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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.gleichen Dinge findet; so hat man selbiges nicht alsbalden für ein Wunder=Werck auszuschrey-en: indeme die Sonnen=Hitze mit Beyhülffe der Winde selbige mit und neben dem Dampff indie Höhe ziehen / und da dieser letztere wegen der starcken Kälte hernach gefroren / darein verwi-cklen und einschliessen können.Warum aber manchmahlen in dem Hagel wunderbahre Bildnusse unterschiedlicherThiere und anderer Dinge gesehen werden? solches ist schwer zu untersuchen. Albertus M. haͤltzwar darfür; dergleichen Bildungen seyen durch die Krafft / und allzu grosse Hitze / oder eine be-sondere Constellation der Himmlischen Cörper also gewürcket: ich aber meines Orts zehle sienicht unbillich unter die Wunder-Zeichen. Nauclerus beschreibt etliche solche merckwürdigeHagel=Regen; deren einer Anno 1240. zu Cremona in der Grösse einer Nuß gefallen / worauffdie Gestalt eines Creutzes und das Angesicht Christi mit den Bey=Worten: JESUS NAZA-RENUS, das ist: JEsus von Nazareth / zu sehen gewesen. Ein anderer aber ist Anno 1395.in den Mitternächtigen Ländern im Monat Augusto gefallen / und hat allerhand Menschen=Ge-sichter vorgestellet: dergleichen Hagels auch Cranzius Meldung thut / indem er schreibt: daß in Cranz. I.erst angeregtem Jahr um das Fest der Himmelfahrt Mariæ in Sachsen ein Hagel gefallen, der 9.Vandal.wie ein Menschen Gesicht gestaltet; und zwar der Männer mit Bärten, der Weiber aber mit c. 42.krausen Schleyern deutlich gezieret war. Ludovicus Clavitellius erwehnet eines mit Blutvermengten Hagels, der Anno 1537. in dem Gebiet der Stadt Bononien im Augustmonat vomHimmel gefallen; und unter andern auch Steine geworffen, die 78. Pfund gewogen: welcherHagel dann von oben der natürlichen Ursache herrühren kan, die wir oben auch dem Blut=Re-gen beygeschrieben haben§. 4. Nach dem Zeugnus des Aristotelis pflegt es an meisten im Herbst und Früh= Arist. 1.ling / etwas wenigers im Sommer / im Wintet aber niemahlen oder doch gar selten zu Mei. 12.haglen. Ursache: Weilen im Frühling und Herbst Hitze genug vorhanden ist / wodurch dieDampffe können ausgezogen, und diese letztre hernach von der durch die Gegenumstellung(Antiperistasi) vermehrten Kälte leichtlich zusammen geprest werden. Im Herbst hagelt es auchöffter als im Frühling / weilen die Dämpffe / indem der Herbst sogleich auf die warme Sommers-Zeit folget / zum geschwind und sehr hart gefrieren tüchtiger seynd. Im Sommer hergegen gibtes wenig Hagel-Wetter, weilen die Sonne fast alle Materi des Hagels verzehret. Im Win-ter aber kan wegen der Kälte, wodurch die Pori und Lufft=Löcher der Erde verstopfft, und denDünsten das Ausdämpffen verwehret wird, entweder niemahls oder doch gar selten ein Hagelfallen. Welcher Ursachen halber auch derselbe gemeiniglich umb den Mittag; selten Morgensund Abends bey Auff=oder Untergang der Sonnen; am seltensten aber zu Nacht zu fallen pfle-get; angesehen / wann eine genugsame Menge gefrierender Ausdünstungen über sich steigen sol-len, eine warme Zeit und Stund darzu erfordert wird. Sodann entstehet und kommt die Ge-frierung des Hagels von der Antiperistasi oder den Umherstand widriger Dinge her: danngleichwie die Bronnen-Wasser, welche im Winter warm seynd im Sommer darumben sehrkalt werden / weilen die Kälte wegen der rings umbstehenden Wärme tieff in die Erde getriebenwird; also wird auch eine grosse Menge Wassers, welche von dem Wind gehalten und von derMittag=Hitze umschlossen ist / kalt / und gefrieret: wiewohlen / wann das Wasser aus andern Ur-sachen ungemein kalt wird / so doch gar selten geschiehet / alsdann nicht weniger zu solcher Zeit /aber ungewöhnlicher Weiß / sich ein Hagel erzeiget.Hier fragt sichs Erstlichen: Warumb das Wasser, woraus der Hagel entstehet, soschnell gefriere? Antwort: Weilen selbiges einige Wärme in sich hat; als die da wie aus derErfahrung bekannt/ gar viel zur Gefrierung beyträget; allermassen ein vorhero warm gemach-tes Wasser, so man es an die kalte Lufft setzet, starck und geschwind zu gefrieren pfleget: danndie Wärme verdünnert das Wasser; welches dahero seinem Feind gleichsam die Thür öffnet,und von ihme leichtlich überwältiget wird. Und gleichwie dasselbe, wann es dick ist, wegender vielen bey sich habenden Materi grösseren Widerstand thun kan; also geschicht es auch,daß das Regen=Wasser / weilen es eine Wärme in sich hat / um so leichter zu Eiß wird und gefrie-ret / als dünner dasselbe ist / und demnach der eintringenden Kälte desto eher Platz und Raumgiebet.Zum Anderen: Warum niemahls ein Hagel falle, wann nicht vorher ein hefftigerWind gegangen? Antwort: Weilen die Lufft, wann sie dünn, nicht kalt ist, und einfolglichnicht gefrieren kan: So last sich auch ein dicker Dampff ohne Beyhülffe der Winde nicht zusammen treiben: deßwegen wann das Wasser gefrieren solle / so muß selbiges eine Zeitlang inder Lufft gehalten, und von den Winden hin und wieder getrieben werden, damit es sich mitdenen trucknen Ausdünstungen / welche das Wasser gefrieren machen / vermischen möge.Dd3Zum