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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
243
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.durch etwas Widriges sich nicht unterdrucken. Du kanst mehr / als du vermeinst. Die Lasten /so dich schwer und bitter beduncken / wirstu / wann du sie auffgenommen hast / gantz süß verspüh-ren. Wer hätte geglaubt / daß der Himmel des Atlantis Schultern nicht niederdrucken solte!Wer hätte vermeint, daß einem flüssigen Element eine grosse Tragens-Krafft anerschaffenseyn solte? Die Erfahrung bezeugts, daß es nicht nur trägt, sondern auch verschlingt. Fasseeinen Muth; und was groß zu seyn scheinet / das greiffe mit einem noch grösseren Vorsatz an.Es ist der Tapffer= und Großmüthigkeit Eigenthum; sich vor nichts förchten / alle Menschliche „ Cic. l. 3.Dinge verachten, und nichts, was dem Menschen begegnen kan, vor unerträglich halten.„ Offic.Das Gemüth übertrifft die Waffen: und wer ein Werck mit hertzhaffter Entschliessung angreif-fet / der hat dasselbe schon halb verrichtet. Die Tapfferkeit des Gemuths ersetzt den Mangel derKräfften; und indeme die Schwerigkeiten zunehmen, so wächst auch die Stärcke. Gleichwie dieHirschen umsonst grosse Hörner tragen, weil sie kein Hertz, und nur Lust zum fliehen haben; al-so nutzen auch des Milonis Aerme, und des Atlantis Schultern wenig, wo sich ein feiges Ge-müth findet. Die Riesen liegen bald zu Boden / wann sie Zwergen im Hertzen seynd. Eines „ Cie. I. 2.jeden Menschen Glück oder Unglück ist nur so groß / als groß sein Gemüth ist / so selbiges zu er=„ quasttragen hat. Ein tapfferer Sinn überwiegt alle Waffen. Was nutzen die Vestungen / worin Tuscul.keine großmüthige Geister wohnen? Die Tapfferkeit hat ihren Sitz nicht im Leib, oder in denJahren / sondern im Gemüth: Sie bestehet mehr im ertragen / als im drein schlagen: und flie-het auch vor keiner Last / wie schwer selbige seyn mag / sondern gehet ihr von selbsten und freywil-lig entgegen; weil sie weist / daß sie derselbe bastant und mächtig ist.Audentes forturna juvat.Virg. l. 10.Aen. vs.Wer's kuͤhn und tapffer wagt /Dem ist kein Glück versagt.Diß war des Scipionis Africani ein Stegreiff gefaster Schluß / als er eine mißliche und gefähr-liche Schlacht antretten müssen. Man muß es wagen / und zugleich die Hand anlegen. Danndas Glück folgt der Tugend nach. Offt wird etwas / was wir über unsere Kräfften zu seyn glau-ben gantz leicht, wann man es nur waget. Schändlich ists, so man an sich selbsten verzagt;indem wir doch / was die Natur unsern Gliedmassen nicht verliehen / durch Kunst und Fleiß er-langen können. Einem kühnen Mann ist nichts unüberwindlich; und einem tapffern Gemüth Liv. l. 22,ist keine Vestung zu starck: dann wann das Glück sich einmahl gütig erzeigt / so pflegt es küß-nen Leuten nachzulauffen. C. Junius Porthumus hat des Senecæ Verß fur seinen Wahlspruchgebraucht:Fortuna fortes metuit, ignavos premit.Wer tapffer ist / den fürcht das Glück:Verzagte fühlen seine Tück.Ein ungeheures wildes Thier siehet verächtlich nach den bellenden Hunden zuruck; die Wellenschlagen vergebens an eine grossen Felsen; der Löw reget sich nicht gegen einem spielenden Hündlein;eine Klippe bleibet wider die anstossende groͤsseste Fluten unbeweglich stehen. Und eben alsoschaden auch die Ungestümmigkeiten des Lebens einem großmüthigen Sinn / der mit dem Pan-tzer der Tapfferkeit bewaffnet ist / nicht das geringste; ihne bewegt keine Unbilligkeit; er ist unver-letzlich / obschon lauter Pfeile und Spiesse auf ihne zufliegen; er erliegt unter keiner Arbeit / weiler sich nach selbiger sehnet; er ist alsdann am standhafftigsten / wann das Glück sich ihme amhefftigsten widersetzet; ein gantzes Heer von Schmertzen und Unfälle kan ihme keine Forchteinjagen, weilen er starck genug ist, solches alles zu ertragen. Dann derjenige wagt es meinesBedunckens recht und wohl / welcher weder aus Verwegenheit etwas vornimmt / noch auch ausZaghafftigkeit unterläßt. Alphonsus sagte; man müsse in der Großmüthigkeit eine Maaß ge-brauchen. Dem Hertzogen von Burgund, Carolo, ist es theur gekommen, daß er allzu verwe-gen gewesen; hergegen hat das Glück die Waffen Kaysers Caroli V. gütig angeschienen / weiler sich nicht unbedachtsam einer Sache unterstanden, wan er sich nicht im Stand befunden, die-selbe hinaus zu führen. Nimm derohalben diesen guten Rath von mir an: Förchte dich nichtvor einem jeden Schatten; was deines Amts ist, das greiff getrost und kecklich an; siehest dudich zu schwach darzu / so laß doch den Muth nicht sincken. Einem tapffern Gemüth / das nachehrlichen Digen strebet, und etwas wagt, dem gehen Götter und Menschen an Handen. Ichwill hier keinen Miltiadem und Themistoclem, keinen Lucullum und Alexandrum Magnumanführen: Was Fulvius Testi den aus dem Oesterreichischen Stammen entsprossenem Span-Hh 2nischen