Philosophische und Politische BeschreibungWiderwärtigkeiten ermessen. Die Korn-Aehren bewegen sich von einem jeden Wind undein Hagel kan sie zu Boden legen: wer aber ein Gemüth von Diamanten hat / der achtet keinenSen. ep. 45 Amboß / und müssen ihme die Hagel=Steine selbsten zu Diamanten werden. Die Pfeile des,„Unglucks / womit das Menschliche Geschlecht bekrieget wird / pflegen abzuspringen wie der Ha-gel / welcher auf die Dächer fällt / und ohne Beschwerde der Innwohner allda praßse / und zu-Diog. La. „letzt zerschmeltzet. Bias Prianaeus nennte denjenigen unglückseelig / welcher das Unglück nicht er-ert. I. de tragen könte: Und ich halte den für den Glückseeligsten / der selbiges nicht nur ertragen kan / son-wie. Phi- dern auch mitten im Unglück selbsten sich glückseelig schätzet. Als Exegon von den Burger-losoph.meistern zu Rom in ein Faß voll Schlangen gestecket worden / ohngeachtet sie ihn ringsumbmit ihren gifftigen Zungen zerstochen; so ist doch demselben dardurch nichts WiderwärtigesPlin. I. 28. begegnet. Denen Pfyllicin und Marsiern geschiehet von denen Vipern nicht der geringstSchaden: die Ophiogener, ein gewisses Volck in der Insul Cypern / können bleß durch ihrenLeibs=Schatten die Schlangen flüchtig machen. Wer starck von Gemüth ist / widerstehet allemWidrigen; Er weicht nicht vor dem Unglück; sondern gehet demselben nur desto kühner ent-Cic. 2.gegen. Eines jeden Glück oder Unglück ist mir so groß / als sein Gemüth so selbigeszu ertragen hat. Das Gemüth ueertrifft alle Waffen: Ein tapffrer Mann achtet Hagel-Steine wie Wachs: hergegen einem Forchtsamen und Faulen / den ein rauschendes Blatt er-schrecket / seynd Blumen und Federn wie lauter Bomben und Kuglen. Ein großmüthiger Süist frölich und lachet / es mag gleich der rauhe Nord=Wind stürmen / oder der sanffte West=Windwehen. Und eben so war jenes Welt= und Kriegs=Wunder / Carolus V. die Ehre Oesterreichs,und Zierde Hispaniens / beschaffen: Er hörte gute und böse Zeitungen allzeit mit einerley Gleich-gültigkeit an; und blickte an seinem Gesicht / Augen / und ganzen Wesen eine solche Beständig-und gleichsam immerwährende Heiterkeit hervor, daß Jhme auch mitten im Hagel=Regen dieSonne geschienen.Insilit & resilit.Er wiederprällt,Wann er drauf fällt.Insiliens tectis crepitat strepitu horrida magnoGrando: sed & resilit, moxque soluta perit.Incidat in fortes animas licet ardua clades:Non videas fractos; pectora dura gerunt.Was schadets / wann mit Sturm ein Stein= und Hagel=RegenAus denen Wolcken ab=auf Hauß und Dächer fällt?Derselbe kan allda doch keine Bresche legen:Der harte Ziegel macht / daß er zurücke prellt.Ein tapffrer Sinn wird nie verzagt die Seegel streichen;Er stehet fest: ihm muß das Unglück selbsten weichen.Die VIII. Frage.Von dem Thau und Reiffen.Der Thau wird in Lateinischer Sprach Ros genannt; das ist / wie Isidorus darvorhält; quasi rarus, dünn oder subtil; weilen die Thau=Tropffen nicht sonderlich dienoch voll zu seyn pflegen. Dahero auch selbiger also beschrieben werden kan / daß erein wegen Schwachheit der untergehenden Sonnen=Hitze nicht hoch von der Erdenerhabner / und zu Wasser gewordener Dampff seye; welcher durch die darzukommendeAbend= und Morgen=Kälte sich zusammen setzet und auflöset. Die Materi des Thaues bestehetdemnach in einem subtilen und feuchten Dampff / der unter allen Dämpffen der dünneste undsubtileste ist: Seine Form seynd die allerdünneste Tropssen: Seine wurckende Ursach ist einegemäſ⸗
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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