Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische Beschreibungwer selbsten nichts nach den Gesetzen fraget, vielmehr alle gute Sitten und Ordnungen ver-bannet / der wird sich niemahlen angelegen seyn lassen / die Gesetze in unverrucktem Stand zu er-halten. Der scorpion hat doch sein Gifft nicht von sich gelegt / ob er gleich unter den Gestir-nen stehet / und in dem Thier=Kreiß einen zwölffer=Rathsherren fürstellet: und ein ungeschickterN.45.UM PRAE RELIOHoltz=Klotz / der keinem Bildhauer unter den Händen gewesen / wird doch zu keiner schönen Bild-Säule / wann er gleich einmahl in den Tempel der Ehren gesetzet wird. Erhebt man einennichtswürdigen Menschen zu einem hohen Ehren-Amt, so wird die Boßheit nur dardurch ge-stärckt / und die Gesetze zu Grund gerichtet. Man betrachte / was in beystehender Figur denenAugen vorgezeiget wird: Aus vielen Eyern ziehet die Sonne nur ein einiges in die Höhe, wel-ches gleichsam wie auf Stafflen über sich steiget / oder besser zu sagen / welches dem Haupt=Zep-ter verwandt und angenehm ist. Nur ein einiges ist vor allen andern beliebt; weilen es auchalleinig vor andern das tüchtigste ist: dann es ist mit Thau angefüllt. Wo sich ein leeres We-sen findet / da hat der Sonnen=Strahl keine Lust zu würcken. Ist die Eyer=Schaale leer / so wirdsie nicht über sich gezogen. Wer mit Thau gefüllet ist / der verdienet / daß er in die Höhe steige;dann nur ein Königs=Kind ist liebens werth. Höre / was der Kayser Constantius, da er denThemistium zum Sohn an= und aufgenommen / gesprochen: „Nachdem des Welt=Weisen„Themistü weit erschollener Ruhm auch vor unsere Ohren gekommen / so habe ich darvor ge-„halten / sowohl unserer Kayserlichen / als eurer Fürsichtigkeit gemäß zu seyn / wann ich denselben„zu der ansehnlichen Raths-Stelle erheben, und seine Tugend dardurch gebührend verehren,„mithin das eine mit dem andern zieren würde. Welche in hohen Aemtern stehen, seynd be-seelte Gesetze und lebendige Bilder. Das Amt muß sich zu dem Mann und der Mann zu demAmt schicken / also daß sie gleicher Natur und mit einander verbündet seyn sollen. Das Amtmuß sich von dem Mann behandelt lassen; und der Mann muß wissen / das Amt zu tractiren.Des Scanderbergs Säbel hat keine Schärffe zum hauen / wann er nicht von des Castriotae