der in der obern Lufft erzeugten Dinge.muß eisern seyn / und sich von einem hefftigen Hagel nicht erschrecken lassen. Der Hagel schlägtdie Saat leichtlich darnieder / und mähet sie vor der Ernde ab: dann sie stehet auf einem schwa-chen und zitterendem Halm: Hergegen ein tapfferes Gemüth gibt den empfangenen Streichwieder zurück und laßt sich das Haupt nicht abreissen; weilen seine Seite mit dem undurch-INSILIT ET RESTATOdringlichen Schild der Tapfferkeit bedecket ist. Die Wein-Trauben haben ein schwaches Holtzzum Grund; ihre Beere werden von einem geringen Hagel abgeworffen; weilen ihre Stützenicht mit Lorbeer umwunden. Ein grosses Gemüth aber sammlet ihme aus gefrornen Steinenso viel Perlen ein / als von vielen Widerwärtigkeiten es gedrucket wird: Es kommet aus demStreit mit Lorbeer bekräntzt zurück / weilen sein Arm unverletzlich ist: Es wird durch keine Cic. l.i. deGewalt geändert / durch Glück nicht hochmüthig / durch Unglück nicht verzagt ge= offic.macht. Eine gantze Ernde von Hagel ist ihme nur ein Saamen der Ehren: und mitten untereinem gefrornen Platz=Regen rauchet es von feurigen Geistern / mittelst welcher es auch eiserneBissen verdauen kan: Hercules wohnet in seinem Leibe; und wer diesen zum Innwohner hat,der ist genug geschützet. Ein baufälliges Gebäu wird von Schlossen oder dem Hagel nieder-geworffen: fällt er aber auf ein hartes eisern Blech, so springt und prellt er wider zuruck. EinWolcken-Bruch von Steinen wird so wenig / als Federn / geachtet / wann derselbe auf einwohl zusammen gefügtes Gemüth herab stürtzet. Gleichwie der Hagel / so mit grossen Kran Lips. l.2.chen auf die Dächer fället, mithin jedoch zerspringet und berstet; also kan kein Ungemach ein„ de Con-standhafftes Gemüth niederschlagen / sondern muß vielmehr selbsten darüber den Kürtzern zie- stant. c. 18.hen. Den M. Antoninum, mit dem Zunahmen / und auch in der That der Weltweise genannt /hat weder Freud noch Leyd jemahls veränderen können; weilen er ein recht eisern Gemüth ge-habt, so sich durch keinen Glücks-Wechsel verändern lassen. Der Regen-Bogen scheinet mit-ten unter dem regnenden Himmel nur desto schöner und heller; und ein heiteres Gewuͤth lastsich durch traurige Dinge nicht verduncklen, sondern stehet vielmehr gantz ruhig in der gröstenVerwirrung. Die Weichheit ist kein Zeichen der Tugend; dann ihre Grösse wird aus denWider-
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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215
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