Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
221
Einzelbild herunterladen
 

der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Faust geführet wird. Die beste Kunst=Werckzeuge werden von sich selbsten keine schöne Arbeitverfertigen können / wann nicht der Kunstler zugegen ist / der mit ihnen umbzugehen weist. DerHelenæ Wunder-Conterseit will einen Apellem haben; und der Pinsel / so eine ungemein sub-tile ziehen solle / hat des Parrhasii Hand vonnöthen. Diejenige sollen zu Raths= und Obrigkeit-lichen Aemtern erhoben werden / welche über den Obrigkeitl. Stand/ und also in der Sache voll-kommne Meister seynd. Sie sollen der Gottsforcht ergeben seyn / gute Rathschläge zu ertheilenwissen / wegen ihrer Erfahrung und Gerechtigkeit berühmt seyn / keine Arbeit scheuen / das gemeineBeste fördern und lieben / nicht auf sich selbsten sehen / Künste und Wissenschafften fördern / zuhohen Unternehmungen unerschrocken seyn, der Warheit und Verschwiegenheit nachsetzen, sichgütig und freundlich erweisen. Wer hierinn der Vollkommenheit am nechsten gehet, der sollvor andern alleinig erhoben werden; nicht aber der / so durch List oder Gewalt nach Ehren stre-bet; dann diese hat der Gesetzgeber Bartolus Hunde und Rathhauß-Fresser genennet; noch Bartol. I.auch der welcher durch Gold oder Heyrath sich an das Brett zu bringen suchet; dann solche animal.hat Apulejus bekleidete Stoß=Vögel geheissen. Ein gerechter Eyfer war es, den der Gott= pop. ff. deseelige Kayser Theodosius wider dergleichen Leute spüren lassen: Wer da zu unsers Hoffs„ Just. &ansehnlicher Bedienung aus Ehrgeitz gelangen will, und durch unordentliche Mittel nach den „ Jure.jenigen Aemtern strebet / die wir nur tapffern und getreuen Männern zu vertrauen haben; der=„ Apul.l.10.selbige solle / welcherley Würden / Ehren und Stands er auch seyn mag / seiner Güter und Ver=,, Theod.mögens verlustigt, und selbige unserer Kammer heimbfällig er aber selbsten mit der Lands-Ver=,, Codic. adweisung gestrafft werden.„ Des Römischen Burgermeisters Autilii, dessen Gedaͤchtnus werth leg. Jul.ist / in Marmor gehauen zu werden / ertheilte Antwort ist billich in Diamanten einzugraben: dan 1.7.als ein nichts=würdiger Kerl bey ihme umb Beförderung angehalten / hat er demselben diesenBescheid gegeben: Was nützet mir deine Freundschafft / die ich mir durch deine Beförde-rung zuwegen brächte / wann du mich dahin zu verleiten begehrest / daß ich umb deinetwillen“wider die Gesetze der Gerechtigkeit handlen solle?-Unum prae reliquis.Nur Eins alleinMag tauglich seyn.Attrahitur Soli, tenui quod rore repleturOvum; dum retinet caetera pondus iners.Dotibus ingenii, virtutum & lumine clarumExcipit & fama & celsus honoris apex.Wird einem vollen Ey das Eingeweid genommen;Und ein subtiler Thau erfüllt die leere Stett:So steigt die Schal / worauf die Sonnen-Strahlen kommen /Wie leichter Pflaum empor / der nach der Höhe geh't.Wann Tugend und Verstand Gemüth und Sinn besitzen:Erreichet man durch sie die höchste Ehren-Spitzen.Die IX. Frage.Von dem Honig.As Honig wird nicht von denen Bienen bereitet / sondern von der Natur her-vorgebracht / und hernach nur durch die Bienen von und ob denen Blumen undFrüchten eingesammlet; wie Aristoteles behauptet. Seine Beweißthume seyndErstlich: Weil das Honig / der Erfahrung zufolge / der Bienen Speise ist / davon sie leben / Arist. 5.und sich ernähren / und zu dem Ende selbiges in ihren Zellen auffbehalten / damit sie im Winter de bist.eine Speise haben mögen: eben wie sie sich auch des Wachtes bedienen / ihre Wohnungen dar-aus zu machen / und die Wände zu befestigen. Zweytens: Weilen die Leute, so denen Im-