Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
237
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.tet / mehrers bekräfftiget: nehmlich es seye ersagte Insul fast nichts anders / als ein lauter har-tes und weisses Saltz; aus deme die Innwohner selbsten ihre Häuser zu bauen pflegen; ge-stalten auch allda nicht ein einiger Bronnen von süssem Wasser sich finden lässet. Und hier-aus scheinet es, eine ausgemachte Sache zu seyn, daß die Meer-Wasser sehr viel Saltz in sichhalten müssen.Es fragt sich aber / Erstlichen: Warum aus denen Bronnen / die man zunechst beyder See gegraben / gleichwohlen süsses Wasser geschöpffet werde; ungeachtet solche Wassermeistentheils aus der See herkommen? Antwort: weilen / indem sie durch den Sand durch-dringen / und gleichsam durchgeseyet werden / sie die erdige Dicke von sich ablegen. Daherogeschicht es dann / daß / wie Plinius meldet / wann man ausgehöhlte wächserne Ballen / oder Plin. l. 31.Kugeln / oder ander wohlvermachte wachserne Gefässe in das Meer hinunter lasset / sich in den= c. 6.selben eine füsse Feuchtigkeit einsammlet; indeme nur die subtile und von der erdischen Ver-nischung gereinigte Wasser=Theile durch die Enge der Gänge hinein dringen; hergegen dasSaltz, so dicker als diese süsse Feuchtigkeit ist, zuruck bleiben muß. Eben so wird auch ausSchaaf=Fellen / die man aussen an die Schiffe anhenget / ein süsses Wasser ausgedruckt: dannweilen der Meer=Dunst über die massen subtil ist / so hat er fast gleichwie der aus denen Meer-Daͤmpffen entstandner Regen / nichts irrdisches und verbrenntes in sich; angesehen das Saltz /welches schwerer ist als das Wasser, nicht auffsteigen, noch zu einem Dampff werden kanWiewohlen es sonsten auch viel saltzige Bronnen und Seen abgiebt; wann sie nemlich derge-stalten aus dem Meer herfliessen / daß sie unterwegs nicht genugsam durchgeseyhet werden; oderaber wann sie durch gesaltzne Adern hinlauffen.Zum Andern: Warum die See=Küsten nicht sonderlich kalt seyen? Antwort: Die Ur-sach ist diese / daß die See mit trucknen und warmen Ausdünstungen erfüllet ist: dahero wär-met und trucknet auch das Meer-Wasser / wie die Medici bezeugen.Zum Dritten: Ob das Meer gesaltzner seye an seiner Oberfläche, oder am Grund?Antwort: Insgemein hin hält man zwar darfur / daß das Meer in der Oberfläche saltzigerseye wegen der Sonen=Hitze / welche die leichteste und süsse Theile der Meer=Feuchtigkeiten ohneUnterlaß ausziehet / und hergegen die schwereste Theile / worinnen die Saltzigkeit bestehet / zurucklässet: wodurch dann geschiehet / daß das zuruckgebliebene Wasser auch saltziger wird. Allein /es scheinet doch der Warheit näher zu seyn / daß das Meer=Wasser im Grund saltziger / als in derOberfläche seye; weilen offenbahr / daß das Saltz=Wasser schwerer ist als das süsse: was aberschwer ist, das sincket zu Boden: Zu deme, da die Saltzigkeit vielmehr aus denen Saltz=Gru-ben, die unter dem Meer befindlich, als aus der Sonnen Verbrennung entstehet; so müssen dieWasser / so solchen Gruben am nechsten liegen / auch saltziger seyn. Welche Bewandtnus esgleichfalls mit den Uferen des Meers hat: dann wo das Meer eine nahgelegne Saltz-Mineramit ihren Fluthen immerdar anspühlet / allda muß auch dasselbige an dem Ufer viel saltziger / alsmitten auf der Höhe seyn; gestalten die Saltz-Wercke, die an den See-Küsten zu grossem Behuffund Nutzen eines Landes angeordnet sind / hievon sattsames Zeugnus gebenZum Vierdten: Warum das Meer=Wasser zum trincken nicht tauglich seye? Antwort:Weilen das Saltz die Zunge heißt; als welches aus Geistern / die sich nicht leicht von einer wei-chen Materi biegen lassen / bestehet; und die sich wie spitzige Stachlen aufrichten / durch die Lufft-Löchlen der Zungen eindringen /und mithin beissen oder stechen; da im Gegentheil die weiche undissige Theile des süssen Wassers, weilen sie sich leichtlichen biegen, dem Geschmack gantz ange-Zum fünfften: Warum das Saltz-Wasser, wann man selbiges warm machet, noch sal-ziger werde? Antwort: Weilen / indeme viel Wasser-Theile / so durch die Hitze verdünnet wer-den / verfliegen / nothwendig die vorhandene Saltz=Menge das überbliebene wenigere Wassernoch saltziger machet: dann das Saltz wird weder an der Sonne, noch bey dem Feuer zu ei-em Dampff; und verraucht auch nicht / wann man es gleich in ein siedendes Wasser wirfft:Sonsten wurde keine Speise / die zu viel einkochet / saltzig werden; nicht zwar eben darum / weiles von Natur schwerer ist / (angesehen zerschiedene schwere Dinge offt ebender dann die leichtereich verduͤnnern lassen: wie dann das Quecksilber schwerer ist als das Wasser, und dises wie-derum schwerer als das Oel; ungeachtet doch das Wasser geschwinder als das Oel, und dasQueckſilber eher als das Waſſer verrauchen) ſondern vielmehr deßwegen / weilen die Geiſter desSaltzes über die massen fix und beständig seyn; ja sich so starck in die Materi einhencken / daßsie nicht leichtlich auszutreiben seyn.Zum Sechsten: Warum die Meer-Fische nicht auch vom Meer-Wasser eine Saltzigkeitüberkommen? Antwort: Die Ursach ist diese, daß ihre natürliche Hitze das Süsse von demSaltzigen scheidet: dahero erhalten sie sich nur alleinig vom süssen Wasser / und seynd demnachselbsten nicht saltzig. Bey gegenwärtiger Frage ist über dasjenige / was von dem Saltz / so manGg 3dem