Philosophische und Politische Beschreibung244Fulv. Te- nischen König zum Lobe nachgeschrieben / das kan von dem gantzen Durchleuchtigsten Oestetrei-sti Gam.i. chischem Hauß gerühmet werden: und bestehet solches in dem Sinnbild deß auf seinen SoInd. con. tern den Himmel tragenden Atlantis; samt der Beyschrifft:Excedit robore pondus.Es ist für seine StaͤrckDie Last ein leichtes Werck.Par est ferendo.Sie trägt und fasstDie gröste Last.Multa gravet licet ingenti merx pondere puppem;Tardiùs haud ideo turgida vela volant.Fortis Onus subit, & gaudet perferre labores:Hic ſcias nunquam ſuccubuiſſe viros.Beschwert der Kauffmann gleich sein Schiff mit vielen Waaren;Ist schon die Last sehr groß / die in der Barque liegt:So eylt dieselbe doch durch Fluhten hinzufahrenGleichwie ein leichter Pfeil von seiner Sehne fliegt.Trag' / was dir aufgelegt; du must dich daurhafft zeigen:Denn tapfre Männer kan nie keine Arbeit beugen.Die IV. Frage.Von dem Lager / Tieffe / Weite / und Gemeinschafft derMeeren; wie auch von noch etlichen andernDingen.J. 1.DAs Meer ist nicht höher / sondern niedriger als die Erde. Zur Ursach wird an5 geführt / daß alle Flüsse sich zuletzt in das Meer ergiessen; wie sie dann auch nur nachniedrigen Orten fliessen / und ihre Rinnsal gegen dem Ursprung oder Uhrquelle also auf-warts und über sich fortgehen / daß sie inner wenigen Meilen offt umb viel hundert Werck-Schuh höher liegen: Welches zwar eben nicht zu verwundern / wann man die GeometrischeEigenschafft des Gehängs betrachtet; nach deren Anleitung Derkennius ausrechnet / wann 100.Schuh des Gehängs einen Zoll an dem ebenen abhangenden Ort niedriger machen / daß eineWelsche Meile (das ist 500. Schuh) sodann 500. Zoll oder fünff Schuh austrage. Es istaber dieses Gehäng sehr gering / und wegen des gar kleinen Winckels kaum zu spühren / fallsman mit den Augen darvon urtheilen wolte; so das 20. Welsche Meilen (das ist / ohngesehr sieben Niederländische Meilen) an der Höhe einen Unterschied von 10. Schuh geben werden.Allein / dörffte man sagen: Das Uffer beduncke die Seefahrende viel niedriger zu seyn;Adalb. welches dann anzeige / daß das Meer höher als sein Uffer seyn müsse. P. Adalbertus TylkouskiTylkowski antwortet hierauf / und schreibt dessen Ursache der Schwärtze zu: weilen nemlich die UfferPbyspart. schwartz / das Meer=Wasser hergegen weißlicht / oder grünlicht seye; wann aber die grüne mit3. de met, der schwartzen Farbe zusammen stosse / so pflege dardurch ein Ding niedrig zuerscheinen.§. 2. Wie tieff das Meer seye / davon hat man keine Gewißheit. Baptista Be-nedictus legt seiner Tieffe bloß eine halbe Welsche Meile zu. Priscianus erlängert sie auf 15. Sta-dia, die doch noch keine Teutsche Meile ausmachen; weilen er sich also von des Jul. CæsarisTäuchern berichten lassen. Andere aber vermehren sie biß auf 30. Stadia. Solinus vermeinet /das Meer seye an vielen Orten gantz unergründlich; welches auch Plinius und Olaus Magnusbekräfftigen / wann sie vermelden / daß man in Norwegen mit keinen Stricken / und wann auch
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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