Philosophische und Politische Beschreibungtinium geleget; den M. Portium Catonem aber / als einen unvergleichlichen TugendhaffterMann / nicht berühret. Ach! in was für Wehklagen seynd doch Plutarchus und Seneca nebVal. Max dem Valer. Maximo ausgebrochen! daß der / so seine Lebens=Zeit über eitel gute Tage gehabtl. 7. c. 1. und niemals etwas bitteres gekostet / lauter Süssigkeiten genossen. Dieses heist / einen Esel krö-nen / und den Zepter einem Tölpel in die Hände geben. Nur denen Lauffenden / Schiffenden /Streitenden und Uberwindern ward ehedem / da man zu Rom noch ob der Gerechtigkeit gehal-ten / die Krone auffgesetzt: und solchem Römischen Tugend=Pfad ist auch der Gerechtigkeit lie-Cassiod. I. bende König Theodoricus nachgegangen / wenn er gesagt: Wir befleissen uns / die Belohnun2. var. ep. gen recht auszutheilen / und Tugendliche Leute durch ungemeine Gnaden=Bezeugungen zu demEpist. 6. Guten noch mehrers anzufrischen. Eine verhoffende Belohnung ist die Mutter der schönstenThaten: und obschon die Tugend sich selbsten am besten belohnet / so seynd doch ihrer viele / dienicht gern umbsonst etwas Gutes verrichten mögen. Auf die Tugend folgt die BelohnungDer Zepter wird nur arbeitsamen und müden Händen anvertraut: und die Krone gehört nurauf ein Haupt / so Frost und Hitze erlitten. Die Griechen und Assyrer / Perser und Römer / Frankosen und Teutsche haben ihren so grossen Ruhm nicht auf weichen Pflaum=Federn erworben,sondern auf einem mit Blut besprengtem Feld erjaget.Den Jüngling / der da sucht das Ziel einst zu erreichenWornach er seine Füß wie schnelle Pfeile jagtKan keine Mühe nicht / noch Arbeit machen weichen:Wann schon der Schweiß ihn netzt/ und offt die Kälteplagt.Dulcedo sequetur.Das Süsse wirdHernach gespührt.Tristibus è succis oriuntur dulcia mella;Mella parantur api, dum peracerba legit.Praemia non nisi ponuntur sudoribus; atqueAdversis pressum fata secunda manent.Obschon der Thymian sehr herbe Säffte reichet:Trägt doch von selbigem die Biene Zucker heim:Dann nur aus bitt'rem Kraut, so Gall und Wermuth gleichet,Saugt sie mit grossem Fleiß den süssen Honigsaim.Wer keine Mühe spahrt / erlangt / wornach er strebetDa Noth und Unfall weicht, und ihn das Glück erhebet.Die X. Frage.Von dem Manna / und dem Zucker.DAs Manna ist ein Thau beydes eines sehr schönen heitern und gemässigten him-mels; und dann einer annehmlichen Land=Gegend; der da aus dem reinestenund fettesten Erden=Dampff / so in der untersten Lufft=Gegend bequemlich ausgekochtund durch die Kälte einer gemässigten heitern Nacht verdicket wird / entstanden. Seine Materi ist demnach ein fetter und reiner Dampff / der durchaus keine faule und verderbte Ausdün-stungen hat: die würckende Ursach aber ist die Sonnen-Wärme / welche ersagtes Manna beylang anhaltender Heiterkeit in die Lufft heraus locket / es durchkochet / reiniget / und zu einer schö-nen und guten Form zubereitet: Seine Form hergegen bestehet in einer lieblichen / schlupffund klebrichten Honig-Art.
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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