der in der obern Lufft erzeugten Dinge.könne: dann solches rühre her von etlicher Blumen Eigenschafften / die sich mit dem Thauvermischen; und von welchen auch ersagter Unterschied des Honigs seinen Ursprung nehmenmoͤge. Auf das vierdte: Es werde widersprochen, daß die Bienen nur allein aus den Blu-men das Honig sammlen; ungeachtet nicht zu laugnen seye / daß selbiges fürnemlich aus ihnenausgezogen werde; weilen die Himmlische Feuchtigkeit darinnen auffs beste verwahret seye:dann die Blumen seyen schwammichter als die Blätter; und wann schon die Bienen aus eini-gen Blumen mehrers / als aus andern ihr Honig sammlen / so komme es daher / daß etliche Blu-men wegen ihrer Eigenschafften den Thau selbsten abgeschmacker machen und also auch von de-nen Bienen weniger geachtet werden. Das von dem Zucker genommene Exempel mag hiernichts zur Sache thun; weilen der Zucker und das Honig nicht einerley Natur haben / und also /was bey dem einen gilt, nicht gleich auch dem anderen fürträglich seyn kan. Auf dasjenigeaber was oben weiters beygefügt stehet, gibt man diese Antwort: daß bloß darmit erwiesenwerde in dem Thymian und dergleichen Blumen finde sich ein Honig; nicht aber probiert seye,daß sie solches von und in sich selbsten haben / und nicht anderwertsher empfahen; da sie dochdenselben in sich halten koͤnen / entweder weil sie ihne anderswoher bekommen oder er vom Him-mel selbsten auf sie gefallen; und auf solche Weise sagen wir, daß sie diesen Himmlischen Thau,den sie in sich halten / empfangen.Aus vorbesagtem nun schliesset man: die Materi des Honigs bestehe theils in einem er-dischen Dampff und Ausduͤnstung / so sich zu einem Thau verdicket; theils in den reinesten Aus-dünstungen der Blumen, worvon fürnemlich die Süssigkeit herkommet: dann deßwegen ma-chen die Bienen unter den Blumen und Kräutern eine Wahl und Unterschied / weilen nicht allegleichaus zu dem Honig tauglich seyn; und also kommt aus den Blumen, die liebliche Geister-lein haben / gleichwie der Thymian / das beste Honig; hergegen geben die Blumen, in denen de-rerley Geisterlen nicht befindlich, ein bitteres Honig: wie man dann sagt, daß in Sardiniendas Honig / weil es aus dem Wermuth ausgezogen wird / bitter; und in Heraclea, allwo es dieBienen aus dem Wolffskraut sammlen / vergifftet seye.§. 4. Das Honig ist von dreyerley Arten: Eines nennet man Früh=oder Frühling-Honig / so aus den ersten Blumen gesammlet wird; das andere Sommer-Honig, so in denHunds=Tägen einkommet; und das dritte Herbst=Honig; wann nemlich die Heyden blühen;welches aber das allerschlimmeste Honig ist. Wiederumb macht man einen Unterschied zwi-schen dem natürlichen / und zwischen dem gemachten Honig; item zwischen dem haimischen undzwischen dem wilden Honig. Das beste Honig wird gemeiniglich in denen wärmern Ländernangetroffen / weilen es dorten eine bessere Auskochung hat; doch solle das / so man in Reußlandfindet / das beste seyn. In Litthauen und Moscau gibt es insonderheit überflüssiges Honig ab.In Belgada, so ein Theil von der Trogladyten Landschafft / ist das Honig dermassen weiß / daß Scalig.es den Schnee gleichsam beschämet / darbey aber so hart / wie ein Stein: Ingleichem ist das Exercit.Honig in Calicut so dicht und fest / daß man es in Körben auffzubehalten pfleget.§. 5. Die Würckungen des Honigs seynd unterschiedlich; Dann so ein todter Leich-nam mit Honig übergossen wird / kan man selbigen viel Jahr lang vor der Fäulung erhalten,wie Columella vorgibt. Dannenhero nach des Xenophons Bericht einige Völcker den Ge-brauch gehabt / daß sie ihre Todten in Honig begraben: dann weilen dasselbe irrdischer Naturist / so bestehet es aus trucknen Theilen / die die überflüssige und angenommene Feuchtigkeit aus-trocknen: Sonsten ziehet es mit seiner Zehigkeit die poros und Lufft=Löcher der Dinge derge-stalten zusammen / und besetzet sie so fest und genau / daß der natürlichen Feuchtigkeit alle Kraffbenommen wird / auszuhauchen oder auszudunsten. Welches auch eben die Ursach ist / daß dieWeintrauben / Pflaumen / und andere Früchten / wann man sie in Honig oder zerschmoltzenWachs eingemacht / lange Zeit frisch und unverletzt erhalten werden. Dahero das Honig we-gen seiner wärmenden und austrucknenden Tugend denen flüssigen Leuten sehr dienstlich; her-gegen denen Gallsüchtigen und Zornigen höchst schädlich ist / und in denselben zu lauter Gallewird. Wider den Schlangen=Biß solle nichts heylsamers / als das Honig seyn. Wann es ge-kocht ist / so stopfft es; das rohe Honig aber befördert den Stuhlgang: das alte hergegen wirdbitter; dann susse Dinge / nachdem sie ihre Theile auffgeloset / pflegen sauer zu werden. DasHonig verdirbt / sobald man einen Brosam von Brod darein wirfft; das Mehl aber thut ihmkeinen Schaden. Von dem Zenon wird geschrieben / er habe sich mit Brod und Honig; undPhytagoras allein vom Honig ernähret; daß Democritus aber nur von dem Geruch des Ho-nigs gelebt habe / ist billich für eine Fabel; gleichwie dieses für einen Aberglauben zu halten / daßzu Befriedigung des Höllen=Hunds Cerberi, denen Todten Honig=Kuchen beygelegt werdenmüssen: Doch hat man vor Zeiten allwegen zu Anfang / und in Mitten währender Mahlzeit,Honig auffgesetzet.Fragt
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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