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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische Beschreibung204einen Nagel hätte / damit er seines Fürsten Gunst, die / wann sie den höchsten Grad erreicht / ge-meiniglich unbeständig zu seyn pfleget / anhefften; mithin das Rad des Glücks befestigen könteauf daß er nicht von selbigem / wann es ihn erhoben / wieder zu Boden geworffen werden möch-Sen. Ep. te. Es ist ein unruhiges Ding um die Glückseeligkeit; einige werden in die Höhe er-hoben / andere aber fallen herunter. Wer hoch befördert wird / muß sich den Glück=Fällenunterwerffen. Je näher die Spitze des Bergs dem Himmel stehet / je grössere Gefahr hat sievon denen Donnerstreichen zu besorgen. Das Glück ist nie betrüglicher / als wann es schmei-Ovid. 3. chelt. Der bey dem Ovidio mit überhäufften Früchten beschwerte Apffel=Baum seuffzet:Metam.Inopem me copia fecit.Der Uberfluß / der sonst ergoͤtzt /Hat mich in Dörfftigkeit gesetzt.Ovid. und der mit Nüssen voll hangende Nuß=Baum klaget bey eben demselben:eleg. deNocet esse feracem.Ich sammle Schaden einVon meinem fruchtbahr seyn.Fliehe demnach den Uberfluß, und fürchte dich vor demselben: dann wann die Bienen Trup-Arist. I.g. pen=weiß und in einem Hauffen herumb fliegen / so bedeutet es Regen=Wetter; und des H.nigs zu viel isset / dem wird es nicht wohl bekommen.Hist.anim. c.Copia mergit.Von Uberfluß /Man fallen muß.Continuo nubes, laticum quae prodiga, nimbeSubmergit segetes; ut natet omnis ager.Te nimiis opibus cumulat fortuna repletum?Ne fidas: istâ perfida mole nocet.Will ihrer vollen Bürd' die Wolcke sich entladen /So daß sie allzuviel mit starckem Regen träufft;So nimmt das reiche Feld hiervon Verlust und Schaden,Wann Früchte und die Saat durch Wasser seynd ersäufft.Hat dich des Glückes Gunst mit Gütern überfüllet?Trau nicht: dann dir daraus gewiß dein Unfall quillet.Die V. Frage.Von dem Schnee.DEr Schnee ist eine zusammen Gerinnung eines in daß allerklineste Wasser aufgeloͤsten Dampffs; welcher / bevor er zu Tropffen wird / und noch mit vieler Lufft undeiniger trocknen Ausdünstung vermischet ist, durch die darzukommende hefftigste Kälte zu-sammen getrieben / und nachdem sich die meiste seiner kleinen Theilen mit und unteremander verbun-den zu Flocken formiret wird. Solchemnach bestehet deß Schnees Materi in einem erstgemeltemassen unvollkommlich aufgelösten Dampff; die Form aber in der zusammen Gerinnung die-ses Dampffs; welche zusammen Rinnung von denen aufgefangnen trucknen Ausdünstungenentspringet: und die Kälte ist hierbey die würckende Ursach. Eben dahin ziehlet auch die Ari-stotelische Beschreibung; daß nehmlich der Schnee eine gefrorne Wolcke seye; dann der Phi-sophus verstehet durch das Wort wolcke / einen unvollkommlich aufgelösten Dampfs. Wiedann