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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.an der Huren Halß gehangen; und sich nicht mehr erinnert / daß er mit standhafftem Hertzenvorhero der Victori im Schooß gesessen. Dieses ist gewißlich eine Haupt= und recht König-liche Tugend, wann man sein selbst-König ist, und das Gemuth über die einheimische Bestienzum Auffseher setzet: dann es gereichet einem Herren / der über viel tausend Menschen herrschenwill / zur entsetzlichen Schande / wann er sich der Wollust / der Wehmuth und andern dergleichenBestien / so in der Seele die Wohnung haben / als einen Diener unterwirfft. Es seynd gulde-ne Wort des Claudiani, die ein Politicus ihme wohl in das Gedächtnus einpregen solle / damiter sich von den Wellen seiner Begierden nicht überwältigen lasse / und eine Beute der Bestienwerde; sondern daß er vielmehr und hergegen dieselbe bekriege / und die Gemüths=Regungenim Zaum halte; nemlichen:Tunc omnia jure tenebris,Cum poteris Rex esse tui.Wann du kanst über dich / und dein selbst=König seyn;So raumt man dir mit Recht auch alle Herrschafft ein.AEquora fraenat.Die See wird stillSobald er will.Imperium pelagi cui vatum carmina donant.Aequora scit nutu sistere mota suo.Praetumidis animi tu motibus injice fraena;Et perages magni nobile Regis opus.Der Heyden Wasser=Gott / dem von der Dichter HauffenDie Herrschafft über See und Ströhm' gegeben wird /Verschafft mit seinem Winck / daß sie besänfftigt lauffen;Da ihre Wuth zuvor die Wolcken fast berührt.Will der Begierden Heer sich über dich erhebenSo still und zäume sie: das heist ein Helden-Leben.Die II. Frage.Von denen Eigenschafften des Meers / und erstlichenvon der Saltzigkeit.Unter den Eigenschafften des Meers ist die Saltzigkeit die erste und fürnehm-ste; weilen, wie die Erfahrung bezeuget, das Meer einen saltzigen und zugleich bitternoder herben Geschmack hat. Jedoch ist hiebey zu mercken, daß solche Saltzigkeit desMeers nicht allenthalben und durchaus gleich seye: Dann das schwartze Meer ist nicht so ge-altzen / daß man das Vieh nicht solte darinnen träncken können; dahero selbiges auch leicht ge-frieret; allermassen unter der Regierung des Copronymi es in die 100. Meil Wegs weit ein 15.Ellen dickes Eyß gehabt / und die gröste Last=Wägen getragen In dem äussersten Nord=Oceanaber haben die Holländer neulich das Eyß sogar mitten im Sommer 6. Schuh tieff gefunden.Der Ocean hergegen in denen kalten Welt=Strichen / ist nicht so gesaltzen; sondern die Bitter-keit nimmt je mehr und mehr zu / ja naͤher derselbe gegen dem dürren Welt⸗Strich hinreichet.So ist auch das Meer im Herbst und Sommer viel gesaltzner / dann im Winter: woraus derallgemeine Schluß folget / daß je mehr die Meere warm / und unter der Sonnen=Hitze liegen;je saltziger sie befunden werden: und zwar aus der Ursachen; weilen die Sonne eine grössereMenge süssen Wassers in die Höhe ziehet, und in Dämpffe verwandelt, die hernach öfters beydenen Pol=Sternen wieder herab regnen. Uberdiß ereignet sich keine so starcke Saltzigkeit indemGg 2