-wiß könne angezeigt werden.s. 4. Der Grund des Meers hat eine ungleiche Oberfläche. Dann gleichwie dieErde bald in grosse und kleine Berge auffsteiget; bald in tieffe Thäler niedersitzet; bald in weiteWiesen und Felder sich ausbreitet; bald mit Wäldern bedecket wird; und so fort: Also findetman dergleichen nemlich Klippen / Wälder / Wiesen rc. auch in der Oberfläche des Meer=Grunds;so das selbiger wie die Erde höckericht und uneben sich erzeiget. In dem Sicilianischen Meernahe bey Drepano; item, in dem Frantzoͤsischen unsern von Toulon; und in dem Ligustischenbey der Insul Majorca / werden gantze durch verwunderlichen Fleiß der Natur auffgewachseneCorallene Meer=Wälder gefunden. So berichtet auch Kircherus in seiner unterirrdischenWelt / daß man in zerschiedenen Meer=Gegenden unten auf dem Grund schöne Wiesen beob-achtet habe. Wo man aus Spanien und Portugal nacher America uberseeglet / da ist diegantze Oberfläche des Meers mit einem Meer=Graß / so man insgemein Sargusso nennet / wie dieanmuthigste Wiesen viel Tagreisen weit bedecket. Dergleichen verwunderlich grünende Wie-sen siehet man ebenfalls bey der Insul Maltha / wo unzehlich viel Fische beedes ihre Lust / unddann ihre Nahrung suchen. Solche Wiesen gibt es ferner / wie besagter Kircherus meldet /an den Küsten des neuen Koͤnigreichs ab / die mit Blumen bewachsen seyn; welche wann sievon denen Täuchern abgebrochen / und an die Lufft gebracht worden / alsbalden die Natur einesChristal=Steins an sich nehmen; und dahero zu Auszierung der Altäre sehr dienlich seyndtVerwunderlich ists / was von dem Parischen Meer / so die neue Welt anschwemmet / geschriebenwird; nemlich dasselbe seye mit einer so grossen Menge grünen Grases verwachsen / daß mannicht darauff fahren könne / indem die ungemeine lange Graß=Fäserlein ein Schiff wie mit ei-nem Netz umgeben. Selbige kommen aus der Tieffe herauff, wachsen auf die Oberfläche desWassers zusammen / und ragen offters bey 15. Ellen darüber hervor. Plinius erzehlet: daß in Plin. l. 13.dem rothen Meer Lorbeer / wie auch Früchten tragende Oel=Bäume / nicht weniger wann es reg= c. 25.ne / Erd=Schwämme wachsen; die / wann sie an die Sonne kommen / in einen Bimbsen=Steinsich verwandlen: das Gesträuch selbsten seye drey Ellen hoch / und stecke so voll von kleinenHündlen / daß sie manchmal die Ruder selbsten anfallen / und es nicht sicher seye / über das Schiffhinauszusehen. Polybius bezeuget auch / daß in dem Portugesischen Meer Eichbäume wachsen /deren Eichelen die Thun-Fische sehr gerne essen / und davon treflich fett werden.§. 5. Die Meer haben auch gemeiniglich / so viel einige Eigenschafften anbetrift /mit denen Land=Gegenden / daran sie stossen / eine Gemeinschaffe. Dannenhero dastodte Meer / weilen es mit pechigen Uffern rings umgeben ist; ingleichem das rothe Meer / so mitdem vorigen eine Gemeinschafft hat / an zerschiedenen Orten mit vielem Pech angefüllet seyn.Fragt sichs Erstlichen: Warum das Meer nicht abnehme / ungeachtet die Sonne selbi-ges stetshin bescheinet, und unzutrocknen suchet? Antwort: Weilen eben so viel Wasser, alsdurch die in die Höhe steigende Dämpffe aus dem Meer gehet, wiederum so viel durch die viel-fältige Regen dahin zuruck kommet: So daß diejenige in einer gantz irrigen Meinung stehen /welche darvor halten; die Sonne werde von den Meer-Dämpffen / wie eine Lampe von Oelgleichsam gespeißt und erhalten: dann bevor solche Dämpffe zu der Sonnen hinzu nahen kön-nen / werden sie von der Kälte der andern Lufft=Gegend verdickt / und fallen wieder in das MeerZweytens: Warum auf der Welt-Kugel, obschon auf selbigem grosse Meere und un-zehliche darein fliessende Ströhme sich befinden / doch gleichwolen niemals eine solche Über-schwemmung erfolge, wodurch ihre von GOtt gesetzte Gräntzen überschritten würden? Ant-wort: Weilen vermittelst der verborgnen unterirrdischen Gänge wieder so viel Wasser nachandern Meeren, Seen, Flüssen und Bronnen-Quellen ablauffet: oder weilen, wie Digbæus be-mercket / so viel von der Sonne in die Wolcken gezogen / und von den Winden verwehet wird /als aus unzahlbaren Fluͤssen herbey fliesset.Jedoch ist aus dem Aristotele zubeobachten; daß auf der Erden mit der Zeit von demWasser dann und wann eine grosse Aenderung verursacht werde; dann es pflegen / wie erschreibtHh 3